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von fidy entfernte. Adein Brunnehild, Theodorichs Großmutter, und Theudelane, seine Schwester, die fürchteten, ihren Einfluß bei dem burgundischen König zu verlieren, wußten die gothis sche Prinzessin so verhaßt zu machen, daß Theodorich die Ehe eigentlich nie vollzog, seine Gemahlin nach Verlauf eines Jahres schimpflicher Weise ihrem Vater zurück schickte, und die Geschenke, die sie mitgebracht hatte, behielt (607) 39). Witterich, über diese Mißhandlung seiner Tochter aufgebracht, beschloß glåns zende Rache wegen dieses Schimpfes zu nehmen. Er madyte mit Theodebert, König von Austrasien, Clotar, König von Soiffong oder Neustrien, und dem longobardenkönig Agilulph ein Bündniß gegen Burgund. Ein furchtbarer Krieg schien auszubrechen; allein er unterblieb; warum? - ist unbekannt 40).

Obwohl dein gothischen Könige persönliche Tapferkeit und Kriegskenntniß nicht abzusprechen sind; so war er in den Zügen gegen die Griechen wenig glücklich. Er zog mehrere Male gegen sie zu Felde, jedoch ohne etwas dabei zu gewinnen. Nur in der Stadt Segontia ließ er durch seine Feldherrn die geringe Besaßung gefangen nehmen 41).

39) Fredegar. c. 30. Eadem factione aviae suae Brunechildae virilem coitum non cognovit. Instigantibus verbis Brunechildae aviac et Theudilanae germanae efficitur odiosa. Post anni circulum Theudericus Ermenbergam exspoliatam a thesauris in Spaniam retransmisit.

40) Fredegarius c. 30 u. 31. ist Quelle, obwohl eine nicht ganz Richere. Bei ihm heißt es: Unanimiter quatuor reges cum exercitu undique super Theudericum inruerint, ut regnum ejus auferrent et eum morte damnarent, eo quod tantam de ipso reverentiam ducebant. Legatus vero Gothorum evectu navali de Italia per mare in Spaniam revertitur. Sed hoc consilium divino nutu non sortitur effectum. Aimoin und der Auctor der Gesta Francorum, die über diese Geschichte noc Náheres angeben, sind noch verdächtigere Zeugen. Mascou (Geschichte der Teutichen 148 Buch, S. 34.) hált auch die Geschichte für nicht sebr glaubwürdig.

41) Isidori Chronic, Adversus Romanos nihil satis gloriae gessit, praeter quod milites quosdam Sagontia per Daces obtinuit. Maria: na nimmt die Duces für Griechen, (daß námlich Witterich die Stadt durch Verrath griechischer Befehlshaber genommen habe) Ferreras für Gothen: ich folgte der leßtern Ansicht. Segontia ist hier nicht Siguença in Altcastilien, (wie mandye annehmen, auch Ritter in der Note zu Gus thrie und Gray Th. 5, Bd. 2. S. 388.) denn bis dahin waren die Griechen nicht gekommen, sondern das beutige Gisgonja, nabe an der Meerenge von Gibraltar, wie Ferreras wahrscheinlich gemacht hat.

Da er sich burdy seine Gewaltthåtigkeiten und feindlichen Absichten gegen den fatholischen Glauben bei dem größten Theile der Nation verbaßt machte, so bereitete er sich selbst die Strafe, die er wegen des Mordes seines Vorgångers verdiente 42). Nad) einer siebenjährigen Regierung ward er bei einem Gastmahle plóßlich von Verschworenen angefallen und ermordet. Sein Körper wurde auf die Straße geworfen, und wie der eines Missethåters behandelt und begraben (610) 43).

Die Verschworenen hoben nun den rechtgläubigen Gundemar auf den Thron. Anzunehmen, daß er durch Hülfe der Franken zu der königlichen Würde gelangt seg, wie Mariana 41) nus bisher noch nicht gedructen Urkunden behauptet, scheint verworfen werden zu müssen. Denn außerdem, daß fein fråntischer Geschichtschreiber erzählt, daß Gundemar, wie Mariana's Urfunde angibt, den Franken einen jährlichen Eribut wegen der geleisteten Hülfe bezahlt habe, widerspricht sich dieselbe iin Verlauf der Erzählung selbst. Gundemar, heißt es, habe gleich nach seiner Thronbesteigung Gesandte an die frånkis Ichen Könige geschickt, um sich ihre Freundschaft zu erwerben: allein gegen alles Völkerredit rey die Gesandtschaft gemißhandelt und mit Verachtung zurückgewiesen worden. 416 Gundemar zum zweiten Male Gesandte geschickt habe und eben so beleidigt worden sey, habe er dem Statthalter von Septima: nien Bulgaran Kriegsrústungen befohlen. Dadurd, erschreckt, habe Theodorich, König von Burgund, Gesandte geschickt, die Bulgaran nidytins land gelassen; aber durch die Einnahme von zwei Sdıldssern an der Grenze, welche früher der Bruns

42) Isidor. Chr. Hic in vita plura illicita fecit, in morte, quae gladio operatus fuerat, gladio periit.

43) Isidor. Chronic. Chronol. et Series reg. Goth. I. c. Bei Isidor ist eine Variante: es beißt: Corpus vero ejus viliter est exportatum et ejectum. In der Ausgabe von Grotius steht für das letzte Worte: sepultum.

44) Mariana L. VI, c. 2. Argumento vectigalis annui, quod Francis a Gondemaro solvi consuevisse satis constat ex Bulgarani Comitis Galliam Gothicam pro Rege ea aetate gubernantis literis : quae ad hunc diem Compluti ct Oveti inter veteres schedas librosque servantur.

nehild von den Gothen abgetreten worden, reyen Gundemar's Waffen in Achtung gereßt worden 45).

Nach Toledo berief Gundemar zwei Kirchenversammlungen (610 und 611), worauf durch einen königlichen Beschluß der erzbis schöfliche Siß über die carthagenische Provinz in Toledo festges seßt ward, da die auf der Versammlung gegenwårtigen Bischöfe bewiesen, daß Loledo schon früher einen Erzbischof gehabt habe 46).

Die Kürze seiner Regierung (sie dauerte nur zwei Jahre) und der Mangel an ausführlichen Nachrichten erlauben nicht, viel von diesem Fürsten zu sagen. Nachdem er gegen die råus berischen Basken 47) zu Felde gezogen war, und sie zur Fludit auf die Berge genöthigt hatte, suchte er auch die Macht der Griechen zu schwächen. Er belagerte sie in ihren Stådten, jedoch ohne Erfolg, da er bald darauf starb (612) 48).

Man wählte zu seinem Nachfolger Sisebut. Von diesem Könige, gewiß einem der besten und trefflichsten, die zu Toledo auf dem gothischen Chron gesessen haben, hat uns das Schid: sal leider nur wenige Nachrichten hinterlassen: allein, was uns von ihm aufbewahrt ist, reicht hin, denselben von der vortheils haftesten Seite zu zeigen. Einige Aufstånde, die in Nordspas nien ausbrachen, unbekannt aus welcher Ursache, unterdrückte er durch seine Feldherrn 48). Rechila ward gegen die aufrüh. rerischen Asturier, Suinthila gegen die unruhigen Ruconier an Galiciens Grenze geschickt. Auch die Herrschaft über

45) Die Histoire de Languedoc T. I, p. 323. hat Mariana's Ers zählung schon widerlegt. Daniel in der Geschichte von Frankreich wurde wahrscheinlich durch diesen spanischen Geschichtschreiber verleitet zu sagen: Theodorid und Theodebert hatten sich die Gothen unter Gundemars Res gierung zinsbar gemacht.

46) Acta Concilii Tolet. bei Aguirre. T. II. p. 435.
47) Isidor. Chronic.

48) Isidor. in der Chronik erzählt dieses mit zwei Worten: militem (Romanum) obsedit. Ferreras ad ann. 611. erklärt diesen Ausdruck so. als hátte Gundemar den Griechen die Wege verlegt, und ihnen die Ge: legenheit benommen ferner Streifereien in die Staaten der Gothen zu machen. Die Erklárung ist gezwungen: die im Text gegebene ist die natürlichste.

49) Isidor. Chronic.

das Land der Basten befestigte er mehr und mehr 50). Den bedeutendsten Krieg, den er persönlich führte, fing er mit den Griechen an. Diese hatten noch die Küste des mittelländis schen Meeres von der Meerenge von Gibraltar bis Valentia inne, und außerdem den südlichen Theil von Portugal, das jeßige Algarbien. Der Patricier Såsarius führte damals den Befehl über die griechischen Besaßungen in Spanien. Als er Sisebuts feindliche Bewegungen merkte, 309 er seine Truppen zusammen, und rückte den Gothen in einer Schlacht entgegen: allein Tapferkeit und Menge entschied für diese: Jdie Griechen erlitten einen großen Verlust an Lodten und Gefangenen, und mußten die Flucht ergreifen. Noch schlimmer erging es ihnen, als sie, wieder gesammelt, die zweite Schlacht gewagt hatten. Nur hinter den Mauern der festesten Städte konnten sie sich vor den siegreichen Gothen retten. In diesem Kriege zeigte Sisebut eine sehr große Menschlichkeit und Milde gegen die Feinde. Die Verwundeten ließ er gut verpflegen, und ging in seiner Wohlthåtigkeit so weit, daß er die Gefangenen von seinen eigenen Soldaten loskaufte, und sie in Freiheit seşte 51). Durch dieses menschenfreundliche Betragen besiegte der westgo, thische König die Herzen seiner Feinde, nachdem er sie durch die Waffen überwunden hatte.

Nach der zweimaligen Niederlage der Griechen, war der Kaiser Heraclius, der damals in Constantinopel regierte, nicht mehr im Stande die so sehr entfernten Befißungen in Spanien långer zu behaupten, da er noch dazu grade um diese Zeit im Osten von den Persern und im Norden von den Avaren sehr

50) Dieses deutet Fredegar. Schol. Chronic. c. 33 an, obwohl er sehr irrt, wenn er sagt, daß die Franken früher Cantabrien besessen hat. ten. Die Stelle beißt: Provinciam Cantabriam Gothorum regno subegit, quam aliquando Franci possederant. Man sebe darúber Risco in Florez España sagrada T. XXXII, p. 322.

51) Isidor. Chr. ad Aer. DCLI. Fredegar. 1. c. Sisebodus dicebat pietate plenus: Heu me miserum, cujus tempore tanta sanguinis effusio fit ! Cuicunque poterat occurrere, de morte liberabat. Ueber Sisebuts Menschlichkeit spricht Roderich. Tolet. de reb. Hisp. L. II, c. XVII, nady alten Nachrichten.

bedrängt ward. Als Sohn des africanischen Statthalters kannte er den gothischen König aus früherer Zeit persónlid, und wünschte mit ihm in freundschaftlichem Vernehmen zu stehen. Er gab daher der Friedens - Unterhandlung, welche der Patris cier Cåsarius mit Sisebut eingeleitet hatte 62), seine Beståtis gung, und trat alle Besikungen in Spanien långs der Küste des mittelländischen Meeres ab; nur einige Städte am atlantis Ichen Ocean, in dem jeßigen Algarbien, behielten die Grieden noch (616) 53).

Da Sisebut in seinen Kriegen immer die größte Mensalichkeit zeigte, und überall der Unglücklichen Noth und leiden zu mildern suchte; so ist es desto mehr zu verwundern, daß er mit so unerhörter Strenge, ja Grausamkeit, die zahlreichen Juden in seinem lande verfolgte. Nach jüdischen Sagen waren sie zuerst durch Salomons Flotten nach Spanien gekommen. Der Kaiser Hadrian soll nach der Unterdrückung der jüdischen Rebellion 50,000 Juden mit Weibern und Kindern auf die pyres nåische Halbinsel haben verseken lassen 54). Diese zahlreiche Niederlassung vermehrte sich bis auf die Zeit der gothischen Regierung zu mehreren hunderttausend Seelen. Der religiöse Bekehrungseifer, der früher seinen Stoff an dem Unterschied der Arianer und Katholi, fen, oder an den Heiden hatte, richtete sich nun gegen die Juden. Wenn auch die Geistlichkeit die Befehrung derselben gern hatte, und die Nothwendigkeit der Verminderung eines Voltes, bas für sich im Staate unabhångig lebte, einsah; so ist doch die

52) Caesarii ut. Sisebuti epistolae nach einer Handschrift in der Bibliothek der Kirche zu Toledo u. Ferreras ad ann. 615.

53) Ueber den Krieg Sisebuts mit den Grieden, außer den in der vorigen Note bemerkten Briefen: Fredegar. Schol. Chronic. c. 33. Plures civitates ab Imperio Romano Sisebodus in litore maris abstulit et usqne fundamentum destruxit und am Ende: Confirmatum est regnum Gothorum in Spania per maris litora usque Pyrenaeos montes. Appendix ad Marii Chronic. bei Du Chesne T. I, p. 216. Heraclius quinto imperii sui dum frangitur anno, Sisebotns Gothorum rex in Spania plurimas Romanae militiae urbes, quarto regni sui sibi bellando subjicit. Roderich. Tol. de reb. Hispan. L. II, c. 17. in der Hisp. illustr. 'T. II, p. 19.

54) Basnage, histoire des Juifs, Tom. VII, c. 9. p. 240 256.

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