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Jhre Mittel werden Zweck.

Kinderzweck.

Bloßes Spiel.

Gelegenheit ihre Leidenschast zu üben.

Wie sehr ihnen die Dilettanten gleichen.

Dilettantismus der Weiber,

— der Reichen,

— der Vornehmen.

Ist Zeichen eines gewissen Vorschrittes.

Alle Dilettanten greisen die Kunst von der schwachen Seite an. (Vom

schwachen Ende.)
Phantasiebilder unmittelbar vorstellen zu wollen.
Leidenschast statt Ernst.

Verhältniß des Dilettantismus gegen Pedantismus, Handwerk.
Dilettantistischer Zustand der Künstler.
Worin er sich unterscheidet.
Ein höherer oder niederer Grad der Empirie.
Falsches Lob des Dilettantismus.
Ungerechter Tadel.
Rath wie der Dilettant seinen Platz einnehmen könnte.

Geborene Künstler, durch Umstände gehindert sich auszubilden, sind schon

oben ausgenommen. Sie sind eine seltene Erscheinung. Manche Dilettanten bilden sich ein dergleichen zu seyn. Bei ihnen ist aber nur eine salsche Richtung, welche mit aller Mühe zu

nichts gelangt. Sie nutzen sich, dem Künstler und der Kunst wenig. Sie schaden dagegen viel. Doch kann der Mensch, der Künstler und die Kunst eine genießende, ein

sichtsvolle und gewissermaßen praktische Theilnahme nicht entbehren.
Absicht der gegenwärtigen Schrist.
Schwierigkeit der Wirkung.

Kurze Schilderung eines eingefleischten Dilettantismus.
Die Philosophen werden ausgesordert.

Die Pädagogen,

Wohlthat sür die nächste Generation.

Dilettantismus setzt eine Kunst voraus, wie Psuschen das Handwerk,

Begriff des Künstlers im Gegensatz des Dilettanten.

Ausübung der Kunst nach Wissenschast.

Annahme einer objectiven Kunst,

Schulgerechte Folge und Steigerung,

Berus und Prosession.

Anschließung an eine Kunst- und Künstlerwelt.

Schule.

Der Dilettant verhält sich nicht gleich zu allen Künsten.

Jn allen Künsten giebt es ein Objectives und Subjectives, und je nachdem

das eine oder das andere darin die hervorstechende Seite ist, hat der

Dilettantismus Werth oder Unwerth. Wo das Subjective sür sich allein schon viel bedeutet, muß und kann sich

der Dilettant dem Künstler nähern; z. B. schöne Sprache, lyrische Poesie,

Musik, 5panz. Wo es umgekehrt ist, scheiden sich der Künstler und Dilettant strenger,

wie bei der Architektur, Zeichenkunst, epischen und dramatischen Dichtkunst.

Die Kunst giebt sich selbst Gesetze und gebietet der Zeit.

Der Dilettantismus solgt der Neigung der Zeit.

Wenn die Meister in der Kunst dem salschen Geschmack solgen, glaubt der Dilettant desto geschwinder aus dem Niveau der Kunst zu seyn.

Weil der Dilettant seinen Berus zum Selbstproduciren erst aus den Wirkungen der Kunstwerke aus sich empsängt, so verwechselt er diese Wirkungen mit den objectiven Ursachen und Motiven, und meint nun den Empfindungszustand in den er versetzt ist, auch productiv und praktisch zu machen; wie wenn man mit dem Geruch einer Blume die Blume selbst hervorzubringen gedächte.

Das an das Gesühl Sprechende, die letzte Wirkung aller poetischen Organisationen, welche aber den Auswand der ganzen Kunst selbst voraussetzt, sieht der Dilettant als das Wesen derselben an und will damit selbst hervorbringen.

«ollhe. sämnül, Werle. XXV 21

Ueberhaupt will der Dilettant in seiner Selbstverkennung das Passive an die Stelle des Activen setzen, und weil er aus eine lebhafte Weise Wirkungen erleidet, so glaubt er mit diesen erlittenen Wirkungen wirken zu können. Was dem Dilettanten eigentlich sehlt, ist Architektonik im hochsten Sinne, diejenige ausübende Kraft, welche erschafft, bildet, constituirt. Er hat davon nur eine Art von Ahnung, giebt sich aber durchaus dem Stoff dahin, anstatt ihn zu beherrschen. Man wird finden, daß der Dilettant zuletzt vorzüglich aus Reinlichkeit ausgeht, welches die Vollendung des Vorhandenen ist, wodurch eine Täuschung entsteht, als wenn das Vorhandene zu cristiren werth sey. Ebenso ist es mit der Accuratesse und mit allen letzten Bedingungen der Form, welche eben so gut die Unsorm begleiten können. Allgemeiner Grundsatz, unter welchem der Dilettantismus zu gestatten ist: Wenn der Dilettant sich den strengsten Regeln der ersten Schritte unterwersen und alle Stusen mit größter Genauigkeit aussühren will; welches er um so mehr kann, da 1) von ihm das Ziel nicht verlangt wird, und da er 2) wenn er abtreten will, sich den sichersten Weg zur Kennerschaft bereitet.

Gerade der allgemeinen Maxime entgegen, wird also der Dilettant einem rigoriftischeren Urtheil zu unterwersen seyn, als selbst der Künstler, der, weil er aus einer sichern Kunstbasis ruht, mit minderer Gesahr sich von den Regeln entsernen, und dadurch das Reich der Kunst selbst erweitern kann. Der wahre Künstler steht sest und sicher aus sich selbst; sein Streben, sein Ziel ist der höchste Zweck der Kunst. Er wird sich immer noch weit von diesem Ziele finden und daher gegen die Kunst oder den Kunstbegriff nvthwendig allemal sehr bescheiden seyn und gestehen, daß er noch wenig geleistet habe, wie vortrefflich auch sein Werk seyn mag und wie hoch auch sein Selbstgesühl im Verhältnis) gegen die Welt steigen möchte. Dilettanten oder eigentlich Psuscher scheinen im Gegentheil nicht nach einem Ziele zu streben, nicht vor sich hin zu sehen, sondern nur das, was neben ihnen geschieht. Darum vergleichen sie auch immer, sind meistens im Lob übertrieben, tadeln ungeschickt, haben eine unendliche Ehrerbietung vor ihresgleichen, geben sich vadurch ein Ansehen von Freundlichkeit, von Billigkeit, indem sie doch bloß sich selbst erheben.

ses»ndere«,

Dilettantismus in der Malerei.

Der Dilettant scheut allemal das Gründliche, übersteigt die Erlernung nothwendiger Kennwisse, um zur Ausübung zu gelangen; verwechselt die Kunst mit dem Stoff.

So wird man z. B. nie einen Dilettanten finden, der gut zeichnete; denn alsdann wäre er aus dem Wege zur Kunst: hingegen giebt es manche, die schlecht zeichnen und sauber malen.

Dilettanten erklären sich ost sür Mosaik und Wachsmalerei, weil sie die Dauer des Werks an die Stelle der Kunst setzen.

Sie beschästigen sich öfters mit Radiren, weil die Vervielsältigung sie reizt.

Sie suchen Kunststücke, Manieren, Behandlungsarten, Arcana, weil sie sich meistens nicht über den Begriff mechanischer Fertigkeiten erheben können, und denken, wenn sie nur den Handgriff besäßen, so wären keine weitern Schwierigkeiten sür sie vorhanden.

Eben um deßwillen, weil der wahre Kunstbegriff den Dilettanten meistentheils sehlt, ziehen sie immer das Viele und Mittelmäßige, das Rare und Köstliche dem Gewählten und Guten vor. Man trisft viele Dilettanten mit großen Sammlungen an, ja man könnte behaupten, alle großen Sammlungen seyen vom Dilettantismus entstanden. Denn er artet meistens, und besonders, wenn er mit Vermögen unterstützt ist, in die Sucht aus, zusammenzurassen. Er will nur besitzen, nicht mit Verstand wählen und sich mit wenigem Guten begnügen.

Dilettanten haben serner meistens eine patriotische Tendenz; ein deutscher Dilettant interessirt sich darum nicht selten so lebhaft sür deutsche Kunst ausschließlich; daher die Sammlungen von Kupserstichen und Gemälden bloß deutscher Meister.

Zwei Unarten pslegen bei Dilettanten ost vorzukommen, und schreiben sich ebensalls aus dem Mangel an wahrem Kunstbegriss her. Sie wollen erstens constituiren, d. h. ihr Beisall soll gelten, soll zum Künstler stempeln. Zweitens der Künstler, der ächte Kenner, hat ein unbedingtes ganzes Jnteresse und Ernst an der Kunst und am Kunstwerk: der Dilettant immer nur ein halbes; er treibt alles als ein Spiel, als Zeitvertreib; hat meist noch einen Nebenzweck, eine Neigung zu stillen, einer Laune nachzugeben und sucht der Rechenschaft gegen die Welt und den Forderungen des Geschmacks dadurch zu entgehen, daß er bei Erstehung von Kunstwerken auch noch gute Werke zu thun sucht. Einen hossnungsvollen Künstler zu unterstützen, einer armen Familie aus der Noth zu helsen, das war immer die Ursache, warum Dilettanten dieß und das erstanden. So suchen sie bald ihren Geschmack zu zeigen, bald ihn vom Verdacht zu reinigen.

Liebhaberei im Landschaftsmalen. Sie setzt eine schon cultivirte Kunst voraus.

Porträtmaler«.

Sentimentalisch-poetische Tendenz regt auch den Dilettantismus in der zeichnenden Kunst an. Mondscheine. Shakspeare. Kupserstiche zu Gedichten.

Silhouetten.

Urnen.

Kunstwerke als Meubles.

Alle Franzosen sind Dilettanten in der Zeichenkunst, als integrirendem Theil der Erziehung.

Liebhaber in der Miniature.

Werden bloß aus die Handgriffe angewiesen.

Liebe zur Allegorie und zur Anspielung.

Dilettantismus in der Baukunst.

Mangel an ächten Baumeistern in Verhältniß gegen das Bedürsniß schöner

Baukunst treibt zum Dilettantismus, besonders da die wohlhabenden

Baulustigen zu zerstreut leben. Reisen nach Jtalien und Frankreich, und besonders Gartenliebhaberei,

haben diesen Dilettantismus sehr besördert. Dilettanten suchen mehr zum Ursprung der Baukunst zurückzukehren.

») Rohes Holz, Rinden :c. b) Schwere Architektur, dorische Säulen.

c) Nachahmung gothischer Baukunst. <lj Architektur der Phantasmen

und Empfindungen, e) Kleinliche Nachäffung großer Formen. Wegen ihrer scheinbaren Unbedingtheit scheint sie leichter als sie ist, und

man läßt sich leichter dazu versühren.

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