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und ridytig, ja zulegt vollendet werden kann. Denn seinen Gemälden wird die Basis nicht fehlen, und wenn er von Einem Punkte mit dem Bildhauer ausgeht, so wird er nicht, wie es öfters gesdieht, sich nur desto weiter zurückfühlen, je weiter er vorwärts kommt; besonders wird er die Richtigkeit dieser Grundfäße einsehen, wenn ihn sein Geschick nach Rom führen sollte.

Bu 'malende Gegenstände.

Nachdem ich über vieles gleichgültig geworden, betrübt es mich noch immer, und in der neuesten Zeit sehr oft, wenn ich des bildenden Künstlers Talent und Fleiß auf ungünstige, widerstrebende Gegenstände verwendet sehe; daher kann ich mich nicht enthalten von Zeit zu Zeit auf einiges Vortheilhafte hinzudeuten.

Eine so zarte wie einfache Darstellung gäbe jene jugendlich-unverdorbene reife Jungfrau Thisbe, die an der gesprungenen Wand horcht. Wer den Gesichtsausdruck und das Behagen eines blühenden, in Liebe befangenen Mädchens, dem Ort und Stelle einer Zusammenkunft ins Ohr geraunt wird, vollkommen darzustellen wüßte, sollte gepriesen werden.

Nun aber zum Heiligsten überzugehen, wüßte ich in dem ganzen Evangelium keinen höhern und ausdrucksvollern Gegenstand als Christus, der, leicht über das Meer wandelnd, dem sinkenden Petrus zu Hülfe tritt. Die göttliche und menschliche Natur des Erlösers ist in keinem andern Falle den Sinnen, und so identisch darzustellen, ja der ganze Sinn der christlichen Religion nicht besser mit wenigem auszudrücken. Das Uebernatürliche, das dem Natürlichen auf eine übernatürlich-natürliche Weise zu Hülfe kommt, und deßhalb das augenblidliche Anerkennen der Schiffer und Fisder, daß der Sohn Gottes bei ihnen gegenwärtig sey, hervorruft, ist selten gemalt worden, so wie es zugleich für den lebenden Künstler von großem Vortheil ist, daß es Raphael nicht unternommen; denn mit ihm zu ringen ist so gefährlich als mit Phanuel. (1. B. Moj. XXXII.)

Ueber den sogenannten Dilettantismus

eder

die praktische Liebhaberei in den Künften.

1799.

Einleitendes und Allgemeine s.

Die Italiäner nennen jeden Künstler Maestro. Wenn sie einen sehen, der eine Kunst übt ohne davon Profession zu

machen, sagen sie: Si diletta. Die höfliche Zufriedenheit und Verwun

derung womit sie sich ausdrüfen, zeigt dabei ihre Gesinnungen an. Das Wort Dilettante findet sich nicht in der ältern italiänischen Sprache.

Kein Wörterbuch hat es, auch nicht die Crusca. Bei Jagemann allein findet sich's. Nach ihm bedeutet es einen Liebhaber

der Künste, der nicht allein betrachten und genießen, sondern auch an

ihrer Ausübung Theil nehmen will. Spuren der ältern Zeiten. Spuren nach Wiederauflebung der Künste. Große Verbreitung in der neuern Zeit. Ursache davon. Kunstübungen gehen als ein Haupterforderniß in die Erziehung über. Indem wir von Dilettanten sprechen, so wird der Fall ausgenommen, daß einer mit wirklichem Künstlertalent geboren wäre, aber durch Ilm

stände wäre gehindert worden es als Künstler zu ercoliren. Wir sprechen bloß von denen, welche, ohne ein besonderes Talent zu dieser oder jener Kunst zu besißen, bloß den allgemeinen Nachahmungetrieb bei

fich walten lassen. Ueber das deutsche Wort pfuschen. Ableitung desselben. Ein später erfundenes Wort. Bezieht sich auf Handwerk. Es segt voraus, daß irgend eine Fertigkeit nach Regeln gelernt, auf die

bestimmteste Weise nach der Vorschrift und unter dem Schuße des Ge

seges ausgeübt werde. Einrichtungen der Innungen, vorzüglich in Deutschland. Die verschiedenen Nationen haben kein eigentlich Wort dafür. Anführung der Ausdrüde. Der Dilettant verhält sich zur Kunst, wie der Pfuscher zum Handwerk. Man darf bei der Kunst vorausseßen, daß sie gleichfalls nach Regeln er· lernt und geseßlich ausgeübt werden müsse, obgleich diese Regeln nicht wie die eines Handwerks durchaus anerkannt und die Geseße der soge

nannten freien Künste nur geistig und nicht bürgerlich sind. Ableitung der Pfuscherei. Gewinn. Der Dilettantismus wird abgeleitet. Dilettant mit Ehre. Künstler verachtet. Ursache. Sicherheit eines ausgebreiteten Lebensgenusfes ist gewöhnlich der Grund

aller empirischen Achtung. Wir haben solche Sicherheitsmaximen, ohne es zu bemerken, in die Moral

aufgenommen. Geburt, Tapferkeit, Reichthum. Andere Arten von Besig, der Sicherheit des Genusses nach außen gewährt. Genie und Talent haben zwar das innere Gewisse, stehen aber nach außen

äußerst ungewiß. Sie treffen nicht immer mit den Bedingungen und Bedürfnissen der Zeit

zusammen.
In barbarischen Zeiten werden sie als etwas Seltsames geschätzt.
Sie sind des Beifalls nicht gewiß.
Er muß erschlichen oder erbettelt werden.

Daher sind diejenigen Künstler übler daran, die persönlich um den Beifall

des Moments buhlen. Rhapsoden, Schauspieler, Musici. Künstler leben, außer einigen seltenen Fällen, in einer Art von freiwilliger

Armuth. Es leuchtete zu allen Zeiten ein, daß der Zustand in dem sich der bildende

Künstler befindet, wünschenswerth und beneidenswerth sey. Entstehen des Dilettantismus. Allgemein verbreitete, ich will nicht sagen Hochachtung der Künste, aber

Vermischung mit der bürgerlichen Existenz und eine Art von legitimation derselben.

Der Künstler wird geboren.
Er ist eine von der Natur privilegirte Person.
Er ist genöthigt etwas auszuüben, das ihm nicht jeder gleich thun kann.
Und doch kann er nicht allein gedacht werden.
Möchte auch nicht allein seyn.
Das Kunstwerk fordert die Menschen zum Genuß auf.
Und zu mehrerer Theilnahme daran.
Zum Genuß der Kunstwerke haben alle Mensden eine unsägliche Neigung.
Der nähere Theilnehmer wäre der rechte Liebhaber, der lebhaft und voll

genösse.
So stark wie andere, ja mehr als andere.
Weil er Ursache und Wirkung zugleich empfände.
Uebergang zum praktischen Dilettantismus.
Der Mensch erfährt und genießt nichts, ohne sogleich productiv zu werden.
Dieß ist die innerste Eigenschaft der menschlichen Natur. Ja man kann

ohne Uebertreibung sagen, es sey die menschliche Natur selbst. Unüberwindlicher Trieb dasselbige zu thun. Nachahmungstrieb deutet gar nicht auf angeborenes Genie zu dieser Sache. Erfahrung an Kindern. Sie werden durch alles in die Augen fallende Thätige gereizt. Soldaten, Schauspieler, Seiltänzer. Sie nehmen sich ein unerreichbares Ziel vor, das sie durch geübte und

verständige Alte haben erreichen fehen.

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