Зображення сторінки
PDF
ePub

Ueberliesert nun werden uns diese Bilder durch eine höchst geistreiche Radirnadel. Man kann sich denken, daß Herr Gerard zu einem Werke, das eigentlich seinen Rus als denkender Künstler begründen soll, einen trefflichen Arbeiter werde gewählt haben. Es ist von großem Werthe, wenn der Autor seines Uebersetzers gewiß ist, und ganz ohne Frage hat man Herrn Adam allen Beisall zu gewähren. Es ist ein solches Sentiment in seiner Nadel und der Abwechselung derselben, daß der Charakter des zu behandelnden Gegenstandes nirgends vermißt wird, es sey nun in den zartesten Punkten und Strichlein, mit welchen er die Gesichter behandelt, durch die gelinden, womit er die Localtinten andeutet, bis zu den starken und stärkeren, womit er Schatten und mehr oder minder dunkle Localsarben auszudrücken weiß; wie er denn auch aus eine gleichsam zauberische Weise die verschiedenen Stoffe durch glückliche Behandlung andeutet, und so einen jeden, der Auge und Sinn sür solche Hieroglyphen gebildet hat, vollkommen besriedigen muß.

Wir stimmen daher völlig in die Ueberzeugung ein, daß es wohlgethan war diese geistreich skizzenhaste, obschon genugsam aussührliche Radirungsart dem Steindruck vorzuziehen; nur wünschen wir, daß man beim Abdruck die Platten sorgsältig behandeln möge, damit sämmtliche Kunstliebhaber aus eine wünschenswerthe Weise besriedigt werden können.

Galerie zu ShaKspeare'« dramatischen Werken
Moritz Rehsch.

Leipzig bei Gerhard Fleischer 18l8,

Wir verwendeten aus dieses Werk gern mehrere Seiten, wenn sie uns gegönnt wären; da wir aber doch nur loben könnten und das Werk selbst den Meister am besten lobt, so wollen wir nur den Wunsch äußern, daß die Vorsteher aller Lesegesellschasten, sie mögen seyn von welcher Art sie wollen, dieses Werk anschaffen, wodurch sie ihre Mitglieder gewiß sämmtlich verbinden werden, indem diese, nebst einem einsichtigen Vorworte, die Hauptstellen im Original und in zwei anderen Sprachen mitgetheilt erhalten. Die Haupt stellen sagen wir, weil der Künstler den Geist gehabt hat, die ganze Folge eines Stücks in allen bedeutenden Einzelnheiten uns nach und nach anzusühren, und so raschen Ganges das Ganze an uns vorbeizuleiten.

Hier aber müssen wir schließen, um nicht hingerissen zu werden umständlich auszusühren, wie charakteristisch und anmuthig, mit Geschmack und Glück, sinn- und kunstgemäß der Künstler versahren, um ein Stück wie Hamlet, das denn doch, man mag sagen was man will, als ein düsteres Problem aus der Seele lastet, in lebendigen und reizenden Bildern unter erheiternden Gestalten und bequemen Umstanden anmuthig vorzusühren.

Glasmalerei.

Zu Köln am Rheine besand sich eine sehr ansehnliche Sammlung gemalter Fenster und einzelner Scheiben, welche am 3. Juni des vergangenen Jahres verauctionirt werden sollte. Jhr weiteres Schicksal, und ob sie-fartieweise beisammen geblieben oder sich gänzlich zerstreute, ist uns unbekannt. Hier soll auch vornehmlich von dem aus 36 Seiten in Quarto gedruckten Katalog die Rede seyn, welcher in seiner Art sür musterhaft gelten kann. Der Versasser sondert die Fenster und einzelnen Scheiben der Sammlung in süns verschiedene Abtheilungen, und nimmt sür jede Abtheilung eine besondere Epoche der Glasmalerei an, von deren Unterschied und Eigenthümlichkeiten er mit Sachkenntniß und Kunstverstand kurze Erläuterungen giebt. Die ganze Sammlung bestand aus 247 Nummern, und das Verzeichniß giebt genaue Nachricht von dem was jede darstellt, wie sie ausgesührt sey, über die Zeiten denen sie angehören, über die Beschädigungen, die Gestalt und Größe einer jeden. Für die Geschichte der Glasmalere! wird dieses Verzeichnis einen bleibenden Werth behalten.

Mit den so sleißig als schön nachgebildeten bunten Glassenstern hat Herr Müller den Kunstsreunden ein angenehmes Geschenk gemacht, und kann ihres Dankes gewiß seyn: es ist ein löbliches Trachten, dergleichen vergängliche, mannichsaltigen Zusällen ausgesetzte Denkmale durch vewielsältigte Nachbildung gesichert, der Zukunst aufzubewahren. Sie sind in doppelter Beziehung, schätzbar, einmal in geschichtlicher, da sie Bildnisse andenkenswürdiger Personen, auch Wappenschilde vormals blühender Familien enthalten; sodann hat nicht selten auch die Kunst sich an dergleichen gemalten Fenstern aus eine sehr ehrenwerthe Weise gezeigt, und mitunter sogar Vortreffliches geleistet.

Charon,

neugriechisches Gedicht; bildenden Künstlern als Preisausgabe vorgelegt.

!825.

Die Bergeshöhn warum so schwarz?

Woher die Wolkenwoge?

Jst es der Sturm, der droben kämpft.

Der Regen, Gipsel peitschend?

Nicht ist's der Sturm, der drobe n kämpst,

Nicht Regen, Gipsel peitschend:

Nein Charon ist's, er saust einher,

Entsühret die Verblichnen;

Die Jungen treibt er vor sich hin,

Schleppt hinter sich die Alten;

Die Jüngsten aber, Säuglinge,

Jn Reih' gehängt am Sattel.

Da riesen ihm die Greise zu,

Die Jünglinge sie knieten:

„O Charon, halt! halt! am Geheg',

Halt an beim kühlen Brunnen!

Die Alten da erquicken sich,

Die Jugend schleudert Steine,

Die Kitaben zart zerstreuen sich,

Und pflücken bunte Blümchen."

Nicht am Gehege halt' ich still,

Jch halte nicht am Brunnen:

Zu schöpsen kommen Weiber an,
Erkennen ihre Kinder,
Die Männer auch erkennen sie;
Das Trennen wird unmöglich.

So ost ich dieses Gedicht vorlas, ereignete sich, was vorauszusehen war: es that eine außerordentliche Wirkung; alle Seelen-, Geist- und Gemüthskräste waren ausgeregt, besonders aber die Einbildungskraft: denn niemand war der es nicht gemalt zu sehen verlangt hätte, und ich ertappte mich selbst über diesem Wunsche.

Wenn es nun seltsam scheinen wollte, das Allerslüchtigste, in höchster Wildheit vorüber Eilende vor den Augen sesthalten zu wollen, so erinnerte man sich, daß von jeher die bildende Kunst auch eins ihrer schönsten Vorrechte, im gegenwärtigen Momente den vergangenen und den künstigen und also ganz eigentlich die Bewegung auszudrücken, niemals ausgegeben habe. Auch im genannten Falle behauptete man, sey ein hoher Preis zu erringen, weil nicht leicht eine reichere, mannichsaltigere Darstellung zu denken sey: die Jünglinge die sich niederwersen; das Pserd, das einen Augenblick stutzt und sich bäumt, um über sie, wie der Sieger über Besiegte, hinauszusetzen; die Alten, die gerade diese Pause benutzen, um heranzukommen; der Unerbittliche, tartar- und baschkirenähnliche, der sie schilt und das Pserd anzutreiben scheint. Die Kinder am Sattel wollte man zierlich und natürlich angeschnallt wissen.

Man dachte sich die Bewegung von der Rechten zur Linken, und in dem Raume rechts, den die Vorüberstürmenden so eben offen lassen, wollte man das Geheg, den Brunnen, wasserholende Frauen, welche den vorbeieilenden Sturm, der m ihren Haaren saust, schreckhast gewahren, in einer symbolischen Behandlung angedeutet sehen.

Wichtig aber schien, daß beinahe sämmtliche Freunde diese Vorstellung gern basreliesartig ausgesührt, und daher auch, gezeichnet oder gemalt, Farb' in Farbe vor Augen gebracht wünschten; welches bei näherer Erwägung auch sür das Schicklichste gehalten ward, indem ja hier von Form und Charakter, keineswegs aber von Farbe die Rede seyn konnte, deren die Abgeschiedenen ermangeln. Rur die Landschastsmaler verwahrten ihre Rechte und glaubten sich auch hieran versuchen zu dürsen.

« НазадПродовжити »