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Der in semer Kunst vollendete und sie zu seinen Zwecken geistreich anwendende Ferdinand Bauer stellt die verschiedenen Fichtenarten und die mannichsaltigen Umwandlungen ihrer Aeste, Zweige, Nadeln, Blätter, Knospen, Blüthen, Früchte, Fruchthülle und Samen zu unserer größten Zusriedenheit durch das einsache Kunstmittel dar, daß er die Gegenstände in ein volles sreies Licht setzt, welches dieselben in allen ihren Theilen nicht allein umsaßt, sondern ihnen auch durch lichte Widerscheine überall die größte Klarheit und Deutlichkeit verleiht. Eine solche Behandlungsart gilt hauptsächlich bei diesem Gegenstand: Zweige, Nadeln, Blüthen haben in genanntem Geschlecht eigentlich keinen Körper, dagegen sind alle Theile durch Localsarben und Tinten so unendlich von einander abgesetzt und abgestust, daß die reine Beobachtung solcher Mannichsaltigkeit und das Abgebildete als wirklich vor Augen bringt. Jede Farbe, auch die hellste, ist dunkler als das weiße Papier woraus sie getragen wird, und es bedars also hier weder Licht noch Schatten, die Theile setzen sich unter einander und vom Grunde genugsam ab; und doch würde diese Darstellung noch immer etwas Chinesisches behalten, wenn der Künstler Licht und Schatten aus Unkunde nicht achtete, anstatt daß er hier aus Weisheit beides vermeidet; sobald er aber dessen bedars, wie bei Aesten und Zapsen, die sich körperlich hervorthun, weiß er mit einem Hauch, mit einem Garnichts nachzuhelsen, daß die Körper sich runden, und doch eben so wenig gegen den Grund abstechen. Daher wird man beim Anblick dieser Blätter bezaubert: die Natur ist offenbar, die Kunst versteckt, die Genauigkeit groß, die Aussührung mild, die Gegenwart entschieden und besriedigend, und wir müssen uns glücklich halten, aus den Schätzen der großherzoglichen Bibliothek dieses Musterwerk uns und unsern Freunden wiederholt vorlegen zu können.

Denke man sich nun, daß mehrere Künstler im Dienste der Wissenschast ihr Leben zubringen, wie sie die Pslanzentheile, nach einer sich ins unendliche vermannichsaltigenden und doch noch immer sürs Anschauen nicht hinreichenden Terminologie, durchstudiren, wiederholt nachbilden und ihrem scharsen Künstlerauge noch das Mikroskop zu Hülse rusen, so wird man sich sagen: es muß endlich einer ausstehen, der diese Abgesondertheiten vereinigt, das Bestimmte sest hält, das Schwebende zu sassen weiß; er hat so ost, so genau, so treu wiederholt was man Geschlecht, Art, Varietät nennt, daß er auswendig weiß was da ist, und ihn nichts irrt was werden kann.

Ein solcher Künstler habe nun auch denselben innern Sinn, den unsere großen niederländischen Blumenmaler besassen, so ist er immer in Nachtheil, denn jene hatten nur Liebhaber des aussallend Schönen zu besriedigen, er aber soll im Wahren und durchs Wahre das Schöne geben; und wenn jene im beschränkten Kreise des Gartensreundes sich behaglich ergingen, so soll er vor einer unübersehbaren Menge von Kennern, Wissenden, Unterscheidenden und Ausstechenden sich über die Natürlichkeit controliren lassen.

Nun verlangt die Kunst, daß er seine Blumen nach Form und Farbe glücklich zusammenstelle, seine Gruppen gegen das Licht zu erhöhe, gegen die Seiten schattend und halbschattig abrunde, die Blüthen erst in voller Ansicht, sodann von der Seite, auch nach dem Hintergrunde zu fliehend sehen lasse, und sich dabei dergestalt bewähre, daß Blatt und Blättchen, Kelch und Anthere eine Specialkritik aushalte, und er zugleich im Ganzen, Künstler und Kunstkenner zu besriedigen, den unerläßlichen Effect dargeben und leisten soll!'

Daß irgend jemand eine solche Ausgabe zu lösen unternähme, würden wir nicht denken, wenn wir nicht ein paar Bilder vor uns hätten, wo der Künstler geleistet hat, was einem jeden, der sich's bloß einbilden wollte, völlig unmöglich scheinen müßte.

Künstlerische Behandlung landschaftlicher Gegenstände,

l83i.

lDie mit Hskchen bezeichneten Lrgiinzungen sind von H, Meyel,»

I.

Landschaftliche Malerei.

Fchemlltische«,

Der Künstler peinliche Art zu denken.

Woher abzuleiten?

Der ächte Künstler wendet sich auss Bedeutende; daher die Spuren der ältesten landschastlichen Darstellungen alle groß, höchst mannichsaltig und erhaben sind.

Hintergrund in Mantegna's Triumphzug.

Tizians Landschaften.

Das Bedeutende des Gebirgs, der Gebäude beruht aus der Höhe;

Daher das Steile.

Das Anmuthige beruht aus der Ferne;

Daher von oben herab das Weite.

Hiedurch zeichnen sich aus alle die in Tyrol, im Salzburgischen und sonst mögen gearbeitet haben.

„Vreughel, Iodocu« Momper, Roland Zavery, Isaac Major haben aNe diesen Eholakte»."

Albrecht Dürer und die übrigen Deutschen der ältern Zeit haben alle mehr oder weniger etwas Peinliches, indem sie gegen die ungeheuern Gegenstände die Freiheit des Wirkens verlieren, oder solche behaupten, insosern ihr Geist groß und denselben gewachsen ist.

Daher sie bei allem Anschauen der Natur, ja Nachahmung derselben, ins Abenteuerliche gehen, auch manierirt werden.

Bei Paul Brill mildert sich dieses, ob er gleich noch immer hohen Horizont liebt und es im Vordergrunde an Gebirgsmassen und in dem übrigen an Mannichsaltigkeit nie sehlen läßt.

„Da« beste der un« bekannt gewordenen Oelgemälde de« Paul Brill — er hat auch mehrere große Werke in Fre«co ausgesührt — befindet sich ln der fiorentinischen Galerie und stellt eine Jagd von Rehen und wilden Schweinen dar. Den Farbenton in diesem Bilde möchten wir kühl nennen; er drückt srühe Morgenzeit recht wohl au«, und stimmt daher vortrefflich zu den staffirenden Figuren. Da« Landschastliche, die Gegend, ist schön gedacht, einsach, großartig und gleichwohl gesällig; Licht und Schatten wußte der Künstler zweckmaßig zu «ertheilen, und erzielte dadurch eine ruhige, dem Auge angenehme Wirkung; die Behandlung ist' zwar fleißig, doch weder geleckt noch peinlich; ein sanster Lusthauch scheint durch die Bäume zu ziehen und ste leicht zu bewegen. Da« Gegenstück ist, wiewohl geringer, doch ebensalls ein Werk von Verdiensteu, und stellt eine wilde Gegend dar, wo ein Woldstrom zwischen Felsen nnd Gestein sich schäumend durchdrängt,"

Eintretende Niederländer.

Vor Rubens.

Rubens selbst.

Nach Rubens.

Er, als Historienmaler, suchte nicht sowohl das Bedeutende, als daß er es jedem Gegenstand zu verleihen wußte; daher seine Landschasten einzig sind. Es sehlt auch nicht an steilen Gebirgen und gränzenlosen Gegenden; aber auch dem ruhigsten, einsachsten, ländlichen Gegenstand weiß er etwas von seinem Geiste zu ertheilen und das Geringste dadurch wichtig und anmuthig zu machen.

„Wir gedenken hier einer schätzbaren Landschast desselben im Palast Pitti zu Florenz. Sie stellt die Heuernte dar, ist keck, meisterhaft behandelt, schön ersunden, gut colorlrt mit krästiger, keineswegs mißsälliger Wirkung de« Ganzen, Hundige Beschauer nehmen indessen mit Erstaunen, in dem Werk eine« Künstler« wie Rubens, die unrichtige Austheilung de« Lichte« wahr; denn aus eine Vaumgruppe vorn rechter Hand im Bilde sällt solche« recht« ein; alle« übrige, die staffirenden Figuren nicht au«genommen, ist von der entgegengesetzten Veite beleuchtet."

Rembrandt's Realism in Absicht aus die Gegenstände.

Licht, Schatten und Haltung sind bei ihm das Jdeelle.

Bolognesische Schule.

Die Carracci.

Grimaldi.

Jm Claude Lorram erklärt sich die Natur sür ewig.

Die Poussins sühren sie ins Ernste, Hohe, sogenannte Heroische,

Anregung der Nachsolger.

Endliches Auslausen in die Porträtlandschaften.

„Nach dem heroischen Styl, welchen Nico!ou« und Caspar Poussin in die landschastlichen Darstellungen gebracht, wäre auch de« Anmuthigen. Idyllenmäßigen in den Werken de« Johann Voth, de«Ruy«dael, de« du Iardin, Potter, Verghem, »an der Neer und anderer zu gedenken."

II.

Landschaftliche Malerei.

Fchematische».

Jn ihren Ansängen als Nebenwerk des Geschichtlichen.

„Sehr einsach, ost sogar bloß symbolisch, wie z, V, in manchen Bildern de« Olotto, auch wohl in denen de« Orgogna und andern,"

Durchaus einen steilen Charakter, weil ja ohne Höhen und Tiesen keine Ferne interessant dargestellt werden kann.

„Da« Steile, Schroffe herrscht selbst in Tizian« Werkeu, da wo er Felsen und Gebirge malt, noch vor; so ebensall« bei Leonardo da Vinci,

Männlicher Charakter der ersten Zeit.

Die erste Kunst durchaus ahnungsreich; deßhalb die Landschaft ernst und gleichsam drohend.

Forderung des Reichthums.

Daher hohe Standpunkte, weite Aussichten.

Beispiele.

Breughel.

Paul Brill; dieser schon höchst gebildet, geistreich und mannichsaltig. Man sehe seine zwöls Monate in sechs Blättern und die vielen andern nach ihm gestochenen Blätter.

Jodocus Momper, Roland Savery.

Einsiedeleien.

„Zu den Ginsiedlern oder Einsiedeleien sind auch wohl Hieronymu« Muzion« Heilige, in Wildnissen dargestellt, zu rechnen, welche Vorneliu« Vort in sech« bekannten schöneu Wittern in Hnvser stach"

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