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kamen den Hunnen zuvor, und blieben während der ganzen Schlacht im Beriß dieser vortheilhaften Stellung.

Attila hatte seine Schlachtordnung so aufgestellt, daß die Rugier, Heruler, Thüringer, Franken und andere Hülfsvölker auf dem rechten Flügel standen: der linke wurde angeführt durch Arbarich, König der Gepiden, und die drei tapfern Brüder, Walamir, Theodimir und Widemir, welche über die Dstgothen regierten. Attila selbst befehligte das Mitteltreffen, das die Hunnen als die Hauptmacht bildeten. Da man dem Alanenkönig Sangiban nicht recht trauen konnte, so stellte ihn Aetius in die Mitte, um seine Bewegungen besser zu beobachten und ihn zu hindern in der Schlacht einen Verrath zu begehen. Die Westgothen unter ihrem Könige Theodorich und dessen beiden ältesten Söhnen Thorismund und Theodorich standen als der Kern des Heeres ihren Stammverwandten, den Dstgothen und den Gepiden, gegenüber: Aetius mit seinen Römern befehligte den andern Flügel 35).

Nachdem nun auf jeder Seite die Rampflust der Streiter durch passende Reden 36) der Anführer noch höher gesteigert worden, stürzten sich die Våtfer, welche vom atlantischen Meere bis zu den Steppen Asiens wohnten, in wilder Kriegeswuth aufeins ander. Es war eine der hartnådigsten und blutigsten Schlachten, von der uns die Geschichte erzählt. Den Vorzug der bessern Waffenrüstung und Kriegsübung, welche die Römer und die mit ihnen verbundenen Völker hatten, erseßte Attila durch die größeren Massen seiner Heerhaufen und durch den Eindruck seiner Person, da die Völker von ihm bisher nur zum Siege geführt worden waren. Allein durch die Kriegsgeschidlichkeit des Actius und der Westgothen unwiderstehliche Tapferkeit ging Attila’s Ruhm der Unbesiegbarkeit verloren. Den Sieg aber mußte Theodorich mit seinem Leben erkaufen. Denn als dieser die Seinigen in den Kampf führte, stürzte er verwundet vom

35) Jornand. c. 38. beschreibt so die Schlachtordnung.
36) Attila's Rede bei Jornandes c. 39.

Pferde, und ward in der Hiße des Rampfes von den über ihn hinausschreitenden zertreten: wahrscheinlicher ist aber die Nachricht, daß er vom Pfeile des Dstgothen Anbages getroffen, an der tödtlichen Wunde sogleich auf dem Schlachtfelde seinen Geist aufgegeben habe. Sobald die Westgothen ihren geliebten Kónig getödtet sahen, ergriff fie unendliche Kriegesmuth seinen Tod durch die Niederlage der Feinde zu rådhen. Angeführt von dessen åltestem Sohne Thorismund, schlugen sie die Dstgothen in die Flucht und stürzten sich unaufhaltsam auf die Reihen der Hunnen, die vergeblich alle Anstrengungen machten Widerstand zu leisten, da sie ihren strengen Herrscher mehr fürchteten als den Lod. Allein da Attila die Unmöglichkeit erkannte, gegen die Westgothen den Kampf zu bestehen, so entschloß er sich erst, als Gefahr war, den Feinden in die Hände zu fallen, zum eiligen Růdzug hinter die feste Wagenburg. Das Morden und Würgen hatte den Tag hindurch gedauert. Selbst die Duns kelheit endigte noch nicht die blutige Völkerschlacht. Denn Aetius, der noch nicht die Nachricht von dem Siege der Westgothen erhalten hatte, und Thoriemund, dem auch des römischen Feldherrn Schicksal unbekannt war, famen beide, durch die Duns kelheit der Nacht irre geführt, an das feindliche Lager, ohne es zu wollen. Dadurch erneuerte sich der Kampf, der erst durch Müdigkeit und Erfolglosigkeit des weitern Streitens beendigt ward. Als der Lag anbrach und das grause Schlachtfeld beleuchtete, welches das Blut von hunderttausenden 37) von Reichs

37) Nach Idat. Chronic. waren 300,000 auf beiden Seiten umge: Pommen: so auch Isidor. Hispal. Chronic. Gothor. Jornandes, der c. 40. die Schlacht beschreibt, gibt c. 41. die Zahl etwas geringer an: In hoc enim famosissimo et fortissimarum gentium bello ab utrisque partibus CLXII millia caesa referuntur, exceptis XV (andere lesen XC) millibus Francorum et Gepidarum, qui ante congressionem publicam noctu sibi occurrentes, mutuis concidere vulneribus, Francis pro Romanorum, Gepidis pro Hunnorum parte pugnantibus. Die historia miscella (Muratori T. I. p. 97) gibt die Zahl der Gefallenen auf 180,000 an: und sagt, wie Jornandes 1. c., daß ein sonst kleiner Bach durch das viele Blut der Ermordeten zu einem großen Strom angeschwollen sen, und die Körper der Erschlagenen fortgeführt habe. Rodericus von Toledo, in seiner spanischen Geschichte, hat an der' blus

namen überschwemmte, bemerkte Attila mit Schrecken seinen ungeheuern Verlust, und obwohl auch die Rómer und ihre Bundesgenossen nicht viel weniger Leute mochten verloren haben, so schrieben rich Aetius und Thorismund doch den Sieg zu, da Attila, allzu sehr geschwächt, nicht wagte fein stark befes stigtes Lager zu verlassen 38). Dieses fluge Benehmen des Hunnenkdnigs für außerste Verzweiflung und Furcht haltend, machten sie auf das lager einen Sturm. Freilich hatte er nun alles aufzubieten, um nicht zu unterliegen, und wie er auf den schliinmsten Fall schon gefaßt war, zeigen die Anstalten, die er getroffen hatte, sich einen ehrenvollen Tod zu geben, wenn es den Feinden gelånge das lager zu erstürmen. Auf diesen Fall hatte er einen Scheiterhaufen von Pferdsfåtteln errichten lassen. Schon war alles bereit ihn anzuzünden, und Attila wollte in dessen Flammen einer schimpflichen Gefangennehmung entgehen, als es den Anstrengungen seiner Hunnen noch gelang den Sturm glüdlich abzuschlagen 39).

Der Westgothen erste Angelegenheit war nun sich ein neues Oberhaupt zu wählen. Obwohl weder Gebrauch nod Geset ihnen vorschrieb, einen Nachkommen ihres frühern Beherrschers zur königlichen Würde zu erheben; so erhielt doch sein ältester Sohn Zhoris mund 40), der sie in der Schlacht mit großer Laps ferfeit zum Sieg geführt hatte, die Zustimmung aller Gothen, da sie kriegerischen Sinn in ihrem Führer über alles schåsten. Die Gebeine des gefallenen Vaters und Königs auf das feiers lichste zur Erde zu bestatten, war der Wunsch des Thorismund

tigen Schlacht nod nicht genug, nach ihm (L. II. c. 3.) haben sogar die durch den Tod noch nicht versöhnten feindliden Geister noch drei Tage auf dem Schlachtfelde mit der größten Erbitterung miteinander gestritten.

38) Nach Prosper. Chronic. hátte in der Schlacht kein Theil gesiegt. 39) Jornandes c. 40. Historia Miscella 1. c.

40) Nach Jornand. c. 36. batte Theodorich sechs Söhne, wovon er Thorismund und Theodorich mit sich in den Krieg genommen, die átrigen Friedrich, Eurich, Rotemer und Himmerit zu Hause gelassen batte. Von seinen zwei Töchtern war die eine an den Sueventóniz Rechiarius verbeiratbet, und die andere, hatte Hunnerida, Gensericho Sohn, zum Gemahl gehabt.

und seines Volfes. fange hatte man unter den Leichenhügeln zu suchen, bis man endlich den leichnam des tapfern Cheodorich, unter einer Menge von Lodten vergraben, entdeckte, und ihn zur königlichen Bestattung hinwegtrug. Sein Lod ward von dem treuen Volfe der Westgothen viel beweint: fie fangen seinem Andenken Heldenlieder, und flammten in ihrem Busen von neuem das Kriegesfeuer an, durch Erstürmung von Attila's Lager ihrem geschiedenen Könige eine würdige Todtenfeier zu bringen. Thorismund war vor allen gleich starf dazu aufges fordert, durch eine große und råchende That den Namen eines wadern Sohnes und eines des Thrones würdigen Königes zu verdienen 41). Er hatte daher die gånzliche Vernichtung des Hunnenheeres beschlossen. Aetius, von dem Vorhaben der Gothen benachrichtigt, sah ein, daß wenn diese die Hunnen gånzlich besiegten, sie ein solches Uebergewicht unter den Båtfern erhalten würden, daß weder die Römer noch sonst eine Nation im Stande seyn würden ihrer Macht zu widerstehen. Dieses fürcktend, wünschte er die nun, wie er glaubte, ziemlich geschwächten Hunnen zu erhalten, und wo möglich sie beim etwaigen Uebers muthe der Gothen, wie früher, als Hůlføvólfer zu gebraudien. Um daher den jungen gothischen König von seinem friegerischen Plane abzuwenden, suchte er ihm seine Anwesenheit zu Zoulouse für die Befestigung auf den Thron so nothwendig zu schildern, da er mehrere herrschsüchtige Brüder zu Hause zurückgelassen habe, daß Thorismund die weitere Bekämpfung der Hunnen aufgab und sogleich vom Schlachtfelde weg nach der Hauptstadt seines Reides eilte 42).

ram.

41) Jornandes c. 41. Videres Gothorum globos dissonis vocibus confragosos, adhuc inter bella furentia funeri reddidisse cultu

Fundebantur lacrymae, sed quae viris fortibus impendi 80lent: nostra mors erat, sed Hunno teste gloriosa, unde hostium putaretur inclinata fore superbia, quando tanti regis efferre cadaver cum suis insignibus inspiciebant. At Gothi Theodorico adhuc justa solventes, armis insonantibus regiam deserunt majestatem, fortissimusque Thorismund, bene gloriosus ad manes carissimi patris, ut decebat filiam, exequias est prosecutus.

42) Jornand. c. 41. Gregor. Turon. L. II. c. 7.

Durch die Entfernung der Gothen war Attila gerettet. Er brach sogleich auf und ging mit dem Ueberreste seines Heeres eiligst über den Rhein zurück: Aetius aber sammelte die reichen Schåße auf dem Schlachtfelde und im lager, welche die Hunnen wegen ihrer schleunigen Flucht zurückgelassen hatten 43). Wie wenig flug es war Attila abziehen zu lassen, zeigte sich bald. Denn schon im folgenden Jahre (452) hatte er wieder ein so großes Heer zusammengezogen, daß er es wagte über die unbes feßten Alpenpåsse verheerend in Italien einzufallen. Mit der Forderung ihm die Honoria, die sich ihm früher als Gemahlin hatte antragen lassen, und einen Theil des Reiches, als die ihr angehörige Mitgift, herauszugeben, zog er vorwärts. Erst ward Aquileja nach einer hartnäckigen Belagerung genommen und zerstört, dann bemåchtigte er sich der Stadt Mailand. Ganz Italien zitterte, da selbst der erste römische Kriegsheld Aetius mit seinem schwachen Heere nicht im Felde dem Feinde gegenüber zu erscheinen wagte. Um der furchtbaren Gottes: geißel (wie fich der Hunnenkönig felbst nannte) zu entgehen, flüchteten sich die Bewohner der Gegenden, die sein Marsch berührte, in unzugängliche Gebirge oder auf nahe gelegene Inseln, und gaben dadurch neuen Städten den Ursprung. Schon růckte Attila's Heer gegen Rom und keine irdische Macht (dien die Stadt retten zu können: da zog der Papst leo in einer Prozession dem Hunnenkönige entgegen, und was wunderbar ist, der Heide ließ sich von dem Hirten der Christenheit zum Núdzuge bewegen 44). Jornandes fügt noch hinzu, daß die Hunnen, vom Schicksale Alarichs unterrichtet, der bald nach der Plünderung Roms starb, befürchtet hatten, ihrem Könige

43) Jornand. c. 42.

44) Jornandes l. c. erzáblt nach dem Geschichtschreiber Priscus den Ginfall Attila's in Italien sehr ausführlich. Ferner ist darüber nachzuseben Procop. hist. Vandal. L. 1. c. 4. Prosper. in Chronic. ad a. 452. bei du Chesne T. I. in den frühern Ausgaben fehlt die Stelle. Die Historia miscella bei Muratori T. I. p. 97. Suidas in voce Kopúxos u. Μεδιολάνoν. . Idat. in Chronic. Cassiodor. Variar. L. I. p. 4. ers wabnen des Pabstes Leo nicht: leßter berichtet nur von einer Gesandt. chaft von Rómern, die Attila zum Rúdzug bewogen.

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