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find denen im Codex Argenteus gleich, doch nicht mit dem Fleiß und der Pracht geschrieben. Auch die Sprache stimmt in beiden überein 77). Daher sieht man dieses Bruchstück auch als einen Bestandtheil der Ulphilanischen Ueberseßung an.

Schon hatte man lange die Hoffnung aufgegeben, noch etwas von dem Ulphilanischen Werke aufzufinden, als der glückliche Entdecker alter Handschriften Angelo Majo im Jahr 1817 in der Ambrosianischen Bibliothek in Mailand auf mehreren Codicibus rescriptis viele große Brudystúde einer alten Bibels ůberseßung entdeckte, und von seinen Funde Proben dem Publicum mittheilte 78). Da die Schrift und die Sprache der Ambrosianischen Palimpsesten mit der Bibelübersegung der fils bernen Handschrift außerordentlich übereinstimmt, und dabei auch ein Fragment eines alten gothischen Calenders sich befindet; so hat man sie nicht nur für einen Bestandtheil der Ueberseßung gehalten, welche der Codex Argentens giebt, sondern auch durch das beigefügte Calenderstůc einen neuen Beweis für die Aechtheit der gothischen Sprache und Schrift in diesen alten Handschriften gefunden.

Nach der Befanntmachung des Angelo Majo sind die entdecten Bruchstücke sehr zahlreich und finden sich in fünf vers schiedenen Handschriften. In einem Codex rescriptus in 4to von 204 Seiten, worauf S. Gregorii Magni homiliae in Ezechielem zu lesen sind, entdeckte er die Briefe Pauli an die Rómer, an die Corinther, an die Galater, an die Ephesier, an die Philipper, an die Colosser, an den Timotheus, an Titus, an Philemon und das Calenderstůck: jedoch sind die Briefe nicht ganz, da an mehrern Stellen ziemliche Lüden vor: kommen. Der erste Theil der Handschrift ist schöner geschrieben alb der andere. Am Rande find manchmal die verschiedenen

77) Der Brief Pauli an tie Rómer ist jedoch nicht ganz erhalten: nur Cap. XI, 33 – 36. XII, 1–5. 17—21. XIII, 1–5. XIV, 9–20. XV, 3-13. enthält er.

78) Ulphilae partium ineditarum in Ambrosianis palimpsestis ab Angelo Majo repertarum specimen conjunctis curis ejusd. Maji et Car. Oct. Castillionaei editum Mediolani. MDCCCXIX.

U 1. Tab. II. .

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Lesarten mit etwas kleinern und mehr liegenden Buchstaben angegeben, weswegen Majo glaubt, daß Ulphilas ein großeres und kleineres Alphabet erfunden habe *).

Auf dem zweiten Coder in 4to von 156 Seiten liest man des S. Hieronymi explanatio in Isaiam. Darunter befindet sich Ulphilas Uebersebung von den Briefen des Paulus an die Corinther, Galater, Ephesier, Philipper, Colosser, Thessalonicher, an den Limotheus und an den Titus. Von ihnen gilt dasselbe was bei den vorigen. Die Schrift ist etwas flüchtiger ***).

Bei einem Coder in 4to, der die Bücher der Könige enthalt, liest man in der darunter befindlichen Schrift die Comodien des Plautus und Bruchstücke von Tragödien des Seneca; allein auf zwey Seiten (209 und 210) ist eine gothische Uebersegung von einem Theil des alten Testaments, des Esdra; dann auf 4 Seiten (von S. 451-52, und von 461-62) ein Stück vom Nehemias. Die Schrift ist weniger schon ***).

Ferner entdeckte Majo in einem alten lateinischen Evan, gelienbuch in Kleinquart, auf einem Blatte ein Stück vom Evangelium des Matthåus, wodurch der Tert der silbernen Handschrift ergånzt werden kann t).

Was in dem fünften Palimpsesten auf zehn Folio. Seiten in gothischer Sprache entdeckt wurde, gehört nicht dem Ulphi: lanischen Werke an: denn es enthält eine dogmatische Abhands lung von einem Ungenannten, der häufig Stellen aus der Bibel citirt. Die Schrift ist viel größer und schöner als die der übrigen, so daß sie in dieser Hinsicht der silbernen Handschrift am nächsten kommt it).

Vergleicht man die gothit Sprache mit en deutschen Mundarten und Löchterspra wird m 11, daß fie mit der schwedischen, wo then her

sollen, am wenigsten Aehnlichkeit hat

viele grie

lateinische

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Wórter darin vorkommen, liegt in der Natur der Sache, da sie bei der neuen Bekanntschaft mit bisher unbekannten Dingen und Begriffen die Namen beibehielten, unter denen sie den Gothen bekannt wurden. Bei den griechischen Wörtern könnte man vielleicht etwas weiter gehen, und eine ursprüngliche Sprachs verwandtsdjaft annehmen. Was viele Wörter betrifft, die weder griechisch noch lateinisch sind, und auch keinen deutschen Ursprung verrathen; so ist entweder anzunehmen, daß sie veraltet sind und ihre Bedeutung uns ganz entfremdet ist, oder daß sie aus der Sprache der Sarmaten und Dacier aufgenommen worden, da die Gothen in die Wohnfiße dieser Völfer einwanderten, und gewiß manche Wörter von ihnen entlehnten. Jedoch ist die Anzahl derselben nicht groß.

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