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Diese blutige Schlacht bestimmte die rómischen Generale einen andern Weg einzuschlagen. Sie faßten den vernünftigen Plan die zahlreichen Schaaren der Gothen in den Bergen des Håmus einzuschließen und sie durch Noth und Hunger aufzureiben. Durch Saturninus, der mit neuen Truppen von Valeng geschickt worden war, unterstüßt, schloß man einen großen Cheil der Gothen in den genannten Bergen ein.

Schon waren sie aufs Neußerste gebracht und hatten die Wahl zwischen Hungertod oder Ergebung und Sklaverei: als neue Schwärme von Gothen und mit ihnen verbunden Alanen und Huns nen über die Donau reßten, und die Römer mit der Lage bedroha ten, in die fie die Eingeschlossenen gebracht hatten. Saturninus mußte daher, um nicht alles auf das Spiel zu reßen, die bes feßten Bergpåffe verlassen und sich zurückziehen. Die Ausges hungerten fielen über das Land her und suchten es noch schrecks licher heim, als früher. Obwohl der von Gratian geschickte General Frigeribus vor diesen Schwårmen kaum sich nach Jüys rien retten konnte, so paßte er doch bald eine Gelegenheit ab, den gothischen Heerführer Farnobius, der auch einen Theil des tapfern westgothischen Volfsstammes der Taifalen befehligte, bei Beroe zu schlagen, und viele Gefangene zu machen, denen am Po Lånder zum bebauen angewiesen wurden 11).

Ungeachtet dieses Sieges und mancher einzelnen Vortheile, welche rómische Generale über die Gothen erfochten, wurde die Lage des Kaisers tåglich mißlicher, und die feindliche Macht tåglichy furchtbarer. Fridigern vereinte die früher den Wests gothen feindlichen Dstgothen unter Saphrar und Alatheus: und diese leßteren willigten ein unter Fridigerns oberer Kriegslei

assuetæ illo tempore cadaveribus pasci : ut indicant nunc usque albentes ossibus campi-macht wahrscheinlich, daß er selbst das Schlacht: feld gefeben. Nach ihm war die Schlacht unentschieden: (aequo Marte partes semet altrinsecus afflictabant.) Jedoch Theodoret in der hist. eccles. Hieronym. in Chr. sprechen von einer Niederlage der Rómer, vielleicht deßwegen, weil sie zuerst das Schlachtfeld verließen. Des Orosius (L. VII, c. 33.) Worte: victo Valentis exercitu find nach dem Zusammenhang auf die Niederlage des Lupicinus zu beziehen.

Amm. Marcell, I. c. c. 9.

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tung zu stehen. Verschiedene Schwärme von Alanen und Sar: maten knüpfte er ebenfalls an seine Sache, und erhielt nicht geringen Beistand durch eine zahlreiche Reiterei der Hunnen. Da die Alemannen davon in Kenntniß gesegt worden waren, daß Gratian mit seinem Heere die Ufer des Rheins verließ, um seinem Dheim zu Hülfe zu eilen; so gingen sie noch im Winter mit einem großen Heere über den gefrorenen Fluß, und hielten so den Kaiser des Westens in Gallien zurück.

Der Plan, den die Generale des Valens befolgten, und den er selbst billigte, die Gothen langsam aufzureiben, håtte gelingen müssen, da wegen der plündernden Menge, die mehr verdarb als verzehrte, der Mangel nicht lange ausbleiben konnte, die Römer aber durch die Zufuhr von der See gesichert waren. Allein faum war der Raiser von Antiochia in Constantinopel angekommen, als er sich durch das Toben des Volfes, das sich erbot allein die Feinde zu besiegen, wenn man ihm Waffen gåbe, bestimmen ließ, den klugen Plan zu verlassen 12). Mehreres vereinte sich noch dazu ihn zu bestimmen, mit den Feinden in einer entscheidenden Schlacht zu fámpfen. In der legten Zeit hatte nåmlich für Trajanus, der früher das Heer des Kaisers in Thracien befehligte, Sebastianus den Befehl úber das Fußvolf erhalten. Er suchte vor allen Dingen Zucht und Strenge im Heere einzuführen, und durch kleine über den Feind ers rungene Vortheile den Soldaten Muth und Selbstvertrauen eins zuflóßen. Er wählte sich daher aus dem ganzen Heere 2000 Mann aus, mit denen er einer Abtheilung des gothischen Heeres, die reich mit Beute beladen war, entgegen ging, diese schlug und sich der ganzen Beute bemådhtigte, womit er Hadrianopel und die Gegend anfüllte. Sebastian übertrieb bei dem Kaiser seinen Sieg: dieser war unterdessen mit 300,000 Mann gegen Hadrianopel gerückt, und hatte an den Mauern der Stadt ein Lager bezogen. Fridigern mit seinen Gothen und den ihm ver.

12) Socrates L. IV, c. 38. Ammian. L. XXXI, c. 11. Moratus paucissimos dies, seditione popularium pulsus.

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bündeten Völkern lag nur zwölf rómische Meilen davon. Ein Kriegsrath ward gehalten, Sebastian und mehrere Generale glaubten nur in einer baldigen Schlacht Errettung des Reiches: der Reitergeneral Victor und einige andere aber waren gegen einen offenen Kampf und riethen erst Gratian abzuwarten, um init vereinten Kräften desto ficherer die furchtbare feindliche Macht zu zertrümmern. Denn Richomer war mit Briefen vom Kaiser des Westens angekommen, worin Valens von dem Sieg bei Golmar über die Alemannen und dem Marsche seines Nefs fen nach Thracien benachrichtigt ward. Anstatt diese Kunde mit Freuden aufzunehmen und dem klugen Rathe Victors Gehör zu geben, folgte Valens lieber den unbedachten Vorschlagen eines verwegenen Generals, des Sebastian, und den schmeichlerischen Erhebungen der kaiserlichen Macht der Höflinge. Denn eifersüchtig auf den Ruhm seines jugendlichen Neffen, der durdy glänzende Siege ihn zu verdunkeln suchte, wie er glaubte, wollte er nicht seine Hülfe erwarten, da ihm dann die Ehre die Feinde besiegt zu haben, durch einen Nebenbuhler entriffen werden könnte. Eine Schladit wird daher beschlossen und jede Zus rüstung getroffen 13).

Fridigern, gleich gewandt im Kriege wie in den Geschäften des Friedens, suchte bei den Anstalten des Kaisers zu einer Schlacht, ihn noch durd, Unterhandlungen zu hintergehen. Seit dem. Uebergang über die Donau hatten sich fast alle Gothen unter Fridigern dem christlichen Glauben zugewendet. Der gothische Führer schickte nun einen von seinen arianischen Priestern mit nicht vornehmer Begleitung, um dem Kaiser Friedensvorschläge zu machen: die Gothen wåren geneigt die Waffennieder zu legen, oder sie nur für den Dienst des Kaisers zu führen, wenn er Wohnsiße in Thracien, Getraide und Heerden bewilligte. Zugleich theilte der Priester noch die geheimen Auf. tråge mit, daß Fridigern glaube, daß freilich die aufgebrachte Menge der Gothen nicht leicht zu dieser friedlichen Uebercinkunft

13) Ammian. Marc. 1. C. C. 12.

zu bewegen rey; er hoffe aber durch die Nähe des furchtbaren kaiserlichen Heeres würden sie sich zu friedlichern Gesinnungen stimmen lassen. Daß diese Mittheilungen nicht aufrichtig gemeint seyen, durchschaute der Kaiser; man ließ sich daher in den Zurüstungen der Schlacht auf den folgenden Tag nicht irre machen. Es war am gten August des Jahres 378 n. Chr. als Valens Gepåck, Schåße und sonstige Sachen von Werth im Lager von Hadrianopel einigen legionen zur Bewachung zurůc ließ und gegen die Feinde rückte. Durch einen Fehler fam die Reiterei des rechten Flügels in das Angesicht des Feindes, als der linke noch ziemlich weit entfernt war : daher mußten die Sols daten in der Sonnenhiße in der größten Eile marschiren, um eine gehörige Schlachtordnung aufzustellen.

Noch jeßt fuhr Fridigern fort nach seiner alten Weise im Felbe Unterhandlungen anzuknüpfen. Er wollte Zeit gewinnen, schichte Friedensbotschaften, machte Vorschläge, erbot sich selbst zu Valens zu kommen, wenn sein Leben durch Geißel gesichert fey und zog so die Stunden hinaus, daß die römischen Sols daten, ausgeseßt den brennenden Strahlen der Mittagssonne, durch Hunger, Durst und Ermüdung erschöpft waren. Valens wurde überredet einen Gesandten ins gothische Lager zu schicken: dieses gefährliche Geschåft übernahm Richomer; doch kaum hatte er den Weg angetreten, als er durch den Beginn der Schlacht, welchen einige Bogenschüßen auf der römischen Seite gemacht hatten, zurückgerufen wurde. Die ostgothische Reiterei unter Saphrar und Alatheus nebst der alanischen stürzte sich von den Höhen herab : die rómische hielt nicht Stand und ergriff die Flucht. Das Fußvolk war nun verlassen, wurde sogleich ums ringt und niedergehauen. Dieses wåre nicht leicht möglich gewesen, wenn es nicht in einen engen Raum zusammengedrångt, außer Stand gefekt worden ware, seine Reihen auszudehnen, oder mit Erfolg Schwerter und Wurfspieße zu gebrauchen.

Bei der allgemeinen Niederlage und Flucht eilte der Raiser zu einem Haufen Truppen, die noch mit der größten Ans strengung den andringenden Feinden Widerstand leisteten. Zra

jan und Victor suchten die Zerstreuten zu sammeln, und schrieen, daß alles verloren wäre, wenn der Kaiser nicht gerettet wurde. Ef sammelten sich einige Truppen, von diesen Ermahnungen angefeuert, und fämpften für das Leben ihres Kaisers bis zur einbrechenden Nacht. Dann in der ersten Dunkelheit wurde Valens (wie man glaubt) unter den gemeinen Soldaten von einem Pfeile getroffen und tödtlich verwundet: den sterbenden Fürsten trug man in eine nicht weit entfernte Hütte, welche bald von den Feinden umringt und angezündet ward, da die kaiserlichen Begleiter den Eingang tapfer vertheidigten. Der Kaiser mit seinem ganzen Gefolge verbrannte. Nur einer ent: kam aus der Flamme, und bewährte durch seine Erzählung die Nachricht von dem Tode des Valens. Die Niederlage der Römer in dieser Schlacht war schrecklich: zwei Drittheile des Heeres waren umgekommen: so daß Ammian nicht übertreibt, wenn er sie mit der cannenfischen Niederlage vergleicht. Trajan und Sebastian blieben auch auf dem Schlachtfelbe, und eine große Menge hoher und niederer Offiziere. Nur die Dunkelheit der Nacht rettete die Zrůmmer des geschlagenen Heeres, und die Besonnenheit der beiden Generale Victor und Richomer. Sie hinterbrachten dem Kaiser Gratian das Unglúd bei Hadrianopel, und bestimmten ihn seinen Marsch nicht weiter fortzuseßen, sondern die Grenzen des westlichen Reiches zu schußen 14).

14) Ueber die Schlacht und Valen: Tod Ammian. Marc. XXXI, c. 12 u. 13. Orosius L. VII, c. 33.- Zosimus c. 25. ist úber Sebastian sehr ausführlich: die Schlacht erzählt er kurz; nach ihm flüchtete sich Valens in ein offenes Dorf, das die Gothen in Brand steckten, so daß er mit den Einwohnern in den Flammen umkam. Nach Ammian, Socrat. IV, 38. u. Sozomen. L. VIII. init. ware er in der Schlacht um: gekommen; jedoch erwähnt der erste auch, daß man erzáble, daß er seinen Tod_in den Flammen gefunden. Jornandes c. 26. u. Sext. Aurel. Victor Epit. c. 46. Orosius 1. c. Isidori Chronic. Goth. u. Idatii Chronograph. Historia Miscella L. XXI, c. 84. stimmen darin úber: ein, daß Valeng verwundet in eine Hütte geflüchtet und darin verbrannt Teo: die genannten christlichen Spriftsteller reben diesen Feuertod als eine Strafe des Himmels an, weil er als Arianer, durch die Zuschidung der arianischen Bischöfe, die Gothen zur arianischen Lebre binúbergezogen hátte.

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