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Ihr Füngern aber, die ihr unverzagt
Unausgesprochenes auszusprechen wagt,
Den Sinn, woran die Hand sich stotternd maß,
Das Unvermögen liebevoll vergaß,
Ihr seyd es, die, was ich und ihr gefehlt,
Dem weiten Kreis der Kunstwelt nicht verhehlt.
Und wie dem Walde, geht's den Blättern allen ,
Sie knospen, grünen, welken ab und fallen.

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IV.

Geheimfter Wohnsit. Wie das erbaut war, wie's im Frieden lag, Es kommt vielleicht vom Alterthum zu Tag: Denn vieles wirkte, hielt am selgen Fleiß, Wovon die Welt noch keine Sylbe weiß. Der Tempel steht, dem höchsten Sinn geweiht, Auf Felsengrund in hehrer Einsamkeit. Daneben wohnt die fromme Pilgerschaar; Sie wechseln, gehend, kommend, Jahr für Jahr. So ruhig harrt ein wallendes Geschlecht, Geschüßt durch Mauern, mehr durch Licht und Recht; Und wer sich dort sein Probejahr befand, Hat in der Welt gar einen eignen Stand: Wir hofften selbst uns ein Asyl zu gründen. Wer Buchten kennt, Erdzungen, wird es finden. Der Abend war unübertrefflich schön: Ach, wollte Gott! ein Künstler hätt's gesehn.

Bequemes Wandern. Hier find, so scheint e8, Wanderer wohlbedacht: Denn jeder fände Pfad um Mitternacht. Wir sagen nicht, wir hätten's oft gesehn, Dergleichen Wege doch gelang’s zu gehn; Denn freilich, wo die Mühe war gehoben, Da kann der Waller jede Stunde loben; Er geht beherzt – denn Schritt für Schritt ist leicht -So daß er fröhlich Zweck und Ziel erreicht. O selige Jugend, wie sie, Tag und Nacht, Den Ort zu ändern, innigst angefacht, Durch wilden Bergriß höchst behaglich steigt, Und auf dem Gipfel Nebeldunst erreicht.

Man schelt es nicht, denn wohl genießt sie rein, Auch über Wolken, heitern Sonnenschein.

VI.

Gehinderter Verkehr.

Wie sich am Meere Mann um Mann befestigt
Und am Gestade Schiffer überläftigt,

Die engen Pfade völlig weglos macht,
Auf Sicherheit, mehr auf Gewalt bedacht;
Bald Recht, bald Pladerei, sein selbst gewiß ,
Sey, wie es sey, und immer Hinderniß,
So Tag und Nacht den Reisenden zur Last:
Es ist vielleicht zu düster aufgefaßt.

Skizzen zu Casti's fabelgedicht: Die redenden Thiere.

1817.

Diese, von einem vorzüglichen Künstler an die Weimarischen Kunstfreunde gesandt, gaben zu folgenden Betrachtungen Anlaß.

Das Fabelgedicht von Casti bietet zu malerischer Darstellung weniger günstigen Stoff, als Reineke Fuchs und andere einzelne Apologen. Was gebildet werden soll, muß ein Aeußerliches mit sich führen; wo nichts geschieht, hat der Künstler seine Vortheile verloren. In genanntem Gedichte sind innerliche Zustände die Hauptsache, lebhafte, heftige, kluge, revolutionäre Gesinnungen einer schwachen und doch gewaltsamen und in ihrer Klugheit selbst unklugen, besorgten und sorglosen Despotie entgegengestellt. Als Werk eines geistreichen Mannes hat es große Vorzüge, dem bildenden Künstler aber gewährt es wenige bedeutende Momente. In solchen Fällen betrachtet man ein Bild, und man weiß nicht was man sieht, wenn man uns gleich sagt, was dabei zu denken wäre.

I. Berathschlagen der Thiere über fünftige Regierungsform, ob monarchisch oder republikanisch? Macht eine gute Thiergruppe; wer könnte aber dabei errathen, daß sie berathsdlagen?

II. Rede des Löwen als erwählten Könige. Bildet sich gut zusammen, auch drückt sich das Herrische des Löwen, die Nachgiebigkeit der übrigen untergeordneten Geschöpfe deutlich aus.

· III. Die Krönung des Löwen durch den Ochsen. Ein sinnlicher Act, macht ein gutes Bild; nur ist die Plumpheit des Krönenden keineswegs erfreulich; man fürchtet, den neuen Monarchen auf der Stelle ers drüdt zu sehen.

IV. Das Tagenleden; wird spöttisd dadurch der Handfuß

ver

vorgestellt. Wir können uns hier der Bemerkung nicht enthalten, daß das Gedicht, mit allen seinen Verdiensten, nicht sowohl poetisch ironisch als direct satyrisch ist. Hier sind nicht Thiere, die wie Menschen handeln, sondern völlige Menschen, und zwar moderne, als Thiere maskirt. Das Taßenlecken kann im beabsichtigten Sinne nicht deutlich werden. Man glaubt, des Löwen Pfote fey verleßt, das leđen eine Cur, und man wird durch den leidenden Blick des löwen, gegen Affen und Kater gerichtet, in diesen Gedanken bestärkt. Rein Künstler vermöchte wohl auszudrücken, daß der Löwe Langeweile hat.

Diese Bilder würden durch das Gedicht klar, und da sie gut componirt und wohl beleuchtet sind, von bekannter gesdhickter Hand dem Liebhaber wohl erfreulich seyn. Das sechste und siebente hingegen ist nicht zu entziffern; wenn man den Zweck nicht schon weiß, so versteht man sie nicht, und wird uns das Verständniß eröffnet, so befriedigen sie nicht. Von bildlichen Darstellungen, welche zu einem geschriebenen Werke gefertigt werden, darf man freilich nicht so streng verlangen, daß fie sich selbst aussprechen sollen; aber daß sie an und für sich gute Bilder feyen, daß sie nach gegebener Erklärung den Beifall des Kunstfreundes gewinnen, läßt fich wohl erwarten.' : Was jedoch solchen Productionen eigentlich den höchsten Werth giebt, ist ein guter Humor, eine heitere, leidenschaftslose Fronie, wodurch die Bitterkeit des Scherzes, der das Thierische im Menschen hervorhebt, gemildert und für geistreiche Leser ein geschmackvoller Beigenuß bereitet wird. Musterhaft sind hierin Fost Ammon und Aldert van Everdingen in den Bildern zu Reineke Fuchs, Paul Potter in dem berühmten weiland Casseler Gemälde, wo die Thiere den Fäger ridten und bestrafen.

Vorstehendes gab zu weitern Betrachtungen Anlaß.

Die Thierfabel gehört eigentlich dem Geiste, dem Gemüth, den fittlichen Kräften, indessen sie uns eine gewisse derbe Sinnlichkeit vorspiegelt. Den verschiedenen Charakteren, die sich im Thierreich aussprechen, borgt sie Intelligenz, die den Menschen auszeichnet, mit allen ihren Vortheilen, dem Bewußtseyn, dem Entschluß, der Folge, und wir finden es

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