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floß ein Strom aus seiner Quelle langsam hinab. O! wie viel anmuthiger ward der Strom felbft das durch, daß er über die Wangen floß, die, mit Krys ftau úberglaset, ihren glühenden Rosen durch dieß Waffer die Flamme schaften, welche ihre Farbe vor fich gab. »

This said, his watery eyes he did dismount, Whose sights till then were leveld on my face ; Each cheek a river running from a fount With brinish current downward flow'd apace: O how the channel to the stream gave grace! Who, glaz'd with crystal, gate the glowing roses That flame through water which their hue incloses.

O! guter Bater, welch eine Hülle von Zauber liegt in dem kleinen Umfreise einer einzigen Sbråne! Aber ben einer vollen Ueberschwemmung der Augen

welch felfenhartes Herz wird da nicht zerfliessen? Welche Bruft ift fo kalt, die hier nicht erwarmt würde? Widersprechende Wirkung! Kalte Bescheis denheit, heisser Zorn, jene wird dadurch entflammt, dieser erlöscht und erkaltet. »

O father, what a hell of witcheraft lies
In the small orb of a particular tear !
But with the inundation of the eyes
What rocky heart to water will not wear?
What breast so cold that is not warmed here?
O cleft effect! cold modefty, hot wrath,
Both fire from hence and chill extincture hath!

Denn fieh! seine Leidenschaft, die nur erfünftels te erstellung war, løfte doch meine ganze Befons nenheit in Zåhren auf. Jegt warf ich das weiffe

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Gewand meiner Keuschheit von mir ; entschlug mic
meiner Bedenklichkeiten und scheuen Besorgniffe ; gers
schmolz vor ihn, wie er vor mir; wenn gleich auf
verschiedne Art. Die Zärtlichkeit, in die er zerfloß,
vergiftete mich; und die meinige gab ihm Genesung..>

For lo! his passion, but an art of craft,
Even there resolv'd my reason into tears ;
Thero my white stole of chastity J daft,
Shook off my fober guards, and civil fears ;
Appear to him, as he to me appears,
All melting; though our drops this difference bore,
His poison'd me, and mine did him restore.

Eine Menge feiner Kunstgriffe , zu lauter Tú: den angewandt, nehmen bey ihm alle fremde Ges stalten an: vom brennenden Erróthen, oder von milden Thränen, oder von ohnmächtiger Blåsse; und er giebt und nimmt davon fo viel, als am bes sten zu seiner Täuschung dient ; erröthet bey allzu freyen Reden, weint ben fremdem Kummer, oder wird blaß und ohnmächtig ben trauervollen Scenen.»

In him a plenitude of subtle matter ,
Applied to cautels, all strange forms receives
Of burning blushes, or of weeping water ,
Or swooning paleness; and he takes and leaves ,
In either's aptness as it beft deceives,
To blush at speeches rank, to weep at woes,
Or to turn white and swoon at tragick shows;

Dergestalt, daß kein Herz, das ihm in den Weg kam, dem Schicksal entgehen konnte, das Ziel feis nes augewaltigen Sturms zu werden. Er wußte, daß die schöne Natur beydes wild und zahm ift;

und mit dieser Barbe bedeckt, eroberte er alles, was er zu Grunde zu richten dachte. Wider das, was er begehrte, pflegte er laut zu eifern; und wenn er von ihm herzlich erwünschter Wollust am stärksten entbrannt war, predigte er von jungfråulicher Uns schuld, und pries falte Keuschheit. ,

That not a heart which in his level came, Could scape the hail of his all - hurting aim, Showing fair nature is both wild and tame; And veil'd in them, would win whom he would maim: Against the thing he fought he would exclaim; When he moft burnt in heart - Wilhd luxury, He preach'd poor maid, and prais'd cold chattity.

„So bedeckte er bloß mit dem Gewande der Fróm migkeit den nackenden, versteckten Greuel reines Herzens; und so wurden die Unerfahrnen dem Vers sucher zur Beute, der gleich einem Cherub über ihs nen schwebte. Welch Mädchen, das jung und arg: los ift, fände nicht an solch einem Liebhaber Ges fallen? Weh mir ! ich fiel; und noch ist weiß ich nicht, was ich in einem ähnlichen Falle wieder thur würde. »

Thus merely with the garment of a Grace The naked and concealed fiend he cover'd, That the unexperienc'd gave the tempter place, Which, like a cherubin, above them hover'd. Who, young and simple, would not be, fo lover'd? Ah me! J fell; and yet do queftion make , What I should do again for such a fake.

„ Ach! jene vergifteten Thränen in seinen Augen, ach! jenes falsche Feuer, das so heiß auf seiner Wans

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כל

ge glühte, ach! jenes erzwungne laute Vechzen reis nes Herzens, ach ! jene trauervollen Klagen seines Mundes, ach ! alle die erborgten Gebehrden, die fo wahr zu feyn (chienen, würden jeßt abermals die ehemals Verführte verführen, und ein reuiges måds chen zu neuen Fehltritten verleiten!

o, that infected moisture of his eye, 0, that false fire which in his cheek so glow'd, 0, that forc'd thunder from his heart did fly, o, that sad breath his fpungy lungs bestow'd, O, all that borrowed motion , seeming ow'd, Would yet again betray the fore, betray'd, And new pervert a reconciled maid !

I.
Shakspeare's Lebensumftande.

Seite Í,

II.

Ueber dieses Dichters Gelehrsamkeit.

35.

III.

Ueber Shakspeare's Genie.

9o.
IV.

Ueber feine Fehler.

162.

V.

Ueber den Zustand der englischen Schaus

bühne zur Zeit Shakspeare's.

213.

VI.

Ueber die Eintheilung und Zeitfolge reiner

Sdauspiele.

241.

VII.

Ueber die englischen Ausgaben und Heraus:

geber dieser Schauspiele.

281.

VIII.

Ueber einzelne fritische Schriften, dieses

Dichter und seine Herausgeber betreffend. 402

IX.

Verzeichniß der Umarbeitungen, Nachah,

mungen und Uebersebungen der shafspearis

fchen Schauspiele.

449:

X.

Ueber Shakspeare's Gedichte, nebst einer

Auswahl derselben , englisch und deutsch. 524:

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