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von Stein abzwone daß der Anbieter id teinen Namen

Mögen die Unternehmungen dieses eben so einsichtigen als thätigen Mannes möglichst vom Publicum begünstigt werden: denn mit solchen Dingen sich zu beschäftigen ist an der Zeit, die wir zu benußen haben, wenn für uns und unsere Nachkommen ein vollständiger Begriff hervorgehen soll.

Und so müssen wir denn gleiche Aufmerksamkeit und Theilnahme dem wichtigen Werke der Gebrüder Boisserée wünschen, dessen erste Lieferung wir früher schon im allgemeinen angezeigt.

Mit aufrichtiger Theilnahme sehe ich nun das Publicum die Vortheile genießen, die mir seit dreizehn Jahren gegönnt sind, denn so lange bin ich Zeuge der eben so schwierigen als anhaltenden Arbeit der Boifferée’schen Verbündeten. Mir fehlte es nicht diese Zeit her an Mittheilung frisch gezeichneter Risse, alter Zeichnungen und Kupfer, die sich auf solche Gegenstände bezogen; besonders aber wichtig waren die Probedrüde der bedeutenden Platten, die sich durch die vorzüglichsten Kupferstecher ihrer Vollendung näherten.

So schön mich, aber auch dieser frische Antheil in die Neigungen meiner frühern Jahre wieder zurüc verseßte, fand ich doch den größten Vortheil bei einem kurzen Besuche in Köln, den ich an der Seite des Herrn Staatsministers von Stein abzulegen das Glück hatte.

Ich will nicht läugnen, daß der Anblick des Kölner Doms von außen eine gewisse Apprehension in mir erregte, der ich keinen Namen zu geben wüßte. Hat eine bedeutende Ruine etwas Ehrwürdiges, ahnen, sehen wir in ihr den Conflict eines würdigen Menschenwerks mit der stilmächtigen, aber auch alles nicht achtenden Zeit, so tritt uns hier ein Unvollendetes, Ungeheures entgegen, wo eben dieses Unfertige uns an die Unzu= länglichkeit des Menschen erinnert, sobald er sich unterfängt etwas Uebergroßes leisten zu wollen.

Selbst der Dom inwendig mocht uns, wenn wir aufrichtig seyn wollen, zwar einen bedeutenden, aber doch unharmonischen Effect; nur wenn wir ins Chor treten, wo das Vollendete uns mit überraschender Harmonie anspricht, da erstaunen wir fröhlich, da erschrecken wir freudig, und fühlen unsere Sehnsucht mehr als erfüllt.

Ich aber hatte mich längst schon besonders mit dem Grundriß beschäftigt, viel darüber mit den Freunde: verhandelt, und so konnte ich, da beinahe zu allem der Grund gelegt ist, die Spuren der ersten Intention an Ort und Stelle genau verfolgen. Eben so halfen mir die Probedrücke der Seitenansicht und die Zeichnung des vordern Aufriffes einigermaßen

sehen

das Bild in meiner Seele auferbauen; dodj blieb das, was fehlte, immer noch so übergroß, daß man sich zu dessen Höhe nicht aufschwingen konnte.

Jetzt aber, da die Boisserée’sche Arbeit sich ihrem Ende naht, Abbildung und Erklärung in die Hände aller Liebhaber gelangen werden, ießt hat der wahre Kunstfreund aud in der Ferne Gelegenheit sich von dem höchsten Gipfel, wozu sich diese Bauweise erhoben, völlig zu überzeugen; da er denn, wenn er gelegentlich sich als Reisender jener wunder samen Stätte nähert, nicht mehr der persönlichen Empfindung, dem trüben Vorurtheil oder, im Gegensatz, einer übereilten Abneigung rich hingeben, fondern als ein Wissender und in die Hüttengeheimnisse Eingeweihter das Vorhandene betrachten und das Vermißte in Gedanken erseßen wird. Ich wenigstens wünsche mir Glück zu dieser Klarheit nach fünfzigjährigem Streben durch die Bemühungen patriotisch gesinnter, geistreicher, emsiger, unermüdeter junger Männer gelangt zu seyn.

Daß ich bei diesen erneuten Studien deutscher Baukunst des dreizehnten Fahrhunderts öfters meiner frühern Anhänglichkeit an den Straßburger Münster gedachte, und des damals, 1772, im ersten Enthusiasmus verfaßten Drudbogens mich erfreute, da ich mich desselben beim spätern Lesen nicht zu schämen brauchte, ist wohl natürlich: denn ich hatte doch die in= nern Proportionen des Ganzen gefühlt, ich hatte die Entwicklung der einzelnen Zierrathen eben aus diesem Ganzen eingesehen, und nach langem und wiederholtem Anschauen gefunden, daß der eine hoch genug auferbaute Thurm doch seiner eigentlichen Vollendung ermangele. Das alles traf mit den neueren Ueberzeugungen der Freunde und meiner eigenen ganz wohl überein, und wenn jener Aufsat etwas Amphigurisches in seinem Styl bemerken läßt, so mödyte es wohl zu verzeihen seyn, da wo etwas Unaussprechliches auszusprechen ist.

Wir werden noch oft auf diesen Gegenstand zurückkommen, und schließen hier dankbar gegen diejenigen, denen wir die gründlichsten Vor- . arbeiten schuldig sind, Herrn Moller und Büsching, jenem in seiner Auslegung der gegebenen Kupfertafeln, diesem in dem Versuch einer Einleitung in die Geschichte der altdeutschen Baukunst; wozu mir denn gegenwärtig als erwünschtes Hülfsmittel die Darstellung zu Handen liegt, welche Herr Sulpiz Boifferée als Einleitung und Erklärung der Kupfertafeln mit gründə licher Kenntniß aufgesegt hat.

Herftellung des Straßburger Münsters.

1816.

Während die Wünsche der Kunst- und Vaterlandsfreunde auf dieErhaltung und Herstellung der alten Baudenkmale am Niederrhein gerichtet sind und man über die dazu erforderlichen Mittel rathschlägt, ist es höchst erfreulich und lehrreich zu betrachten, was in der Hinsicht am Oberrhein für den Münster zu Straßburg geschieht.

Hier wird nämlich schon seit mehreren Jahren mit großer Thätigkeit und glüdlichem Erfolg daran gearbeitet, die durch Vernachlässigungen und Zerstörungen der Revolution entstandenen Schäden auszubessern.

Denn ist freilich der Vorschlag der Gleichheitsbrüder, den stolzen Münster abzutragen, weil er sich über dié elenden Hütten der Menschen erhebt, in jenen Zeiten nicht durchgegangen, so hat doch die bilder- und wappenstürmende Wuth dieser Fanatiker die vielen Bildwerke an den Eingängen, ja sogar die Wappen der bürgerlichen Stadtvorgesegten und Baumeister oben an der Spiße des Thurms keineswegs verschont.

Es würde zu weitläufig seyn alles anzuführen, was durch diese und andere muthwillige frevelhafte Zerstörungen, und wieder was in Folge derselben das Gebäude gelitten lat.

Genug, man beschäftigt sich jegt unausgefegt damit, alles nach und nach auf das sorgfältigste wiederherzustellen. So ist bereits das bunte Glaswerk der großen, über 40 Fuß weiten Rose wieder in neues Blei gesegt; so sind eine Menge neue Platten und steinerne Rinnen gelegt, durchbrochene Geländer, Pfeiler, Baldachine und Thürmchen nach alten Mustern erset worden. Die fast lebensgroßen Equesterstatuen der Könige Chlodowig, Dagobert und Rudolph von Habsburg sind, ganz neu verfertigt,

mit vieler Mühe und Kosten wieder an den großen Pfeilern bei der Rose aufgestellt. Und auch an den Eingängen kehren nun von den hundert und aberhundert Bildwerken schon manche nach alten Zeichnungen ausgeführte an ihre Stelle zurück.

Man erstaunt billig, daß alle diese eben so viel Uebung und Geschidlichkeit als Aufwand erfordernden Arbeiten in unsern Tagen zu Stande kommen; und man begreift es nur, wenn man die weise Einrichtung der noch von Alters her für den Straßburger Münster bestehenden Baustiftung und Verwaltung kennt.

Schon im dreizehnten Jahrhundert waren die zum Bau und Interhalt dieses großen Werks bestimmten Güter und Einkünfte von den rein geistlichen Zwecken gehörigen getrennt und der Obhut der Stadtvorgeseßten anvertraut worden. Diese ernannten einen eigenen Schaffner und wählten aus ihrer Mitte drei Pfleger, worunter immer ein Stadtmeister seyn mußte, beides zur Verwaltung der Einnahme und Ausgabe, so wie zur Aufsicht über den Werkmeister, als welcher, vom Rath bloß zu diesem Zwed geseßt und von der Stiftung befoldet, wieder den Steinmeßen und Werkleuten in der Bauhütte vorstand.

Auf diese Weise wurde die Sorge für den Münster eine städtische Angelegenheit; und dieß hatte vor vielen andern Vortheilen die überaus glückliche Folge, daß die beträchtlichen Güter und Gelder der Stiftung als Gemeindeeigenthum selbst in der verderblichsten aller Staatsumwälzungen gerettet werden konnten.

Audy mußte eine Verwaltung, von welcher alle Jahre öffentlich Rechenschaft abgelegt wurde, nothwendig das größte Vertrauen einflößen, und immerfort neue Wohlthäter und Stifter zu Gunsten eines prachtvollen Denkmals gewinnen, welches eine zahlreiche vermögende Bürgerschaft großentheils als ihr eigenes betrachten durfte.

Daher sah sich denn die Anstalt im Stande, nicht nur die gewöhnlichen, sondern auch außerordentliche Bedürfnisse, wie z. B. nach einer großen Feuersbrunst in der Mitte des vorigen Jahrhunderts die sehr beträchtlichen Kosten neuer Bedachung und vielfachen damit zusammenhängenden reich verzierten Steinwerks zu bestreiten, ja vor wenigen Jahren noch sogar eine große Summe zum Ankauf von Häusern zu verwenden, welche niedergerissen wurden, um dem Gebäude einen weitern offenern Zugang zu verschaffen,

Mit den Geldmitteln aber wurden nun zugleich auch die Kunst- und Handwerksmittel mannichfach erhalten; denn der alte Gebrauch, die Steinmeßenarbeit im Taglohn fertigen zu lassen, blieb bei diesem Gebäude stets bestehen, und man widy in der Herstellung der beschädigten Theile nie von der ursprünglichen Gestalt und Construction ab.

Gerade aus diesem Grunde bedurfte man besonders geübte und geschickte Werkleute, und diese bildeten sich dann auch immer von selbst, einer durch den andern, weil die Arbeit nie ausging.

Zudem blieben die einmal in dieser Bauart geübten Leute gern an einem Ort, wo sie zu allen Jahreszeiten auf sichern anständigen Lohn zählen konnten. Endlich ist der Straßburger Münster auch nicht das einzige Denkmal in Deutschland, bei welchem sich solche vortreffliche Einrichtung erhalten hat, sondern es besteht nach dem Beispiel derselben eine ähnliche, gleichfalls unter städtischer Verwaltung, beim Münster zu Freiburg im Breisgau und bei St. Stephan in Wien, vielleicht auch noch anderwärt8, ohne daß es uns bekannt geworden.

Hier hätten wir also im eigenen Vaterlande hinlänglich Muster für Erhaltungsanstalten und Pflanzschulen, aus welchen wir fähige Arbeiter zur Herstellung unserer in Verfall gerathenen großen Baudenkmale ziehen könnten; und wir brauchten nicht unsere Zuflucht nach England zu nehmen, wo freilich seit einer Reihe von Fahren für Erhaltung und Herstellung der Gebäude dieser Art am meisten geschehen ist.

Die neuen Arbeiten am Straßburger Münster lassen wirklich weder in Rücksicht der Zweckmäßigkeit, noch der schönen treuen Ausführung irgend etwas zu wünschen übrig. Ganz besonders aber muß der treffliche Stand und die Ordnung gerühmt werden, worin hier alles zur Bededung und zum Wasserlauf dienende Steinwerk gehalten wird.

Außer den Dädern ist nicht eine Hand breit Kupfer oder Blei zur Bedeđung angewandt. Alle die vielen Gänge und Rinnen findet man von Stein verfertigt und die große Terrasse, ja sogar sämmtliche Gewölbe in den beiden Thürmen, welche wegen den offenen Fenstern der Witterung ausgesetzt, sind mit Platten belegt. Dieß Steinwerk ist nun alles abschüssig und so sorgfältig zugerichtet, daß nirgends ein Tropfen Wasser stehen bleiben kann; und wie nur ein Stein schadhaft wird, ersekt man ihn durch einen neuen. Im September des vorigen Jahres hatten wir Gelegenheit den großen Nugen dieser weisen Vorkehrung im vollsten

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