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Maß zu bewundern. Es war nach den unaushörlichen beispiellosen Regengüssen des Sommers, ja selbst nach den Regengüssen des vorigen Tages auch nicht eine Spur von Feuchtigkeit aus allen den ossenen Stiegen, Gewölben, Gängen und Bühnen zu entdecken.

Man sieht leicht ein, wie eng diese Einrichtung des Wasserlauss mit der ursprünglichen Anlage solcher Gebäude zusammenhängt und wie hingegen die Blei- und Kupserbedeckung für alle die mannichsaltigen, viele Winkel darbietenden Theile nicht ausreichen, sondern wegen des ewigen Flickwerks in vielen Fällen nur Veranlassung zu großem nutzlosem Kostenauswand geben kann.

Der Kölner Dom bietet hierüber Ersahrungen genug dar; man wird darum bei Herstellung desselben jene in Straßburg besolgte, sür die Erhaltung so höchst zweckmäßige Weise ohne Zweisel desto mehr beherzigen.

Den Freunden des Alterthums muß es sehr angenehm seyn zu vernehmen , daß sür dieses und andere Denkmale am Niederrhein bereits die ersten nothwendigsten Maßregeln getroffen sind.

Die im vorigen Sommer mit in dieser Hinsicht unternommene Reise des geheimen Oberbauraths Schinkel war hier von sehr günstigem Einfluß. Die Regierung hat vor der Haud eine beträchtliche Summe zur Ausbesserung eines großen gesährlichen Bauschadens am Dachstuhl des Kölnischen Doms bewilligt, und die Arbeiten sind schon in vollem Gang.

Außerdem ist zur Niederlegung einer neben dem Dom stehenden versallenen Kirche Besehl gegeben, wodurch eine sreiere Ansicht gerade des vollendeten Theils jenes Denkmals gewonnen wird. Dann sorgte man auch sür die Rettung der gleichzeitig mit dem Kölner Dom und nach einem ähnlichen, aber verkleinerten Plan gebauten Abteikirche Altenberg in der Nähe von Köln. Eine Feuersbrunst hatte vor kurzem dieß schöne, ganz vollendete Gebäude seines Dachwerks beraubt. Man war einstweilen aus die nothdürstigste Bedeckung bedacht, und hosft im Laus des Jahres ein neues Dach herstellen zu können.

Anderseits bemüht man sich in Trier sorgsam sür die dortigen bedeutenden römischen Alterthümer; und mehr oder weniger zeigt sich in dieser Hinsicht an vielen Punkten der niederrheinischen Länder die schützende Hand einer wohlwollenden Regierung, von welcher Kunst- uud Vaterlandssreunde die Ersüllung ihrer gerechten Wünsche nicht vergebens erwarten werden.

Wir können diese Nachricht nicht schließen, ohne noch ein Wort in Bezug aus den Straßburger Münster beizusügen.

Wir bemerkten mit großer Freude, wie sorgsältig dieß wunderwürdige Werk in Ehren gehalten wird; desto mehr aber besremdete uns, dieß nicht aus die Ruhestätte des großen Meisters ausgedehnt zu finden, welchem das Gebäude seine Entstehung verdankt.

Die außen an einem Pseiler bei der Sacristei angebrachte Grabschrift des Erwin von Steinbach ist nämlich durch eine kleine Kohlenhütte verdeckt, und man sieht mit Unwillen die Züge eines Namens von den Anstalten zu den Rauchsässern verunreinigt, welchem vor vielen andern Sterblichen der Weihrauch selbst gebührte.

Mochten doch die so sehr ruhmwürdigen Stadtbehörden und Vorsteher des Münsterbaues dieser leicht zu hebenden Verunehrung ein Ende machen, und den Ort anständig einsassen, oder die Jnschristen herausnehmen und an einem bessern Ort im Jnnern des Gebäudes, etwa beim Eingang unter den Thürmen ausstellen lassen.

Aus diese Weise ersahren wir nach und nach durch die Bemühungen einsichtiger, thätiger junger Freunde, welche Anstalten und Vorkehrungen sich nöthig machten, um jene ungeheuern Gebäude zu unternehmen, wo nicht auszusühren.

Zugleich werden wir belehrt, in welchem Sinn und Geschmack die nördlichere Baukunst vom achten bis zum sünszehnten Jahrhundert sich entwickelte, veränderte, aus einen hohen Grad von Trefflichkeit, Kühnheit, Zierlichkeit gelangte, bis sie zuletzt durch Abweichung und Ueberladung, wie es den Künsten gewöhnlich geht, nach und nach sich verschlimmerte. Diese Betrachtungen werden wir bei Gelegenheit der Moller'schen Heste, wenn sie alle beisammen sind, zu unserer Genugthuung anstellen können. Auch schon die vier, welche vor uns liegen, geben ersreuliche Belehrung. Die darin enthaltenen Taseln sind nicht numerirt; am Schlusse wird erst das Verzeichnis; solgen, wie sie nach der Zeit zu legen und zu ordnen sind.

Schon jetzt haben wir dieses vorläufig gethan und sehen eine Reihe von sechs Jahrhunderten vor uns. Wir legten dazwischen was von Grundund Ausrissen ähnlicher Gebäude zu Handen war, und finden schon einen Leitsaden, an dem wir uns gar glücklich und angenehm durchwinden können. Sind die Moller'schen Hefte dereinst vollständig, so kann jeder Liebhaber sie aus ähnliche Weise zum Grund einer Sammlung legen, woran er sür sich und mit andern über diese bedeutenden Gegenstände täglich mehr Ausklärung gewinnt.

Alsdann wird, nach abgelegten Vorurtheilen, Lob und Tadel gegründet seyn, und eine Vereinigung der verschiedensten Ansichten aus der Geschichte aus einander solgender Denkmale hervorgehen.

Auch muß es deßhalb immer wünschenswerther seyn, daß das große Werk der Herren Boisser6e, den Dom zu Köln darstellend, endlich erscheine. Die Taseln, die schon in unsern Händen sind, lassen wünschen, daß alle Liebhaber bald gleichen Genuß und gleiche Belehrung finden mögen.

Der Grundriß ist bewundernswürdig und vielleicht von keinem dieser Bauart übertroffen. Die linke Seite, wie sie ausgesührt werden sollte, giebt erst einen Begriss von der ungeheuern Kühnheit des Unternehmens. Dieselbe Seitenansicht, aber nur so weit als sie zur Aussührung gelangte, erregt ein angenehmes Gesühl, mit Bedauern gemischt. Man sieht das unvollendete Gebäude aus einem sreien Platz, indem die Darsteller jene Reihe Häuser, welche niemals hätte gebaut werden sollen, mit gutem Sinne weggelassen. Daneben war es gewiß ein glücklicher Gedanke, die Bauleute noch in voller Arbeit und den Krahnen thätig Vorzustellen, wodurch der Gegenstand Leben und Bewegung gewinnt.

Kommt hierzu nun serner das Facsimile des großen Originalausrisses, welchen Herr Moller gleichsalls besorgt, so wird über diesen Theil der Kunstgeschichte sich eine Klarheit verbreiten, bei der wir die in allen Landen ausgesührten Gebäude solcher Art, srüher und späterer Zeit, gar wohl beurtheilen können; und wir werden alsdann nicht mehr die Producte einer wachsenden, steigenden, den höchsten Gipsel erreichenden und sodann wieder verfinkenden Kunst vermischen und eins mit dem andern entweder unbedingt loben oder verwersen.

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Zu unserer großen Beruhigung ersahren wir, daß man daselbst eine ansehnliche Stiftung zu gründen beschäftigt sey, wodurch es aus lange Jahre möglich wird den Dom wenigstens in seinem gegenwärtigen Zustande zu erhalten.

Auch ist durch Vorsorge des Herrn Generalgouverneurs Grasen von Solms-Laubach die Wallrafische Sammlung in das geräumige Jesuitengebäude gebracht, und man sieht einer methodischen Ausstellung und Katalogirung derselben mit Zutrauen entgegen.

Und so wären denn zwei bedeutende Wünsche aller deutschen Kunstsreunde schon in Ersüllung gegangen.

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dem dritten September 1625 gewidmet,

o»m Vbcrblludireltor Coudrlly geHeichnel, gcst«chen >>«m HofKupstrslecher Schwerzgeburtli.

Das seltene und mit dem reinsten Enthusiasmus geseierte Fest der sünszigjährigen Regierung des Großherzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach königlichen Hoheit zu verherrlichen, sühlten auch die Künste eine besondere Verpflichtung; unter ihnen that sich die Baukunst hervor, in einer Zeichnung, welche, nunmehr in Kupserstich gesaßt, dem allgemeinen Anschauen übergeben ist.

Zu seiner Darstellung nahm der geistreiche Künstler den Anlaß von jenen antiken Prachtgebäuden, wo man zonenweise, Stockwerk über Stockwerk, in die Höhe ging und, den Durchmesser der Area nach Stusenart zusammenziehend, einer Pyramiden- oder sonst zugespitzten Form sich zu nähern trachtete. Wenig ist uns davon übrig geblieben, von dem Trizonium des Quintilius Varus nur der Name, und was wir noch von dem Septizonium des Severus wissen, kann unsere Billigung nicht verdienen, indem es vertical in die Höhe stieg und also dem Auge das Gesühl einer gesorderten Solidität nicht eindrücken konnte.

Bei unserm Pentazonium ist die Anlage von der Art, daß erst aus einer gehörig sesten Rustica-Basis ein Säulengebäude dorischer Ordnung errichtet sey, über welchem abermals ein ruhiges Massiv einer jonischen Säulenordnung zum Grunde dient, wodurch denn also schon vier Zonen absolvirt wären, woraus abermals ein Massivaussatz solgt, aus welchem korinthische Säulen, zum Tempelgipsel zusammengedrängt, den höhern Abschluß bilden.

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