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· Nach und nach steigende Anmuth.

Die Carracci.
Domenichino.

„Albani, Guercino, Grimaldi und ihnen an poetischem Verdienst im landschaftlichen Fach nicht nachstehend, Peter Franz und Johann Baptist Mola; anch wäre Johann Baptist Viola hier noch zu nennen.“

Claude Lorrain.

Ausbreitung über eine heitere Welt, Zartheit. Wirkung der atmoiphärischen Erscheinungen aufs Gemüth.

„Johann Both."
„Hermann Schwanenfeld.“
„Poelemburg.“
Nicolaus Poussin.
Caspar Poussin.
Heroische Landschaft.

Genau besehen eine nußlose Erde. Abwechselndes Terrain ohne irgend einen gebauten Boden.

Ernste, nicht gerade idyllische, aber einfache Menschen.
Anständige Wohnungen ohne Bequemlichkeit.

Sicherung der Bewohner und Umwohner durch Thürme und Festungswerke.

In diesem Sinn eine fortgesepte Sdule, vielleicht die einzige, von der inan fagen kann, daß der reine Begriff, die Anschauungsweise der Meister ohne merkliche Abnahme überliefert worden.

„Felir Meyer von Winterthur ist zwar keiner der hochberühmten Meister, allein wir nehmen Anlaß desselben hier zu gedenken, weil mehrere seiner Landschaften mit wahrhaft Poussineskem Geist erfunden sind; doch ist die Ausführung meistens flüchtig, das Colorit nicht heiter genug. Auch eines wenig bekannten Malers aus derselben Zeit, oder etwas früher, liegt uns ob zu gedenken: Werdmüller von Zürich; seine höchst seltenen Arbeiten halten in Hinsicht auf Neichthum und Anmuth der Gedanken ungefähr die Mitte zwischen denen des Peter Franz Mola, Grimaldi und Glaude Lorrain, und wenn sie von Seite des Colorits nicht an die blühende

Heiterkeit der leßtern reichen, so find sie doch darin dem Mola und Grimaldi wenigstens gleich zu schäßen."

„Meister, welche in landschaftlichen Darstellungen dem Geschmack der beiden Poussins gefolgt sind.

Glauber.

Franz Milet.
Goethe, sämmtl. Werke. XXV.

Franz von Nere.
Sehusian Bourden.
llebergang aus dem Ideellen zum Wirklichen durch Topographien.
Merians weitumhersdauende Arbeiten.
Beide Arten geben nody neben einander.
Endlich, besonders durd) Engländer, der llebergang zu den Veduten.
So wie beim Geschichtlichen zur Porträtform.

Neuere Engländer, an der großen liebhaberei zu Claude und Poussin noch immer verharrend.

Sich zu den Veduten hinneigend, aber immer noch in der Composition an atmosphärisden Effecten sich ergößend und übend.

Die Hacert’sdhe klare strenge Manier steht dagegen; seine merkwürdigen, meisterhaften Bleistift- und Federzeichnungen nach der Natur, auf weiß Papier, um ihnen mit Sepia Kraft und Haltung zu geben.

Studien der Engländer auf blau und grau Papier, mit schwarzer Kreide und wenig Pastellfarbe, etwas nebulistisch; im Ganzen aber gut gedacht und sauber ausgeführt.

„Der Verfasser zielt hier auf einige schätbare Zeichnungen englischer Landschaftmaler, welche er während seines Aufenthaltes in Rom an fich brachte und die noch gegenwärtig unter seinen Kunstschäßen sich befinden.“

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M.
Landschaftliche Malerei.

Ausgeführtes,

1.

Als sich die Malerei in Westen, besonders in Italien von dem östlichen byzantinischen mumienhaften Herkommen wieder zur Natur wendete, war, bei ihren ernsten großen Anfängen, die Thätigkeit bloß auf mensdzliche Gestalt geridytet, unter welcher das Göttliche und Gottähnliche vorgestellt ward. Eine capellenartige Einfassung ward den Bildern allenfalls zu Theil, und zwar ganz der Sadie angemessen, weil sie ja in Kirchen und Capellen aufgestellt werden sollten.

Wie man aber bei weiterem Fortrücken der Kunst sich in freier Natur umsah, sollte dod, immer aud Bedeutendes und Würdiges den Figuren zur Seite stehen; deßhalb denn auch hohe Augpunkte gewählt, auf starren

Felsen vielfach über einander gethürmte Schlösser, tiefe Thäler, Wälder und Wasserfälle dargestellt wurden. Diese Umgebungen nahmen in der Folge immer mehr überhand, drängten die Figuren ins Engere und Kleinere, bis sie zulegt in dasjenige, was wir Staffage nennen, zusammenschrumpften. Diese landschaftlichen Tafeln aber sollten, wie vorher die Heiligenbilder, auch durchaus interessant seyn, und man überfüllte sie deß= halb nicht allein mit dem, was eine Gegend liefern konnte, sondern man wollte zugleich eine ganze Welt bringen, damit der Beschauer etwas zu sehen hätte und der Liebhaber für sein Geld dodj auch Werth genug erhielt. Von den höchsten Felsen, worauf man Gemsen umherklettern sah, stürzten Wasserfälle zu Wasserfällen hinab, durch Ruinen und Gebüsch. Diese Wasserfälle wurden endlich benußt zu Hammerwerken und Mühlen; tiefer hinunter bespülten sie ländliche Ufer, größere Städte, trugen Schiffe von Bedeutung und verloren sich endlich in den Ocean. Daß dazwischen Jäger und Fischer ihr Handwerk trieben, und tausend andere irdische Wesen sidy thätig zeigten, läßt sich denken; es fehlte der Luft nicht an Vögeln, Hirsche und Rehe weideten auf den Waldblößen, und man würde nicht endigen dasjenige herzuzählen, was man dort mit einem einzigen Blick zu überschauen hatte. Damit aber zulegt noch eine Erinnerung an die erste Bestimmung der Tafel übrig bliebe, bemerkte man in einer Ecke irgend einen heiligen Einsiedler. Hieronymus mit dem löwen, Magdalene mit dem Haargewand fehlten selten.

Tizian, mit großartigem Kunstgeschmack überhaupt, fing, in sofern er fich zur Landschaft wandte, schon an mit dem Reichthum sparsamer umzugehen; seine Bilder dieser Art haben einen ganz eigenen Charakter. Hölzerne wunderlich über einander gezimmerte Häuser, mittelgebirgige Gegenden, mannichfaltige Hügel, anspülende Seen, niemals ohne bedeutende Figuren, menschliche, thierische. Auch legte er seine schönen Kinder ohne Bedenken ganz nadt unter freien Himmel ins Gras.

3.

Breughels Bilder zeigen die wundersamste Mannichfaltigkeit: gleidhfaus hohe Horizonte, weit ausgebreitete Gegenden, die Wasser hinab bis zum Meere; aber der Verlauf seiner Gebirge, obgleid, rauh genug, ist doch weniger steil, besonders aber durch eine seltenere Vegetation merk= würdig. Das Gestein hat überall den Vorrang, doch ist die Lage seiner Schlösser, Städte höchst mannichfaltig und dharakteris(); durchaus aber ist der ernste Charakter des sechzehnten Jahrhunderts nicht zu verkennen.

Paul Brill, ein hochbegabtes Naturell. In seinen Werken läßt sich die oben beschriebene Herkunft noch wohl verspüren, aber es ist alles schon froher, weitherziger, und die Charaktere der landsdjaft schon getrennt: 18 ist nicht mehr eine ganze Welt, sondern bedeutende, aber immer nod; weit greifende Einzeluheiten.

Wie trefflichy er die Zustände der Localitäten, des Bewohnens und Benußens irdischer Dertlichkeiten gekannt, beurtheilt und gebraucht, davon geben seine zwölf Monate in sedys Blättern das schönste Beispiel. Besonders angenehm ist zu sehen, wie er immer zwei auf zwei zu paaren gewußt, und wie ihm aus dem Verlauf des einen in den andern ein vollständiges. Bild darzustellen gelungen sey.

Der Einsiedeleien des Martin de Vos, von Johann und Raphael Sadeler in Kupfer gestochen, ist auch zu gedenken. Hier stehen die Figuren der frommen Männer und Frauen mit wilden Umgebungen im Gleichgewicht; beide sind mit großem Ernst und tüchtiger Kunst vorgetragen.

Das siebzehnte Jahrhundert befreit sich immer mehr von der zudringlichen ängstigenden Welt: die Figuren der Carracci erfordern weitern Spielráum. Vorzüglich seßt sich eine große, schön bedeutende Welt mit den Figuren ins Gleichgewidyt, und überwiegt vielleidyt durdy höchst interessante Gegenden selbst die Gestalten.

Domenichino vertieft sich bei seinem bolognesischen Aufenthalt in die gebirgigen und einsamen Umgebungen; sein zartes Gefühl, seine meisterhafte Behandlung und das höchst zierliche Mensdạengeschlecht, das in seinen Räumen wandelt, sind nicht genug zu schäßen.

Von Claude Lorrain, der nun ganz ins Freie, Ferne, Heitere, Ländliche, Feenhaft-Architektonische «sich ergeht, ist nur zu sagen, daß er ans Leşte einer freien Kunstäußerung in diesem Fadje gelangt. Jedermann kennt seine Werke, jeder Künstler strebt ihm nadý, und jeder fühlt mehr oder weniger, daß er ihm den Vorzug lassen muß.

5.

Damals entstand auch die sogenannte heroische Landschaft, in welcher ein Menschengeschlecht zu hausen schien von wenigen Bedürfniffen und von großen Gesinnungen. Abwechselung von Feldern, Felsen und Wäldern, unterbrochenen Hügeln und steilen Bergen, Wohnungen ohne Bequemlichkeit, aber ernst und anständig, Thürme und Befestigungen, ohne eigentlidhen Kriegszustand auszudrücken, durchaus aber eine unnüße Welt, keine Spur von Feld- und Gartenbau, hie und da eine Schafheerde, auf die älteste und einfachste Benupung der Erdoberfläche hindeutend.

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