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die beste Schilderung von dem tolosanischen Reiche unter der Regierung des Theodorich II. und des Eurich. Obwohl er als eifriger Ratholik und patriotischer Romer aus übertriebenem Religionshaß und großer Vaterlandsliebe nicht ganz unparteiisch seyn konnte, so verdankt man ihm doch viele Nachrichten, die zum Vortheil der arianischen Gothen sprechen, und daher desto unverdächtiger sind.

Cassiodor, der bedeutendste Staatsmann am Hofe Theodoriche des Großen, ist in seinen vermischten Auffäßen (Variarum libb. XII.) für die Geschichte der legten Zeit des colofanischen Reiches von großer Wichtig: keit. Seine Chronik ist sehr kurz und daher von feinem großen Werth. Sehr zu bekagen ist es aber, daß seine Geschichte der Gothen verloren gegangen ist.

Der wichtigste Schriftsteller für die Gothen sollte eigentlich der gothische Bisdof Jornandes (richtiger Jordanes) von Ravenna feyn, da seine Geschichte (de rebus Geticis), ihnen ausschließlich gewidmet ist. Allein aus mehrfachen Gründen ist er nicht voranzustellen. Er brachte Cassiodors gothische Gesdichte in einen Aus: zug und fegte sie fort bis 552, so daß er mit dem oft: gothischen Könige Vitiges, und mit dem westgothischen Kónige Athanagild das Werk beendigt. Es ist in mancher Rúdsicht sehr schågbar, insofern er von der frühern Ge: schichte nach heimischen Ueberlieferungen Vieles aufbewahrt hat, was wir aus feinem griechischen und römischen

*) Bei Muratori Scriptt. rerum Italicar. Tom. I. und bei Hugo Grotius in der historia Gothorum, Vandalorum et Longobardorum. Amstelodam. 1655.

Schriftsteller wissen; allein auf der andern Seite ist es ald eine uncritische, von Fabeln und Unwissenheit strokende Geschichte fast nicht zu beachten. Ihm ist hauptsächlich die Verwechslung der Gothen, Geten und Scythen, wozu ihn die Belesenheit in frühern römischen und griechischen Geschichtschreibern verleitete, zuzuschreiben. Daher schrieb er den Gothen alles zu, was die Alten von den Scythen und Geten berichten, weßwegen er ihre Auswanderung von den Küsten der Ostsee in die entfernteste Vorzeit hinaufrückt. Aber auch in Folgendem zeigt Fornandes, daß er ein sdhlechter Geschichtschreiber ist, und die wichtigsten Vorfälle seiner Nation nicht recht kennt oder gar nichts davon weiß, wie z. B. von dem Kriege Athanariche mit Raiser Valeno: Was fast die Vermuthung zur Gewißheit steigert, daß er weder den Ammian Marcellin noch den Zosimus gekannt hat. Die Nachrichten über die Niederlassungen der Gothen am idywarzen Meere und ihre ausgedehnte Herrschaft unter Hermanrichs Regierung, ist noch eine der besten Parthieen des Buches, denn ohne Jornandes oder vielmehr Cassiodor, der hier gewiß gothische Ueberlieferungen benußt hat, wüßten wir fast nichts davon. Die ersten Einfälle der Gothen in das rómisde Reich werden nicht genau ges schieden: Ulariche Geschichte ist kurz und mit vielen Jrr: thümern erzählt; ebenso die Geschichte seiner Nachfolger. Besonders sind die Begebenheiten sehr untereinander ge worfen, so daß oft das früher Geschehene dem später Vorgefallenen nachgeseßt wird. Einiges, das sich nur bei ihm findet, wie das zweite Erscheinen Attila's in Gallien, und seine abermalige Niederlage durch die West: gothen, ist als verdächtige Nachricht zu verwerfen. Seine Vorliebe für die Gothen legt er an den Tag, und stellt

fie als gute, fanfte, aber tapfere Männer dar, die bes standig von den Nómern zum Krieg gereizt, durch die Noth gezwungen, die Provinzen durchziehen, und so ihre Wanderungen bis an den atlantischen Ocean fortsegen. Daß Jornandes hauptsächlich in diesem Werk die ostgo: thische Geschichte habe geben wollen, wie einige Gelehrte behaupten, möchte eine verwerfliche Ansicht renn; da er offenbar die westgothische, wenn auch etwas kürzer, in sein Buch aufgenommen hat. Daß er aber Theodorichs des Großen Stammtafel angibt, und nicht die von Alarich, ist leicht begreiflich, weil erst durch diesen westgothischen König die Familie der Balthen ausgezeichnet ward, und so großen Glanz erhielt, daß sie nach den Amalern für die erste gehalten wurde.

Der Tert, den wir von Jornandes besigen, ist noch sehr verdorben, besonders in den Namen, und daher ei: ner kritischen Bearbeitung bedürftig; nach der Vergleichung der besten Handschriften würde er uns gewiß in einer ganz neuen Gestalt erscheinen.

Procopius ) in seiner griechisch geschriebenen Ges schichte des Vandalen- und Gothenkrieges ist mehr für die Ostgothen als die Westgothen wichtig. Auch ist er in der Geschichte jener viel mehr wegen seiner Treue und Genauigkeit zu empfehlen als in dem, was er über Roms dritte Einnahme durch Alarich, und was er über den Sturz des tolosanischen Reiches erzählt. Seine Nach:

*) Procopii Cæsariensis opp. omnia ed. Maltret. Paris 1662. Hugo Grotius hat das auf die gothische Geschichte Bezug habende in der angef. Sammlung ins Lateinische überseßt.

richten über Theudeß sind besser, obwohl auch nicht ganz ohne Frrthum.

Das Chronicon des Victor Junnunensis ), welches bis auf das Jahr 563 geht, ist eigentlich für die westgothische Geschichte keine Quelle, allein es befin: det sich dabei eine Appendir (historische Randbemerkungen), die für manche Vorfalle bei den Westgothen guten Auf: schluß gibt, auch für die Bestimmung der Chronologie gute Dienste leistet: jedoch muß man in leşterer Hinficht, bei abweichender Angabe von andern Schriftstellern, vorsichtig seyn, da die Randbemerkungen manchmal zu den unrechten Jahren geschrieben sind. Eine Fortseßung dieser Chronik verfaßte Johann von Biclar**), welche bis auf die ersten Regierungsjahre Reccareds I (von 566 bis 590) geht. Sie zeidinet sich durch größere Auss führlichkeit vor den andern Chroniken aus, wie auch durch genaue Angabe der Chronologie. In der so verworrenen und widerspruchsvollen Zeit der Regierung Leovigilds ist er der beste Zeuge, und dem Gregor von Tours **) vorzuziehen, der bei den Verhältnissen und Kriegen der frånkischen Könige mit den gothischen der Vorfälle in

*) In der Hispan. illustrat. T. IV. p. 117 8qq. und in Canisii Lectt. antiq. T. I, p. 319 899.

**) In der Hispan. illustrat. T. IV. p. 152 sqq. in Canisii lectt. antiqq. T. I. p. 359, und in Scaligeri thesaurus temporum. Florez in der España sagrada T. VI. p. 422 899. gibt eine Continuatio die: ser Chronit von einem incertus auctor, die auf jeden Fall nach der Zeit des Isidorus Pacensis geschrieben ist, und nur wenig für die westgothische Gesdichte enthalt.

***) Historia Francorum lib. X. bei Du Chesne T. I. Besser nach Ruinartó Ausgabe bei Dom Bouquet (recueil des Historiens des Gaules et de la France. Par. 1733 T. II.)

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Spanien bald fürzer bald ausführlicher bis 495 erwähnt. Uuch zeigt dieser offenbar zu große Parteilichkeit für die Franken, und haßt die Gothen, so lange sie Arianer sind. Sein Fortseßer Fredegar *), der freilich spå: ter lebte, (seine Chronik endigt um die Mitte des siebenten Jahrhunderts) gibt uns gelegentlich auch Berichte über die westgothischen Könige, die um so schåßbarer sind, da sie gerade die Zeit betreffen, wo uns fast alle einheimischen Quellen verlassen. Seine Nachrichten sind zwar mehrentheils nicht sehr zuverlässig, und manche offenbar irrige Angabe ist von ihm gegeben, allein von Sisenands Thronbesteigung an (631) biß zu Chindasuinths Zeit ist er Hauptquelle, und in der leßtern Geschichte sind gewiß seine Nachrichten die zuverlässigsten, wie sehr die Spanier dieses aud) bestreiten wollen, und ihm widersprechende Facta angeben.

Eines der wichtigsten Werke für die westgothischen Könige in Spanien ist von dem Erzbischofe von Ses villa, dem hl. Isidorus **), unter dem Namen Clironicon Wisi -Gothorum verfaßt. Er ist eigentlich Fort: feßer des Fdatius, den er auch fast wörtlich aufgenoms men hat; daß er das verlorene Werk des Bischofs Mari:

*) Fredegarii Scholastici Chronic. findet sich bei Du Chesne und Dom Bouquet hinter Gregor von Tours.

**) Isidori Hispalensis Chronic. Gothor. in der Hispania illustrata T. III. p. 847. 899. Hier ist der Tert oft fehlerhaft und unvollstándig angegeben, und das Ende, was úber Guinthila gesagt ist, fehit ganz. Befier ist der Abdrud, den Hugo Grotius in der Sammlung der gothischen, vandalisohen, lombardischen u. Gerdichtschreiber gegeben hat, obwobl auch da der Tert nicht ganz von Fehlern und Lúden frei ist. Areval, der sámmtliche Werke Slidors edirt hat, gibt noch die beste Ausgabe. Isidori Hispalensis, opera omnia recens.

Faustin. Arevalo, Rom. 1797 – 1803. 4. 7 Voll.

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