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Kirchen, Paläfte und Klöfter in

Italien,

nach den Monumenten gezeichnet, von F. Eugenius Ruhl, Architekten in Caffel.

gr. Fol. 3 Lieferungen, jede zu 6 Blättern, sauber radirte Umrisse.

Ein durch merkwürdigen Inhalt, wie durch Verdienst der Ausführung gleich achtbares, vor kurzem erschienenes Werk.

Das erste oder Titelblatt jeder Lieferung enthält antike Fragmente, mit Geschmack und Kunst zum Ganzen geordnet, die fünf übrigen aber Ansichten, bald vom Aeußern, bald vom Innern ansehnlicher Gebäude, von Constantin des Großen Zeit das ganze Mittelalter herab bis an die neuere Baukunst, wie sie unter den großen Meistern des sechzehnten Jahrhunderts zur fröhlichen Blüthe gelangt war. Einige wenige dürften vielleicht bloß als pittoreske Ansichten aufgenommen seyn.

Von Seiten der künstlerischen Behandlung finden wir an den Blättern dieses Werks theils die Genauigkeit und den bis auf das kleinste Detail sich erstreckenden Fleiß, theils die vom Zeichner mit nicht weniger Geschmack als Ueberlegung gewählten Standpunkte zu loben; unbeschadet der Wahrheit stellen sich die sämmtlichen Gegenstände dem Auge von einer gefälligen Seite in malerischer Gruppirung dar.

Auch hat der Verfasser Sorge getragen, für die meisten seiner Blätter solche Gegenstände auszuwählen, die zugleich schöne Ansichten gewähren, wenig bekannt und in kunstgeschichtlicher Beziehung merkwürdig sind. Unsere Leser werden selbst davon urtheilen können, wenn wir ihnen den Inhalt aller drei bis jetzt erschienenen Lieferungen kurz anzeigen.

Erste Lieferung. - 1) Versdjiedene antike Fragmente, zierlic; zusammengestellt. 2) Der innere Hofraum und Säulengänge um denselben im Palast der Cancellaria zu Rom, nach einigen Architektur des San Gallo, wahrscheinlicher aber des Bramante. 3) Hof bei der Kirche Santi Apostoli zu Rom. 4) Vestibul eines Gebäudes in der Via Sistina zu Rom. 5) Ansicht der Kirche San Feliciano zu Fuligno. 6) Ansicht der Kirche San Giorgio in Velabro und des Begens der Goldschmiede zu Rom.

Bweite Lieferung.

1) Wiederum gar zierliche Zusammenstellung antiker Fragmente.2) Klosterhof zu San Giovanni in Laterano zu Rom. 3) Ansicht des Innern der Kirche Santa Costanza vor der Porta Pia zu Rom. 4) Façade und vorliegende große Treppe der Kirche Santa Maria in Ara Cöli, auf dem Capitolium zu Rom. 5) Eingang zur Kirche Santa Prassede zu Rom. 6) Palast des Grafen Giraud in Via di Borgo nuovo zu Rom, Ardjitektur von Bramante.

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1) Ansicht der Kirche San Salvatore zu Fuligno. 2) S. Giacomo zu Vicovaro. 3) Ansicht des Doms zu Spoleto. 4) Cortile eines Palastes nahe bei dem Capitol zu Rom. 5) Sacristei zu San Martino a Monti in Rom. 6) Mittlere Ansicht des Klosterhof8 zu San Giovanni in Laterano.

Ferner sind wir des Vergnügens theilhaft geworden, von eben demselben Künstler einen mit Aquarellfarben gemalten und zum Verwundern fleißig ausgeführten Prospect des Plates zu Affisi, mit dem darauf liegenden noch sehr wohl erhaltenen Minerventempel, ießt in eine Kirche verwandelt und Madonna della Minerva genannt, zu sehen. Dec gute Ton im Ganzen, die heitere Luft, die natürliche Farbe der verschiedenen Ardhitekturgegenstände, der höchst löbliche Fleiß, der audy die geringsten Kleinigkeiten nicht übersehen, sondern mit Sorgfalt und Liebe nadigebildet hat, endlich die wohlgezeichneten Figuren in den eigenthümlichen Landestradyten, womit das Bild reichlich und zweckmäßig staffirt ist – alles zusammen fann unmöglich verfehlen, jeden der Kunst kundigen Beschauer zu befriedigen, zu erfreuen. Auf uns wenigstens hat es diese Wirkung gethan, und mehrere Tage hindurch, da

das Anschauen deffelben uns gegönnt war, zu einer heitern Gemüthostimmung beigetragen.

Wenn nun meine Freunde an der vollkommenen Ausführung eines so wohl studirten Werkes ihre Freude hatten, so war mir dabei noch ganz anders zu Muthe, indem ich mich der abenteuerlich flüchtigen Augenblicke lebhaft erinnerte, wo ich vor diesem Tempel gestanden, und mich zuni erstenmal über ein wohlerhaltenes Alterthum innig erfreute. (Italiänische Neise Bd. XIX. S. 105.) Wie gern werden wir dem Künstler folgen, wenn er uns, wie er verspricht, nächstens wieder an Ort und Stelle führt, und von seinen anhaltenden gründlichen Studien daselbst bildlich und schriftlich den Mitgenuß vergönnt!

Das altrömische Denkmal bei Igel, unweit Trier.

Eine mit ausgezeichneter Sorgfalt gemachte, ungefähr 18 Zoli hohe bronzene Abbildung dieses merkwürdigen römischen Denkmals veranlaßt nachfolgende Betrachtungen über dasselbe.

Das alte Denkmal ist einigen Gliedern der römischen Familie der Secundiner zu Ehren errichtet; es besteht aus einem festen grauen Sands stein, hat im Ganzen thurmartige Gestalt und über 70 Fuß Höhe.

Die architektonischen Verhältnisse der verschiedenen Theile, an fich sowohl als in der Uebereinstimmung zum gesammten Ganzen, verdienen großes Lob, und es möchte schwerlich ein anderes römisches Monument sich dem Auge gefälliger und zierlicher darstellen.

Ueber die Zeit, wann das Werk errichtet worden, giebt weder die Inschrift Auskunft, nocy läßt sich dieselbe aus andern Nachrichten genau bestimmen; jedoch scheint die reiche Fülle der Zierrathen und Bilder, woinit es gleichsam überdeďt ist, so wie der Geschmack, in weldiem sie gearbeitet sind, auf die Zeit der Antonine hinzudeuten.

Die verzierten Bilder sind gemischter Art, theils Darstellungen aus dem wirklichen Leben, auf Stand, Geschäfte, Verwaltung und Pflichten derer, denen das Denkmal errichtet worden, sich beziehend, theils der Götter - und Heldensage angehörend.

Die vor uns befindliche bronzene Copie ist mit ausnehmender Sorgfalt gemacht; den Styl der Antike, gefälligen Geschmack und angemessene Hiltung erkennt man überall nicht nur in den unzähligen, flach erhobenen, doc; immer hinreichend deutlich gearbeiteten Figuren, sondern auch in den Blätterverzierungen der Gesimse. Der nachbildende Künstler hat seinen Fleiß dergestalt weit getrieben, daß bloß verwitterte Stellen des Monuments deutlich von solchen Beschädigungen zu unterscheiden sind, die es durchy Menschenhände gewaltsam erlitten, ia daß sogar eine Anzahl neu eingefügter Steine ohne Sdywierigkeit zu erkennen sind.

Auch der Afguß verdient großes Lob; er ist ungemein reinlich, und ohne sichtbare Spuren späterer Nachhülfe.

An die Künstler Heinrich Zumpft und 6. Osterwald,

Verfertiger der bronzenen Abbildung.

Bei dem erfreulichen Anblick des mir übersendeten löblidhen Kunstwerkes eilte ich zuvörderst mich jener Zeit zu erinnern, in weldher mir es, und zwar unter fehr bedenklichen Umständen, zuerst bekannt geworden. Ich sudyte die Stelle meines Tagebud;s, der Campagne 1792, wieder auf und füge sie hier bei, als Anleitung zu demjenigen, was ich jetzt zu äußern gedenke.

Den 23. August 1792. „Auf dem Wege von Trier nadı Luremburg erfreute midy bald das Monument in der Nähe von Igel. Da mir bekannt war, wie glüdlich die Alten ihre Gebäude und Denkmäler zu setzen wußten, warf ich in Gedanken sogleich die sämmtlichen Dorfhütten weg, und nim stand es an dem würdigsten Plaße. Die Mosel fließt unmittelbar vorbei, mit welcher sidy gegenüber ein ansehnliches Wasser, die Saar, verbindet; die Krümmung der Gewässer, das Auf- und Absteigen des Erdreichs, eine üppige Vegetation geben der Stelle Lieblichkeit und Würde.

„Das Monument felbft könnte man einen ardjitektonisch-plastisdı verzierten Obelisk nennen. Er steigt in verschiedenen, künstlerisch über einander gestellten Stockwerken in die Höhe, bis er sich zuletzt in einer Spitze endigt, die mit Schuppen ziegelartig verziert ist, und mit Kugel, Schlange und Adler in der Luft sich abschloß.

„Möge irgend ein Ingenieur, welchen die gegenwärtigen Kriegsläufte in diese Gegend führen und vielleidht eine Zeit lang festhalten, sich die Mühe nicht verdrießen lassen das Denkmal auszumessen und, in sofern er Zeidyner ist, auch die Figuren der vier Seiten, wie sie nods kenntlich sind, uns überliefern und erhalten.

„Wie viel traurige bildlose Obelisken sah ich nid)t zu meiner Zeit

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