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Nachricht von altdeutschen, in Leipzig entdeckten Kunst

schätzen.

Es besindet sich wohl leine Kirche in der Christenheit, deren srühere Gemälde, Statuen oder sonstige Denkmale nicht neueren Bedürsnissen oder verändertem Kunstgeschmack einmal weichen müssen. Glücklich, wenn sie nicht völlig zerstört, sondern, wenn gleich ohne sorgsältigen Bedacht, jedoch durch günstiges Geschick einigermaßen erhalten werden.

Dieses Letztere ist der Fall mit einer Anzahl alter Gemälde, welche sonst die Zierden der Leipziger Kirchen gewesen, aber herausgenommen und aus die Gewölbe dieser Gebäude gestellt worden. Sie befinden sich sreilich in einem traurigen Zustande; doch an ihrer Wiederherstellung ist nicht durchaus zu verzweiseln. Die Entdeckung dieser bedeutenden Schätze sind wir Herrn Quandt schuldig, einem jungen Handelsmann, der mit Enthusiasmus sür die Kunst schöne Kenntnisse derselben verbindet, auch Geschmack und Einsichten aus Reisen geläutert hat. Unter dem Schutz und mit Begünstigung der hohen Behörden, dem Beistande des Herrn Dr. Stieglitz und thätiger Mitwirkung der Herren Hillig und Lehmann, hat derselbe mehrere kostbare Bilder vom Untergange gerettet, und man hosft durch Reinigung und Restauration sie wieder genießbar zu machen. Die Nachrichten, welche wir davon erhalten, bringen wir um so schneller ins Publicum, als, bei bevorstehender Jubilatemesse, gewiß jeder Kunstsreund und Kenner sich nach diesen Taseln erkundigen und durch Theilnahme das glücklich begonnene Unternehmen besördern wird.

Vorläufig können wir solgendes mittheilen.

Techs Gemälde auf Goldgrund.

Die Lichter in den Gewändern mit Gold gehöht,
1. Ein Lcce nemo, mit der Jahrzahl 1498,

2. Eine Krönung Mariä, viel älter. Zu aller Mangelhaftigkeit der Zeichnung ist sehr viel zartes Gesühl gesellt.

3. Eine Dreisaltigkeit. Gott Vater, die Leiche des Sohns im Schooße haltend. Unzählige Engel umgeben die erhabene Gruppe. Aus der Erde ruhen drei Verstorbene. Aus der einen Seite kniet Maria, aus der andern der heilige Sebastian, welche betend den Todesschlummer der Schlasenden bewachen.

4. Versolgung der ersten Christen. Die Köpse so schön und gesühlvoll, daß sie an Holbein erinnern.

5. Geschichte des Lazarus. Hände und Füße nicht zum besten gezeichnet, die Köpse hingegen von der größten Schönheit, dem edelsten nnd rührendsten Ausdruck.

Bilder des altern Eranach.

1. Die Verklärung. Christus ist eine wahre Vergötterung des Menschen. Die erhabenen Gestalten des Himmels umgeben ihn; aus dem Hügel ruhen die Jünger im wachen Traume. Eine herrliche Aussicht erössnet sich dem Auge weit über das Meer und über ein reichbebautes Vorgebirge. Das Bild ist Ein Moment, Ein Guß des Gedankens, vielleicht der höchste, gunstreichste Augenblick in Cranachs Leben.

2. Die Samariter in. Christus, voll hoher männlicher Würde, Weisheit und Huld, spricht wohlwollend und ernst zu dem jugendlich sorglosen Weibe, welche, ohne Beschauung, das Leben genußreich aus sich einwirken ließ, und es heiter hinnahm. Von den gehaltvollen Worten ergriffen, kehrt ihr Blick zum erstenmal sich in ihr Jnneres.

3. Die Kreuzigung. Aus der einen Seite stehen, in tiesen Schmerz versunken, die Freunde des Heilandes, aus der andern, in unerschütterlich roher Kraft, die Kriegsknechte. Der Hauptmann allein blickt gedankenvoll zu dem Gekreuzigten empor, so wie auch einer von den Priestern. Diese drei Bilder sind von beträchtlicher Größe.

4. Der Sterbende. Ungesähr zwanzig Zoll breit und einige dreißig Zoll hoch. Die größte Figur im Vordergrunde hat ungesähr vier Zoll. Die Composition ist reich und ersordert eine weitläufige Beschreibung; daher nur so viel zur Einleitung. Unten liegt der Sterbende, dem die letzte Oelung ertheilt wird; an dessen Bette kniet die Gattin; die Erben hingegen untersuchen Kisten und Kasten. Ueber dem Sterbenden erhebt sich dessen Seele, welche sich aus der einen Seite von Teuseln ihre Sünden vorgehalten sieht, aus der andern von Engeln Vergebung vernimmt. Oben zeigt sich in Wolken die Dreieinigkeit mit Engeln und Patriarchen umgeben. Noch höher befindet sich ein Abschnitt, aus dem eine Kirche vorgestellt ist, zu welcher sich Betende nahen. Nicht zu beschreiben ist die Zartheit, womit dieses Bild ausgesührt ist, und vorzüglich haben die größten wie die kleinsten Köpse eine musterhafte Vollendung und Aussührung; auch findet sich sehr selten hier etwas Verschobenes, das in Cranachs Köpsen ost vorkommt.

Dieses Bild diente zur Zierde des Grabmals eines Herrn Schmidburg, der nach der Jnschrift im Jahre 1518 starb. Aus dieser Zeit muß also auch dieses Bild seyn, woraus Cranachs Monogramm steht.

Bilder des jünger» Granach.

1. Allegorisches Bild. Aus die Erlösung deutend. Es hat dasselbe im Allgemeinen der Anordnung, in den Gruppen und in der einnehmenden Jdee große Aehnlichkeit mit dem Altargemälde in Weimar, das wir durch Kupserstich und Beschreibung kennen; es ist jedoch kleiner.

Jm Vordergrunde der Heiland am Kreuze, diesem zur Linken der ausgestandene Heiland und der mit der Gottheit versöhnte Mensch. Christus deutet mit seiner rechten Hand nach seiner Leidensgestalt, und der Mann an seiner Seite saltet verehrend die Hände. Beide sind überaus edle, schöne Köpse, das Nackende besser als gewöhnlich gezeichnet, und das Colorit zart und warm. Die Gruppe der Hirten, die Erhöhung der Schlange, das Lager, Moses und die Propheten sind sast ganz so wie zu Weimar. Unter dem Kreuze ist das Lamm; doch steht ein wunderschönes Kind daneben, mit der Siegessahne. Zur Rechten des Gekreuzigten sehen wir im Hintergrunde das erste Menschenpaar in Eintracht mit der Natur; das scheue Wild weidet noch vertraulich neben den Menschen.

Weiter vorn wird ein Mann von Tod und Teusel versolgt. Jm Vordergrunde steht der Heiland zum drittenmal. Unter seinen Füßen bricht das Gerippe des Todes zusammen, und ohne Haß, ohne Zorn, ohne Anstrengung stößt Christus dem gekrönten Ungeheuer den krystallenen Speer, aus welchem die Fahne des Sieges weht, in den Nachen. Unzählige Verdammte, worunter wir größtentheils Mönche, Nonnen und Geistliche vom höchsten Rang erblicken, gehen besreit hervor, und preisen den Herrn und Retter. Dieser Christus ist jenem aus dem Bilde in Weimar sehr ähnlich, nur in entgegengesetzter Richtung gezeichnet. Den untern Theil der Tasel süllt ein zahlreiches Familiengemälde. Aus dem Stamme des Kreuzes ist Cranachs Monogramm und die Jahrzahl 1557, woraus zu solgen scheint, da Cranach 1553 gestorben, dieses Bild, so wie das solgende, seyen von seinem Sohne gemalt.

2. Die Auserstehung mit der Jahrzahl 1559. Es wäre werth zu untersuchen, wodurch die Werke des jüngern Cranach sich von denen seines Vaters unterscheiden. Es scheint mir das Bild mit der Jahrzahl 1557 im eigentlichsten Sinne mehr gemalt als die andern. Es ist darin eine Untermalung unter den Lasuren zu bemerken; dahingegen die älter n Bilder mehr in Oel lasirte Zeichnungen zu nennen sind. Und so wäre es denn nicht unwahrscheinlich, daß diese letztern Gemälde sich von Cranach, dem Sohn, jene erstern hingegen von Cranach, dem Vater, herschreiben.

Jm März 1815.

tloüuotiuil dez nurtsnit8 uizluriquez <ie ^l. !e L»rnn (,6s«s<l. Premier peintre <lu rui, ßr»v^8 » se2ulorte n»r ^l. I?ierre ^üm: nr^cecl^e dun« nntice 8ur !e portr»!t m'zlorique. I. «t II. livrmzon. ?3li8. Ilrüäin (!»ne!. em'teur, lue 8»!nteelm»in-clez-plöz. ^u. 9. 1826.

Da uns die aus dem Titel versprochene Notiz über das historische Porträt nicht zugleich mit den Kupsern zugekommen, so müssen wir uns hierüber aus den vorliegenden Blättern einen Begriss zu bilden suchen.

Unter einem historischen Porträte kann man verstehen, daß Personen, die zu ihrer Zeit bedeutend sind, abgebildet werden, und diese können wieder in den gewöhnlichen Lagen ihres Zustandes oder auch in außerordentlichen Fällen vorgestellt seyn; und so möchten wohl von jeher viele historische Porträte einzeln gemalt worden seyn, wenn nur der Künstler treu an dem Zustand geblieben ist, um einen solchen zu überliesern.

Die gegenwärtige Sammlung jedoch, von der uns zwei Hefte vorliegen, denen noch vielleicht ein Dutzend solgen sollen, scheint aus etwas Ganzes und Zusammenhängendes zu deuten.

Der Künstler nämlich, Herr Gepard, im Jahre 1770 geboren, anerkannt tüchtigster Schüler Davids, gesälliger als sein Meister, kam in die bewegteste Weltepoche, welche jemals eine gesittete Menschheit ausregte; er bildete sich zur wilden Zeit, sem zartes Gemüth aber ließ ihn zurückgehen in das reine Wahre und Anmuthige, wodurch denn doch der Künstler zuletzt allein sich das Publicum verpflichtet. Jn Paris als Künstler von Rang anerkannt, malte er durch alle Epochen die bedeutenden Einheimischen und Fremden, hielt von jeder seiner Arbeiten eine Zeichnung zurück, und sand sich nach und nach im Besitz eines wahrhast historischen Bildersaales. Bei einem sehr treuen Gedächtniß zeichnete er außerdem auch die Besuchenden, die sich nicht malen ließen, und so vermag er uns eine wahrhast

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