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Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker,

Aus Vesehl des Ministers snr Handel, Gewerbe und Bauwesen herausgegeben

von der technischen Deputation der Gewerbe. Berlin, 1821. Drei Abtheilmigcn.

(Nicht im Handel.)

Wenn die Künste aus einem einsachen Naturzustande oder aus einer barbarischen Verderbniß nach und nach sich erheben, so bemerkt man, daß sie stusenweise einen gewissen Einklang zu erhalten bemüht sind; deßwegen denn auch die Producte solcher Uebergangszeiten im Ganzen betrachtet, obgleich unvollkommen, uns doch eine gewisse Zustimmung abgewinnen.

Ganz unerläßlich aber ist die Einheit aus dem Gipsel der Kunst: denn wenn der Baumeister zu dem Gesühl gelangt, daß seine Werke sich in edlen einsachen saßlichen Formen bewähren sollen, so wird er sich nach Bildhauern umsehen, die gleichmäßig arbeiten. An solchen Verein wird der Maler sich anschließen, und durch sie wird Steinhauer, Erzgießer, Schnitzwerker, Tischler, Töpser, Schlosser und wer nicht alles geleitet, ein Gebäude sördern helsen, das zuletzt Sticker und Wirker als behagliche Wohnung zu vollenden gesellig bemüht sind.

Es giebt Zeiten, wo eine solche Epoche aus sich selbst erblüht; allein nicht immer ist es räthlich die Endwirkung dem Zusall zu überlassen, besonders in Tagen wo die Zerstreuung groß ist, die Wünsche mannichsach, der Geschmack vielseitig. Von oben herein also, wo das anerkannte Gute versammelt werden kann, geschieht der Antrieb am sichersten; und in diesem Sinne ist obgenanntes Werk unternommen, und zur Bewunderung vorwärts gesührt, aus Besehl und Anordnung des königl. preußischen Staatsministers Herrn Grasen von Bülow Efcellenz.

Jm Vorbericht des Herrn Beuth ist ausgesprochen, daß der Techniker, in sosern er seiner Arbeit die höchste Vollendung giebt, alles Lob verdiene, daß aber ein Werk erst vollkommen besriedige, wenn das Ausgearbeitete, auch in seinen ersten Anlagen, seinen Grundsormen wohl gedacht und dem wahren Kunstsinn gemäß ersunden werde.

Damit also der Handwerker,'der nicht, wie der Künstler, einer weitumsassenden Bildung zu genießen das Glück hat, doch sein hohes Ziel zu erreichen crmuthigt und gesördert sey, ward vorliegendes Werk unternommen, den Kunstschulen der ganzen preußischen Monarchie als Muster vor Augen zu bleiben. Es wird diejenigen, die es von Jugend aus ansichtig sind, gründlich belehren, so daß sie unter den unzählbaren Resten der alten Kunst das Vorzüglichste ausfinden, wählen, nachbilden lernen, sodann aber in gleichem Sinne, woraus alles ankommt, selbst hervorzubringen sich angeregt sühlen.

Ein Werk wie dieses wäre nun durch mercantilische Speculation schwer zu sördern: es gehörte dazu königliche Munificenz, einsichtige, kräftige, anhaltende, ministerielle Leitung; sodann müßten gelehrte Kenner, eisrige Kunstsreunde, geist- und geschmackreiche Künstler, sertige Techniker, alle zusammen wirken, wenn ein solches Unternehmen begonnen werden und zur Vollendung desselben gegründete Hossnung erscheinen sollte.

Genannt haben sich, als Zeichner zugleich und Kupserstecher Manch, Moses und Funke, als Kupserstecher Sellier, Wachsmann, Lesnier, Ferdinand Berger jun., und bei Einem Blatte Anderloni als leitender Meister. Als Kupserdrucker nennt sich Prstre. Wenn nun der vorzüglichen Reinlichkeit und Zierlichkeit, welche Zeichner und Kupserstecher an diesem Werk bewiesen, rühmlich zu gedenken ist, so verdient endlich auch die große Sauberkeit des Abdrucks billige Anerkennung, zumal da mehrere Blätter mit zwei Platten gedruckt sind. Ungemein sauber, nach der in England ersundenen Weise, in Holz geschnitten erscheint serner aus dem Haupttitelblatt der preußische gekrönte Adler, Reichsapsel und Scepter haltend. Ein gleiches ist von den großen Buchstaben der sämmtlichen Ausschristen zu sagen, welche mit Sinn und Geschmack älteren deutschen Schriftzügen nachgebildet worden. Mit Vergnügen finden wir sodann bemerkt, daß Herr Geheimer Oberbaurath Schinkel auch in das Unternehmen mit Geist und Hand eingreist.

Und so liegen denn vor uns in gr. Fol. Format mehrere Platten des Ganzen, das in drei Abtheilungen bestehen wird. Von der ersten, welche architektonische und andere Verzierungen enthalten soll, bewundern wir acht Blätter; von der zweiten, Geräthe, Gesäße und kleinere Monumente vorstellend, süns; von der dritten, Verzierungen von Zeugen und sür die Wirkerei insbesondere vier Blätter, oder vielmehr sechs, weil zwei einmal schwarz und einmal colorirt vorhanden.

Der Text kl. Fol. Format, gleichsalls höchst elegant gedruckt, enthält kurz und klar nöthige Anleitung, Andeutung, Hinweisen aus elementare, theoretische Grundsätze, welche, einmal gesaßt, zu serneren Fortschritten sichern Weg bahnen.

Uns aber bleibt nichts zu wünschen übrig, als von Zeit zu Zeit vom Wachsen und Gedeihen eines so wichtigen und einslußreichen Werkes Zeuge zu werden.

Programm zur Prüsnng der Zöglinge der Vewerb schule,

von Direcwr Kl »den. Berlin 1828.

Schon mehrere Jahre bewundern und benutzen wir die durch Herrn Beuth heransgegebenen Musterblätter, welche mit so viel Einsicht als Auswand zum Vortheil der preußischen Gewerbschulen verbreitet worden; nun ersahren wir, daß abermals 37 Kupsertaseln sür Zimmerleute, 9 Vorlegeblätter sür angehende Mechaniker, beide Werke mit Text, ausgegeben werden. Gedachtes Programm belehrt uns von der umsassenden Sorgsali, womit jener Staat sich gegen die unaushaltsam sortstrebende Technik unserer Nachbarn ins Gleichgewicht zu stellen trachtet, und wir haben die Wirksamkeit eines solchen Unterrichts auch an einigen der Unsern ersahren, welche man dort gastlich auszunehmen die Geneigtheit hatte.

Jn der Kürze, wie wir uns zu sassen genöthigt sind, dürsen wir sodann aussprechen, daß von jenen Anstalten um desto mehr zu hossen ist, als sie auch aus Kunst gegründet sind; denn nur dadurch kann das Handwerk immer an Bedeutung wachsen, ^indem es alles und jedes hervorzubringen in Stand gesetzt, zu dem Nützlichen durchaus besähigt wird, verherrlicht es sich selbst, wenn es nach und nach auch das Schöne zu ersassen, solches auszudrücken und darzustellen sich kräftig beweist.

Jn Berlin ist nunmehr eine so große Masse guten Geschmacks, daß der salsche Noth haben wird sich irgend hervorzuthun; und eben jene Gewerbsanstalt, aus höhere Kunstanstalten gegründet, selbst höhere Kunstanstalt, ist durchaus in dem Falle den reinern Sinn durch vollendete technische Darstellung zu begünstigen.

Verzeichnis

der geschnittenen Steine in dem königlichen Museum der Alterthümer zu Berlin.

1827.

Unter vorstehendem Titel ist eine im Auszug abgesaßte deutsche Uebersetzung der von Winckelmann sranzösisch herausgegebenen: vLücrlption cle8 pierrez ßr»vse8 6u leu L»ron 6e 8to8cK. klorence t?H9, erschienen, nach welcher gegenwärtig noch die ganze Sammlung der Originale geordnet ist, und ihr zusolge auch die Sammlung der davon genommenen Abdrücke, welche von Carl Gottlieb Reinhardt gesertigt worden und in zierlichen Kasten, aus das schicklichste angeordnet, zu nicht geringer Erbauung vor uns stehen.

Der große Werth geschnittener Steine überhaupt ist so allgemein anerkannt, daß hiervon etwas zu sagen als überflüssig angesehen werden möchte. Nicht allein von dem kunstkennenden, sühlenden höhern Alterthum wurden sie geschätzt, gebraucht, gesammelt, sondern auch zu einer Zeit, wo es nur aus Pracht und Prunk angesehen war, als Juwel betrachtet, und so wurden sie ganz zuletzt, ohne Rücksicht aus die eingegrabene Darstellung, zur Verzierung der heiligen Schreine, womit hochverehrte Reliquien umgeben sind, in Gesellschast anderer Edelsteine, verwendet; wie denn in einem solchen die Gebeine der heiligen drei Könige zu Köln verwahrt werden, ungeachtet so manchen Glückswechsels.

Von der größten Mannichsaltigkeit ist serner der Nutzen, den der Kunstsreund und Alterthumssorscher daraus zu ziehen vermag. Hiervon werde nur Ein Punkt hervorgehoben. Die Gemmen erhalten uns das Andeuken verlorener wichtiger Kunstwerke. Der höhere gründliche Sinn der Alten verlangte nicht immer ein anderes, neues, nie gesehenes Gebilde,

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