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Höhe herabstiegen, theils in Iunonen und Aphroditen, theils in ephebischm und Herculischen Gestalten, und was der Zwischenkreis alles enthalten mag, sich jeder nach seinen Fähigkeiten und seinem eigenen Charakter zu ergehen wußte, bis zuletzt das Porträt selbst, Thiere und Phantasiegestalten von der hohen Würde des Olympischen Jupiters und der Pallas des Parthenon participirten.

In diesen Betrachtungen also erkennen wir an, daß der Plastiker die Kunstgeschichte in sich selbst repräsentiren müsse; denn an ihm wird sogleich merklich, von welchem Punkte er ausgegangen. Welch ein lebender Meister dem Künstler beschieden ist, hängt nicht von ihm ab; was er aber sür Muster aus der Vergangenheit sich wählen will, das ist seine Sache, sobald er zur Erkenntniß kommt, und da wähle er nur immer das Höchste: denn er hat alsdann einen Maßstab, wie schätzenöwerth er noch immer sey, wenn er auch hinter jenem zurückbleibt. Wer unvollkommene Muster nachahmt, beschädigt sich selbst: er will sie nicht übertreffen, sondern hinter ihnen zurückbleiben.

Sollte aber dieser gegenwärtige Vereinsvorschlag von den Gliedern der edlen Zunst gebilligt und mit Freuden ausgenommen werden, so ist zu hossen, daß die deutschen Gönner auch hierhin ihre Neigung wenden. Denn obgleich ein jeder Künstler, der sich zum Plastischen bestimmt sühlt, sich diese Wallsahrt nach London zuschwören und mit Gesahr des Pilgerund Martyrthums aussühren muß, so wird es doch der deutschen Nation viel anständiger und sür die gute Sache schneller wirksam werden, wenn ein geprüster junger Mann von hinreichender Fertigkeit dorthin mit Empsehlungen gesendet und unter Aussicht gegeben würde. Denn gerade, daß deutsche Künstler nach Jtalien, ganz aus ihre eigene Hand, seit dreißig Jahren gegangen und dort, nach Belieben und Grillen, ihr halb künstlerisches, halb religiöses Wesen getrieben, dieses ist Schuld an allen neuen Verirrungen, welche noch eine ganze Weile nachwirken werden.

Haben die Engländer eine asrikanische Gesellschast, um gutmüthige, dunkel strebende Menschen in die widerwärtigen Wüsten zu Entdeckungen abzusenden, die man recht gut voraussehen konnte, sollte nicht in Deutschland der Sinn erwachen, die uns so nahe gebrachten über alle Begriffe würdigen Kunstschätze auch wie das Mittelland zu benutzen?

Hier wäre eine Gelegenheit, wo die Franksurter ungeheure und wirklich disproportionirte Städel'sche Stistung sich aus dem höchsten bedeutenden

Goethe, sammtl, Werke, XXV, 15

Punkt entschieden sehen lassen könnte. Wie leicht würde es den dortigen großen Handelshäusern seyn, einen jungen Mann zu empsehlen und durch ihre mannichsaltigen Verbindungen in Aussicht halten zu lassen!

Ob sreilich ein ächtes plastisches Talent in Franksurt geboren sey, ist noch die Frage, und d i e noch schwerer zu beantworten, ob man die Kunst außerhalb der Bürgerschast besördern dürse.

Genug, die Sache ist von der Wichtigkeit, besonders in dem gegenwärtigen Augenblick, daß sie wohl verdiente zur Sprache gebracht zu werden.

Denkmale,

Da man in Deutschland die Neigung hegt, Freunden und besonders Abgeschiedenen Denkmale zu setzen, so habe ich lange schon bedauert, daß ich meine lieben Landsleute nicht aus dem rechten Wege sehe.

Leider haben sich unsere Monumente an die Garten- und Landschaftsliebhaberei angeschlossen, und da sehen wir denn abgestumpste Säulen, Vasen, Altäre, Obelisken und was dergleichen bildlose allgemeine Formen sind, die jeder Liebhaber ersinden und jeder Steinhauer aussühren kann.

Das beste Monument des Menschen aber ist der Mensch. Eine gute Büste in Marmor ist mehr roerth als alles Architektonische, was man jemand zu Ehren und Andenken ausstellen kann; serner ist eine Medaille, von einem gründlichen Künstler nach einer Büste oder nach dem Leben gearbeitet, ein schönes Denkmal, das mehrere Freunde besitzen können und die aus die späteste Nachwelt übergeht.

Bloß zu beider Art Monumenten kann ich meine Stimme geben, wobei denn aber sreilich tüchtige Künstler vorausgesetzt werden. Was hat uns nicht das sünszehnte, sechzehnte und siebzehnte Jahrhundert sür köstliche Denkmale dieser Art überliesert, und wie manches schätzenswerthe auch das achtzehnte! Jm neunzehnten werden sich gewiß die Künstler vermehren, welche etwas Vorzügliches leisten, wenn die Liebhaber das Geld, das ohnehin ausgegeben wird, würdig anzuwenden wissen.

Leider tritt noch ein anderer Fall ein. Man denkt an ein Denkmal

gewöhnlich erst nach dem Tode einer geliebten Person, dann erst, wenn

ihre Gestalt vorübergegangen, und ihr Schatten nicht mehr zu haschen ist.

'Nicht weniger haben selbst wohlhabende, ja reiche Personen Bedenken,

hundert bis zweihundert Ducaten an eine Marmorbüste zu wenden, da es doch das Unschätzbarste ist, was sie ihrer Nachkommenschast überliesern konnen.

Mehr weiß ich nicht hinzuzusügen, es müßte denn die Betrachtung seyn, daß ein solches Denkmal überdieß noch transportabel bleibt, und zur edelsten Zierde der Wohnungen gereicht, anstatt daß alle architektonischen Monumente an den Grund und Boden gesesselt, vom Wetter, vom Muthwillen, vom neuen Besitzer zerstört und, so lange sie stehen, durch das An- und Einkritzeln der Namen geschändet werden.

Alles hier Gesagte könnte man an Fürsten und Vorsteher des gemeinen Wesens richten, nur im höhern Sinne. Wie man es denn, so lauge die Welt steht, nicht höher hat bringen können, als zu einer ikonischen Statue.

Vorschläge, den Künstlern Arbeit zu verschaffen.

Was in der Abhandlung über Akademien hierüber gesagt worden,

Meister und Schüler sollen sich in Kunstwerken üben können.

Wer sie nehmen und bezahlen soll.

Könige, Fürsten, Alleinherrscher.

Wie viel schon von ihnen geschieht.

Wie jedoch, wenn sie persönlich kein: Neigung zu den Künsten haben,

manches aus ein Menschenalter stocken kann.
Die Neigung, das Bedürsniß ist daher weiter auszubreiten.
Kirchen.
Katholische.
Lutherische.
Resormirte.

Loeal wo die Kunstwerke zu placiren.
Regenten und Militärpersonen, deren össentliches Leben gleichsam unter

sreiem Himmel, stehen billig aus össentlichen Plätzen. Minister in den Rathssälen, andere verdiente Staatsbeamte in den

Sessionsstuben.
Gelehrte aus Bibliotheken.
Jn wiesern schon etwas ähnliches eristirt.
Eine solche allgemeine Anstalt setzt Kunst voraus, und wirkt wieder zurück

aus Kunst.
Jtalien auch hierin Muster und Vorgängerin.
Bilder in den Sessionsstuben zu Venedig.
Vom Saal der Signoria an bis zum Bilde der Schneidergilde.
Gemälde im Zimmer der Zehn.

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