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das sich ersreut Porträte und National-Physiognomien daraus zu sinden, das sich die Geschichte vorerzählt oder erzählen läßt, und das Symbolische, das dergleichen Kunstwerke immer behalten, doch zuletzt erklärlich und saßlich findet.

Es stellt nun diese reich ausgestattete Tasel den nach einem zaudernden unentschiedenen Feldstreit kühn beschlossenen Marsch nach Paris vor. Die Ungewißheit, worin das Kriegsschicksal bisher schwebte, wird durch einen Fragenden angedeutet, welcher sich bei einem Begegnenden erkundigt, in wiesern hier abermals von einem Marsch und Gegenmarsch die Rede sey? Er wird berichtet, daß das große Unternehmen seiner Entscheidung entgegensehe. Jn der Mitte ist anmuthig und natürlich ein Bivouac angebracht; man schläft und ruht, man siedet und liebelt, als wenn die ungeheuern Kriegswogen nicht umher brausten und strömten. Die Reiterei strebt um diesen Mittelpunkt herum, von schlechtem Boden aus die Chaussee, wird aber wieder herab beordert, um der Jnsanterie Platz zu machen. Das Aus- und Abstrebende dieser Massen giebt nun dem .Ganzen eine symmetrische gleichsam Cirkelbewegung, indeß die Jnsanterie und Artillerie im Grunde horizontal einherzieht. Am Ende zur rechten Seite der Zuschauer steht, an das Pserd gelehnt, ein meisterlicher Mann, dießmal die Lanze in der Hand, einen jüngern belehrend; am entgegengesetzten Ende zur Linken liegt, wohlgebildet, halb nackt, ein Erkrankter oder Tooter, damit die Erinnerung an Gesahr und Leiden mitten in diesem Lebensgewühl nicht sern bleibe.

Gewiß sind aus den drei übrigen Basreliess correspondirende, zum Ganzen sich einende Darstellungen mannichsaltig ausgesührt. Es ist nicht möglich ein anmuthigeres Räthsel auszustellen. Ossenbar erkennt man absichtliche Porträte; und wie viele mögen sich noch daraus vermuthen und ahnen lassen! Warum sollte ein damals Mitwirkender nicht sich selbst erkennen, oder warum nicht ihn ein Freund, besonders wenn die Montur oder irgend eine Abzeichnung die Vermuthung unterstützt? Jn diesem Sinne wünschten wir wohl selbst umherzugehen, um den ganzen Verlaus gehörig zu betrachten und zuerst und zuletzt jenem vorwärts herrschenden Helden unsere Verehrung mitzubezeigen.

Vranitarbeiten in Verlin.
1828.

Die Granitgeschiebe Mannichsaltiger Art, welche sich bald mehr, bald weniger zahlreich in den beide n Marken beisammen oder vertheilt finden, wurden seit ungesähr acht Jahren bearbeitet und architektonisch angewendet, und der Werth dieser edlen Gebirgsart, wie sie von den Alten hochgeschätzt worden, auch nunmehr bei uns anerkannt. Der erste Versuch ward bei dem Piedestal von Luthers Standbilde gemacht; sodann versertigte man daraus die Postamente an der in Berlin neuerbauten Schloßbrllcke. Man sing nun an weiter zu gehen, große Geschiebe zu spalten und aus den gewonnenen Stücken Säulenschäfte zu bearbeiten, zugleich Becken von sechs Fuß Diameter; welches alles dadurch möglich ward, daß man sich zur Bearbeitung nach und nach der Maschine bediente. Die beiden Steinmetzmeister Nimm el und Trivvel haben sich bis jetzt in diesen Arbeiten hervorgethan. Piedestale, Grabmonumente, Schalen und dergleichen wurden theils aus Bestellung, theils aus den Kaus gesertigt.

Vorgemeldete Arbeiten waren meistens aus den Granitmassen, welche sich um Oderberg versammelt finden, gesertigt. Nun aber unternahm Herr Bauinsvcctor Cantian eine wichtigere Arbeit. Der große Granitblock aus dem Rauhischen Berge bei Fürstenwalde, der Markgrasenstein genannt, zog die Ausmerksamkeit der Künstler an sich, und man trennte von demselbigen solche Massen, daß eine sür das königliche Museum bestimmte Schale von 22 Fuß Durchmesser daraus gesertigt werden kann. Zum Poliren derselben wird man hinreichende Maschinen anwenden, und durch die Vervollkommnung derselben es dahin bringen, daß die zu edler Meublinmg so nothwendigen Tischplatten um einen billigen Preis können gesertigt werden.

Von allem diesem liegen umständliche Nachrichten in unsern Händen; wir enthalten uns aber solche abdrucken zu lassen, weil wir hossen können, daß das Berliner Kunstblatt uns hiervon nach und nach in Kenntniß setzen werde. Jndessen sügen wir zu näherem Verständniß des Vorhergehenden solgendes hinzu.

Der Markgrafen stein aus dem Rauhischen Berge bei Fürstenwalde , von Julius Schopve an Ort und Stelle gezeichnet und von Tempeltei lithogravhirt.

Es ist von nicht geringer Bedeutung, daß uns dieser Granitsels in seiner ganzen kolossalen Lage vor Augen erhalten wird, ehe man ihn, wie jetzt geschieht, zu obgedachten Arbeiten benutzte. Er liegt aus dem linken Spreeuser, sechs Meilen von Berlin auswärts, Fürstenwalde gegenüber, und, verhältnißmäßig zu jenen Gegenden hoch genug, bei 400 Fuß über der Meeressläche, und zwar nicht allein, sondern es sinden sich in dessen Nähe noch zwei andere, ein schon bekannter und ein erst neuerlich entdeckter. Der Gipsel der Rauhischen Berge, ungesähr dreihundert Schritte nördlich von dem Markgrasenstein, erhebt sich 450 Fuß über das Meer.

Das Dors liegt niedriger, auf einem lettenreichen Plateau, dessen Boden gegen den Fluß nicht allmählig abhängend ist, sondern ungesähr aus halbem Wege sehr bestimmt und schars über dem mittlern Wasserstand des Flusses absetzt. Die untere Ebene besteht aus ächt märkischem Sand; das linke User ist aus- und abwärts reich an kleineren Granitblöcken.

Diese Gegend ist höchst merkwürdig, da eine so bedeutende Höhe hier vorwaltet, und die Spree von ihrem Weg nach der Oder zu dadurch abgelenkt scheint.

Hierüber dürsen wir nun von Herrn Director Kl öden, in Fortsetzung seiner Beiträge zur mineralogischen und geognostischen Kenntniß der Mark Brandenburg, die sichersten Ausklärungen erwarten, wie wir ihn denn um Plan und Prosil jener Gegenden ersuchen möchten. Glücklich würden wir uns schätzen, wenn Granit hier wirklich in seiner Urlage anstehend gesunden würde, und wir uns der bescheidenen Auslösung eines bisher allzu stürmisch behandelten wichtigen geologischen Problems, näher gesührt sähen.

Plastische Anatomie

(Aus einem Schreiben an Herrn Geheimerath Beutb in Berlin vom 4. Februar

1832.)

Die Weimarischen Kunstsreunde ersreuen sich mit mir der herrlichen Wirkungen wohlangewendeter großer Mittel; ich aber, jene bedeutende Sendung dankbar anerkennend, möchte dergleichen Kräfte zu einem Zweck in Anspruch nehmen, der schon lange als höchst würdig und wünschenswert!) mir vor der Seele schwebt. Möge es Jhnen jedoch nicht wunderlich vorkommen, daß ich vorerst meine gedruckten Schristen ansühre: ich habe dort unter Parodoxie und Fabel gar manches versteckt oder problematisch vorgetragen, dessen srühere oder spätere Aussührung mir längst am stillen Herzen lag. Jn diesem Sinne wage ich also zu bitten, dasjenige nachzulesen, was ich im dritten Buch der Wanderjahre im 3. Capitel niedergeschrieben habe; ist dieses geschehen, so dars ich mich nicht wiederholen, sondern ganz unbewunden erklären, daß ich die Aussührung jener Halbfiction, die Verwirklichung jenes Gedankens ganz ernstlich von Ew. Hochwohlgeboren Mitwirkung zu hossen, zu erwarten mich längst gedrängt sühlte, nun aber gerade durch das Anschauen eines so schönen Gelingens mich veranlaßt sehe sie endlich als ein Gesuch auszusprechen.

Es ist von der plastischen Anatomie die Rede: sie wird in Florenz seit langen Jahren in einem hohen Grade ausgeübt, kann aber nirgends unternommen werden noch gedeihen, als da, wo Wissenschaften, Künste, Geschmack und Technik, vollkommen einheimisch, in lebendiger Thätigkeit sind. Sollte man aber bei Forderung eines solchen Locals nicht unmittelbar an Berlin denken, wo alles jenes beisammen ist und daher ein höchst wichtiges, sreilich complicirtes Unternehmen sogleich durch Wort und Willen ausgesührt werden könnte? Einsicht und Kräste der Vorgesetzten sind vorhanden; zur Aussührung Fähige bieten sich gewiß alsobald an.

Jn dieser wahrhast nationalen, ja ich möchte sagen, kosmopolitischen Angelegenheit ist mein unmaßgeblicher Vorschlag der. Man sende einen Anatomen, einen Plastiker, einen Gypsgießer nach Florenz, um sich dort in gedachter besondern Kunst zu unterrichten. Der Anatom lernt die Präparate zu diesem eigenen Zweck auszuarbeiten. Der Bildhauer steigt von der Oberfläche des menschlichen Körpers immer tieser ins Jnnere und verleiht den höhern Styl seiner Kunst Gegenständen, um sie bedeutend zu machen, die ohne eine solche Jdealnachhülse abstoßend und unersreulich wären. Der Gießer, schon gewohnt seine Fertigkeit verwickelten Fällen anzupassen, wird wenig Schwierigkeit sinden sich seines Austrags zu entledigen; es ist ihm nicht sremde mit Wachs von mancherlei Farben und allerlei Massen umzugehen, und er wird alsobald das Wünschenswerthe leisten. Drei Personen, jeder noch seiner Weise in Wissen, Kunst und Technik schon gebildet, werden in mäßiger Zeit sich unterrichten und ein neues Thun nach Berlin bringen, dessen Wirkungen nicht zu berechnen sind.

Dergleichen gelungener Arbeiten kann sich die Wissenschaft zum Unterricht, zu immer wieder erneuter Aussrischung von Gegenständen, die kaum sestzuhalten sind, bedienen. Der praktische Arzt wie der Chirurg werden sich das nothwendige Anschauen leicht und schnell jeden Augenblick wieder vergegenwärtigen; dem bildenden Künstler treten die Geheimnisse der menschlichen Gestalt, wenn sie schon einmal durch den Künstlersinn durchgegangen sind, um so viel näher. Man lasse alles gelten, was bisher in diesem Fache geschah und geschieht, so haben wir in unserer Anstalt ein würdiges" Surrogat, das aus ideelle Weise die Wirklichkeit ersetzt, indem sie derselben nachhilst.

Die Florentinischen Arbeiten sind theuer, und wegen der Zerbrechlichkeit kaum zu iransportiren. Einzelne deutsche Männer haben uns in Braunschweig das Gehirn, in Dresden das Ohr geliesert. Man sieht hierin ein stilles Wollen, eine Privatüberzeugung; möge sie bald unter die großen Staatsangelegenheiten gezählt werden! Die Vorgesetzten solcher allgemeinen Jnstitute sind Männer, die, besser als ich konnte, den vielsach durchdringenden Einfluß eines solchen Wirkens sich vergegenwärtigen. Jch will nur noch von der Verpflichtung sprechen, ein solches Unternehmen zu begünstigen.

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