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ten jede Anstrengung, der Abnahme ihres Ansehens zuvor zu fommen. Verschwörungen wurden gemacht, aber von dem Könige entdeckt, streng bestraft und die Güter der Verschworenen eingezogen; die Großen aber wie die Bischöfe, gegen welche die Regierung nun mit Argwohn erfüllt seyn mußte, unter strengere Aufficit gestellt, was von Tag zu Lag die Gemüther mehr erbitterte. Suinthila ward dem Volfe, welches vielleicht von der wahren Lage der Dinge nicht einmal unterrichtet war, als ein habfüchtiger, grausamer, blutdůrstiger Tyrann dargestellt, der nur damit umginge das Wahlreich der Gothen in eine erbliche Despotie umzuschaffen. Ungeachtet dieser Anschuldigungen, welche den Samen des Aufruhrs ausstreuen sollten, war doch ein großer Theil der Gothen dem Könige, von dem sie mit Wohlthaten überhåuft waren, zu ergeben, als daß sie ihn verriethen. Daher war es nothwendig auswärtige Hülfe zu suchen, und vielleicht erst dann entschieden sie sich die meisten wider ihren Willen – die neue Regierung, die ihnen von den Großen aufgedrungen wurde, anzuerkennen.

Ein gothischer Großer, Siserand mit Namen, pflanzte die Fahne des Aufruhrs in Septimanien auf. Da er aber ohne fremde Unterstüßung den König nicht vom Chron stürzen konnte, ersuchte er den König Dagobert von Burgund und Neustrien um ein Hůlfsheer und versprach ihm dafür aus dem gothischen Schaße das kostbarste, nåmlich eine goldene Schüssel (Missorius), welche der König Thorismund wegen der geleisteten Hülfe gegen die Hunnen von dem Patricier Aetius erhalten hatte. Sie war von massivem Golde und wog fünfhundert Pfund 73). Dago, bert, ein Mann von habsüchtigem Sinne, war durch dieses Anerbieten sehr erfreut. Er schickte sogleich ein Heer von Burs gund aus unter der Anführnng des Abundantius und Veneran

73) Fredegar. c. 73. Vielleicht war es derselbe Schaß, den Procop. de bell. Goth. L. I. c. 12. p. 343. beschreibt, als er davon spridi, daß Klodwig Carcassonne, belagerte: év rois vv xai ra Eoló uwvos rou Εβραίων βασιλέως κειμήλια, αξιοθέατα έφαγαν όντα πρασία γαρ λίθος αυτών τα πολλά εκαλλώπιζεν, άπερ εξ Ιεροσολύμων Ρωμαίοι το παλαϊoν είλον. .

bus nad Spanien, um Sisenand's Rebellion, der sich zum Kónig hatte ausrufen lassen, zu unterstüßen. Suinthila hatte ein Heer zusammengezogen, um den Franken damit entgegen zu rücken, die bis in die Nähe von Saragossa vorgedrungen waren. Die Führer im gothischen Heere waren gewonnen, und der große Haufen folgte, wie gewöhnlich dieses der Fall ist, denen, von welchen sie sahen, daß sie die Uebermacht hatten. Das ganze Heer, selbst der Bruder Suinthila's, Geila, ging zu Sisenand úber, und man erkannte ihn allgemein, theils aus Hoffnung auf Gewinn, theils aus Furcht, als König des westgothischen Reiches an (631) 74).

Da man des frånkischen Heeres nun nicht mehr bedurfte, so kehrte dieses nach Hause zurück. Dagobert aber schickte sogleich zwei Gesandte, um das versprochene goldene Gefäß abzuholen. Sisenand håndigte es ihnen auch ein: allein die Gothen, dars ůber unzufrieden, daß ihr kostbarster Schatz außer landes kommen sollte, fekten den Gesandten nach und nahmen es ihnen gewaltsam wieder ab. Um Dagobert zu befriedigen, zahlte ihm der gothische König den Werth des Gefäßes mit 200,000 Solidi 75).

Das weitere Schicksal des abgelegten Königs und seines Sohnes Riccimer ist unbekannt, da die frånkischen Berichte, welche uns hier Quelle find, nichts davon inittheilen, und die spåtern spanischen Schriftsteller, welche noch die jeßt verlorenen alten Quellen benußen fonnten, die Abfeßung Suinthila's mit Stillschweigen übergehen 76). Soviel nur ist bekannt, daß er

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74) Da uns nach dem Schluß der Chronit des Ifidor die spanischen Quellen fehlen (denn die Chronik des Jídephons, des Fortreßers des Ifidor, ist verloren), so ist über die Thronbesteigung Sisenands Fredegar. Schol. Chronic. c. 73. einzige Quelle. Hier heißt es: Cum in Spania devulgatum fuisset, exercitum Francorum auxiliandum Sisenando adgredere, omnis Gothorum exercitus se ditioni Sisenandi subegit. Habundantius et Venerandus cum exercitu Tholosano tantum usque Caesaraugustam civitatem cum Sisenando accesserunt. Ibique omnes Gothi de regno Spaniae Sisenandum sublimant in regnum.

75) Fredegar. I. c.

76) Isidorus Pacensis, der eine Chronit vom Anfange der Regie: rung des Heraclius bis zum Jahre 754 schrieb, sagt nur, daß Sisenand fich des Thrones tyrannischer Weise bemachtigt habe. Die Chronik von

noch im Jahre 633 lebte, wie aus den Beschlüssen des vierten toletanischen Conciliums zu ersehen ist.

Da bald Aufstånde gegen den König ausbrachen, wovon der, welcher durch Suinthila's Bruder, Geila, erregt wurde 77), der bedeutendste mag gewesen seyn; lo suchte er, weil er die Nation nicht für sich hatte, die Geistlichkeit zu gewinnen, und die Usurpation sich durch ein Concilium beståtigen zu lassen. In dem 3ten Jahre seiner Regierung (633) wurde nach Toledo die vierte Kirchenversammlung berufen, die, wie die folgenden, zugleich als Reichstage zu betrachten find. Isidor von Hispalis, der fobredner des Rönigs Suinthila, hatte als attester Metros politan den Vorlig. Das unterwürfige Betragen des Königs 78) und die vielen Vorrechte, welche er der Geistlichkeit einräumte, hob dieselbe zu solchem Ansehen, daß fie fast die ganze Regie: rungsgewalt in die Hände bekam, und die Könige nur von ihr geleitet wurden. Nachdem die versammelten Bischöfe über firchs liche Angelegenheiten, über die Bekehrungen der Juden, über die Freilassung der Sklaven Saßungen gegeben hatten, schlossen sie damit, Sisenand durch Verordnungen auf dem Chron zu sichern. Wer gegen den König etwas unternimmt, ist in den Kirchenbann gethan. Wenn der Regent gestorben, so sollen sich die Bischöfe und die Großen zur Wahl eines neuen Königs versammeln. Zuletzt wurde noch in Hinsicht Suinthila's und

Albayda (geschrieben im Sten Jahrhundert, endigt mit dem Jahr 883), Roderich von Toledo und Lucas von Tuy erwähnen der Sache nicht. Das Chronicon S. Benigni : Sentilla, rex Hispaniae, quem Sisenandus oppresserat, moritur.

77) Coleti Concil. Tom. VI. p. 1471. hier werden Geila und die Seinigen von allen Ehrenamtern ausgeschlossen, weil er nicht fidem gloriosissimo domino suo promissam servavit.

78) Mariana L. VI. 5. In eo conventu novus rex genibus nixns coram Patribus humillimoque totius corporis habitu, inter singultus et lacrymas, quae ex oculis copiosae mauabant, preces pro se divini numinis propitiandi causa fundi petiit etc. Ildephonsus in seiner Chronit, die Lucas von Tun in seinem Chronicon Mundi L. III. am Anfange aufgenommen hat, sagt kurz, aber bezeidinend von ihm : Sisenandus regnavit annis tribus. (Juliani Chronic. richtiger ann. V.) Istc synoda episcoporum egit, patiens fuit, regalis Catholicis orthodoxis exstitit.

seiner Kinder der Beschluß gefaßt, daß sie nie ein Ehrenamt erlangen könnten und alle ihre Güter verlieren sollten, außer die, welche ihnen des Königs Gnade bewilligte. Eben diese Strafe traf den Bruder Suinthila's, Geila mit seiner Familie, weil er gegen Sisenand rebellirt hatte 79).

Nach Sisenand's Lod (636) wählte man, wahrscheinlich nach manchen unruhigen Auftritten, den Chintila, einen der Geistlichkeit sehr ergebenen Mann, zum König 80). Gleich beim Antritt feiner Regierung hielt er ein Concilium (das fünfte) zu Toledo, worauf er sich beståtigen ließ. Ade Unruhstifter und Empórer wurden mit dem Banne bedroht: eben so die, welche dem Könige fluchten, oder über ihn Zauberworte språchen. Zugleich wurde eine Verordnung wegen der Sicherheit der fåniglichen Kinder gegeben, und unter scharfer Strafe verboten, während der Lebzeiten des Königs die Wahl eines neuen Königs vorzunehmen. - Aus allen diesen Verordnungen fann man zur Genůge sehen, daß Chintila viel mit Aufrührern, die ihm nach der Krone strebten, zu thun hatte. >

Unter den vorhergehenden Rónigen seit Sisebut scheinen die Fuden durch Einstellung der Verfolgungen sich wieder im lande vermehrt zu haben. Chintila, der diese Nation ganz besons ders haßte, ließ ein Edict ergeben, daß alle Juden ohne Ausnahme seine Staaten verlassen müßten. Bei der nåchsten Kirchenversammlung zu Toledo (der sedysten), die der König zusammenbcrief (638), ward dieses Edict noch dahin ausges dehnt, daß jeder nachfolgende Regent bei seiner Thronbesteis gung beschwören mußte, das halten zu wollen, was gegen die Juden entschieden worden 81). Außerdem wurden von

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79) Acta Concil. IV. Tolet. bei Colet. T. VI. p. 1472.

80) Da uns andere Quellen feblen, so sind über ibn hauptsächlich die Acta des 5ten und 6ten tolet. Concilium bei Colet. T. VI. zu ver: gleichen. Was die Chronologia et series reg. Gothor. von Chintila sagt:

Synodos plurimos Toleto cum Episcopis egit, et subditum regnum fide firmavit ist nach den Worten der Chronik des beil. Ildephonsus, wie sie auch bei Lucas von Tuy gelesen werden.

81) Concil. VI. Tolet. can. 3. Postquam ad gubernacula accesserit regni (rex), si ipse temerator exstiterit hujus promissi, sit anathema,

neuem wegen der Königswahl Verordnungen gegeben: nur aus vornehmem alten gothischen Geschlechte könnte sie vorgenommen werden. Die Saßungen endigen damit, des Kóniges Person zu fichern: über einen jeden, der dem König nach dem Leben strebt, ihn vom Throne stoßt, Mannschaft fammelt, um ihn zu bekriegen, wird ein schrecklicher Bann vor dem Angesichte Gottes, seiner Engel, der Heiligen, der Kirche und der Gläubigen ausgesprochen. Wenn des Königs Nachfolger und die gothischen Großen nicht Verdacht auf sich laden wollen, so sollen fie des Kóniges Lod wie den eines Vaters råchen.

Obwohl Chintila (der 640 starb) 82) seinem Sohne Lulga die Krone verschafft hatte 83), so konnte derselbe sie doch nicht behaupten, ungeachtet der strengen Gefeße, die in den drei legten Concilien gegen Aufrührer erlassen waren. Die Jugend und Sanftmuth des neuen Konigs machte herrschsüchtige Große von Tag zu Tag verwegener. Die schwache Hand des Jüngs lings fonnte das Ruder des Staates nicht mit Kraft führen. Seine Milde bestrafte nicht mit Strenge den Ungehorsam und Troß der unruhigen Unterthanen: endlich sank sein Ansehen so rehe, daß zur Erhaltung des Reiches die meisten Großen einen Regierungswechsel für nothwendig erachteten. Sie boten daher dem Chindafuinth, einem schon bejahrten und strengen Manne aus vornehmem gothischen Geschlechte, die Krone an. von ihnen unterstüßt, stürzte er den jungen Lulga vom Throne (641), ließ ihm die Haare abschneiden und ein Kloster zum Aufenthaltsort anweisen 81), wodurch demselben jede Hoffnung

maranatha in conspectu sempiterni Dei, et pabulum efficiatur ignis aeterni.

82) Ildephonsus bei Lucas von Tuy gibt seine Regierungszeit auf 5 Jahre 4 Monate an, Julian in der Chronit auf 3 Jahre 9 Monate; des legtern großere Genauigkeit in der Chronologie verdient auch hier den Vorzug.

83) Fredegar. c. 82. Sentila, rex Spaniae, qui Sisenando in regno successerat, defunctus est. Hujus filius, nomine Tolga, sub tenera aetate Spaniae petitione patris sublimatur in regno.

84) Fredegar. 1. c. Tandem unus ex primatibus nomine Chintasindus, collectis plurimis Senatoribus Gothorum, ceteroque populo in regno Spaniac sublimatur: Tolganam degradatum ho

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