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Wie die Sache in Deutschland steht.
Leerheit des Begriffe eines Pantheons für eine Nation, besonders wie die

deutsche. Es würde dadurch allenfalls eine Kunstliebhaberei auf eine Stadt concentrirt,

die doch eigentlich über das Ganze vertheilt und ausgedehnt werden

follte. Unschicklichkeit architektonischer Monumente. Diese schreiben sich nur her aus dem Mangel der höhern bildenden

Aunst. Doppelter Vorschlag, einmal für die Bildhauerei, dann für die Malerei. Warum der Bildhauerkunst die Porträte zu vindiciren ? Pflicht und Kunst des Bildhauers, fich ans eigentliche Charakteristische zu

halten. Dauer des Plastischen. Pflicht die Bildhauerkunst zu erhalten, welches vorzüglich durchs Porträt

geschehen kann. Gradation in Absicht auf den Werth und Stoff der Ausführung.

1) Erstes Modell allenfalls in Gyps abgegossen. 2) In Thon ausgeführt.

3) In Marmor ausgeführt. Eine gute Gypsbüste ist jede Familie schon schuldig von ihrem Stifter

oder einein bedeutenden Mann in derselben zu haben. Selbst in Thon ist der Aufwand nicht groß, und hat in sich eine ewige

Dauer, und es bleibt den Nachkommen noch immer übrig fie in

Marmor verwandeln zu lassen. An größeren Orten, so wie selbst an kleineren, gibt es Clubs, die ihren

bedeutenden Mitgliedern, besonders wenn sie ein gewisses Alter erreicht

hätten, diese Ehre zu erzeigen schuldig wären. . Die Collegia wären ihren Präsidenten, nach einer gewissen Epoche der

geführten Verwaltung, ein gleiches Compliment schuldig. Die Stadträthe, selbst kleiner Städte, würden Ursache haben bald jemand

von einer höhern Stufe, der einen guten Einfluß aufs gemeine Wesen gehabt, bald einen verdienten Mann aus ihrer eigenen Mitte oder

einen ihrer Eingeborenen, der sich auswärts berühmt gemacht, in dem · besten Zimmer ihres Stadthauses aufzustellen. Anstalten, daß dieses mit guter Kunst geschehen könne.

Die Bildhauerzöglinge müßten bei der Akademie neben dem höhern Theile

der Kunst auch im Porträt unterrichtet werden. Was hierbei zu bemerken? Ein sogenanntes natürliches Porträt. Charakteristisches mit Styl. Von dem legten kann nur eigentlich die Rede seyn. Die Akademie fol felbst auf bedeutende Personen, besonders durdyreisende,

Fagd machen, fie modelliren lassen, und einen Abdruck in gebranntem

Thon bei sich aufstellen. Was auf diese Weise sowohl als durch Bestellung das ganze Jahr von

Meistern und Sdhülern gefertigt würde, könnte bei der Ausstellung

als Concurrenzstück gelten. In einer Hauptstadt würde dadurch nach und nad; eine unschäßbare

Sammlung entstehen, indem, wenn man sich nur einen Zeitraum von zehn Jahren denkt, die bedeutendsten Personen der In- und

Außenwelt aufgestellt seyn würden. Hierzu könnten nun die übrigen, von Familien, Collegien, Corporationen

bestellten Büsten ohne großen Aufwand geschlagen werden, und eine unversiegbare Welt für die Gegenwart und die Nachzeit, für das In

und Ausland entstehen. Die Malerei hingegen müßte auf Bildniß keine Ansprüdie machen. Die

Porträtmalerei müßte man ganz den Particuliers und Familien überlassen, weil sehr viel dazu gehört, wenn ein gemaltes Porträt ver

dienen sol öffentlich aufgestellt zu werden. Allein um den Maler auch von diesem Vortheile genießen zu lassen, so

wäre zu wünschen, daß der Begriff von dem Werth eines selbstständigen Gemäldes, das ohne weitern Bezug vortrefflich ist, oder sidy dem Vortrefflichen nähert, immer allgemeiner anerkannt werde. Jede Gefellschaft, jede Gemeinheit müßte sich überzeugen, daß sie etwas zur Erhaltung, zur Belebung der Kunst thut, wenn sie die Aus

führung eines selbstständigen Bildes möglich mad;t. Man müßte den Künstler nicht mit verderblichen Allegorien, nicht mit

trockenen historischen oder schwachen sentimentalen Gegenständen plagen, sondern aus der ganzen akademischen Masse von dem, was dort für die Kunst heilsam und für den Künstler schicklich gehalten wird, sich irgend ein Werk nach Vermögen zueignen.

Niemand müßte sich wundern, Venus und Adonis in einer Regierungs

sessionsstube, oder irgend einen Homerischen Gegenstand in einer · Kammersession anzutreffen. Italiänische Behandlung. Hülfe durdh Charakterbilder. Zimmer der Dieci in Venedig. Wirkung hiervon. In großen Städten schließt fich's an das übrige Merkwürdige. Kleine Orte macht es bedeutend. Guercinische Werke in Cento. Anhänglichkeit an die Vaterstadt. Freude, dorthin aus der Ferne als ein gebildeter Mann zu wirken. Möglichkeit hierbei überhaupt ohne Parteigunst zu handeln. Die Akademien sollen überhaupt alle ihre Urtheile wegen der ausgetheilten

Preise öffentlich motiviren. So aud), warum diesem und jenem eine solche Bestellung zur Ausführung

übergeben worden. Bei der jetzigen Publicität und bei der Art über alles, selbst auch über

Kunstwerke mitzureden und zu urtheilen, mögen sie strenge, ungerechte,

ja unschickliche Urtheile erwarten. Aber sie handeln nur nac; Grundsägen und Ueberzeugung. Es ist hier nicht von Meßproducten die Rede, deren schlechtestes immer

noch einen Lobpreiser findet, mehr zu Gunsten des Verlegers, als des Verfassers und Werkes. Ist das Werk verkauft, so lacht man das betrogene Publicum aus, und die Sache ist abgethan. Wäre hingegen ein schlechtes Bild an einem öffentlichen Orte aufgestellt, so würde es an manchem Reisenden immerfort einen strengen Censor finden, so sehr man es auch anfangs gelobt hätte, und manches, was man

anfangs hätte herunterseßen wollen, würde bald wieder zu Ehren kommen. Die Hauptsache beruht dod; immer darauf, daß man von oben herein nadı

Grundsätzen handle, um, unter gewissen Bedingungen, das möglich
Beste hervorzubringen; denn daß gegen Kunstarbeiten, die auf diese
Weise zu unsern Zeiten hervorgebracht werden, immer manches zu

erinnern seyn würde, versteht sich von selbst. Was also aus einem solchen Mittelpunkt ausginge, müßte immer aus

einem allgemeinen Gesichtspunkt mit Billigkeit beurtheilt werden.

Möglichkeit der Ausführung in Absicht aufs Dekonomische.
Hier ist besonders von Gemeinheiten die Rede, die theils unabhängig,

theils vom Consens der Obern abhängig sind. Thätigkeit junger Leute. Bemühungen zu unmittelbar wohlthätigen Zwecken, um das Uebel zu

lindern. Höhere Wohlthätigkeit durch Circulation, in welche eine geistige Operation

mit eingreift. Lob der Künste von dieser Seite.

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Rauchs Basrelief am

Piedestal von Blüchers Statue.

1828.

Es war als eine schöne Belohnung ernstlich und unausgefekt strebender Künstler anzusehen, daß zu der Zeit, wo ihre Landsleute sich im Krieg durch große Thaten verherrlicht hatten, auch sie in den Fall kamen durch meisterhafte Bildwerke den Dank zu beurkunden, welden die Nation für so große Verdienste schuldig zu seyn mit fröhlichem Enthusiasmus aussprach. Denn kaum hatte sich Deutschland von dem beschwerlichsten Druck erholt, kaum war es zu dem Wiederbesig mancher geraubten Kunstschäße gelangt, als man schon in Rostock und Breslau den Gedanken verfolgen konnte, den gefeierten Helden der Zeit im Bilde aufzustellen.

Was zu Ehren der Generale Bülow und Scharnhorst geschehen, ist uns bekannt, wobei wir, unsern nächsten Zweck im Auge, nur bemerken wollen, daß in den diesen Statuen beigefügten Basreliefs im antiken Sinne ideale allegorische Gestalten dem neuern Leben angeeignet worden.

Hier aber haben wir sogleich von dem Uebergang in das Reelle, welches einer ausgebildeten Kunst auch gut ansteht, und von einem großen Basrelief zu reden, welches am Biedestal der nunmehr in Berlin aufgestellten Blücher’schen Statue sich befindet, und durch die besondere Gunst des Münstlers uns in einem wohlgerathenen Abguß vor Augen gebracht ist.

Wer in Darstellungen solcher Art immer ein alterthümlidjes Costüm vor sich zu sehen gewohnt war, dem mag das völlig Moderne dieses Basreliefs beim ersten Anblick auffallend erschienen seyn. Wer jedoch eine Zeit lang daran hin und her gegangen, wird sich gar bald überzeugen, wie sehr eine solche Darstellung der Denkweise des Volks gemäß fey, das nicht sowohl fragt, was die Figuren bedeuten, als was und wer sie seyen;

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