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und rettete durch die dafür erhaltene reiche Getraidespende sein Volf von großer Noth 154). Placidia mußte, ungeachtet ihrer Abneigung gegen Constantius, doch denselben heirathen, und gebar ihm die in Attila’s Geschichte so sehr berüchtigte Honoria, und den nachherigen Kaiser Valentinian III.

Wallia schloß fich nun seit dieser Zeit an die Romer. Da er, wie sein Volf, die Ruhe haßte, so übernahm er für den Kaiser Spanien wieder zu erobern, und die Vandalen, Alanen und Sueven zu besiegen. Der Kaiser versprach ihm dafür feste Wohnsīße einzuräumen. Noch ehe der Erfolg der Waffen Wallia's in Spanien entschieden war, feierte Honorius die Siege der Gothen als Siege der Rómer durch einen Tris umphaufzug in Rom (417). Der ehemalige Kaiser Attalus ging vor dem Triumphwagen, und Fredibald, der König eines vans dalischen Stammes, den Wallia gefangen genommen hatte 155), mußte ebenfalls dazu beitragen, die Pracht des Triumphs zu erhöhen, und Dichtern und Lobrednern Stoff geben, die Macht des Kaisers auszuposaunen 156).

Unterdessen führten die Gothen einen hartnådigen Krieg mit den germanischen Völkern in Spanien, und zwar nicht um Eroberungen zu machen, sondern als Hůlfsvölfer des Kaisers, der bei jeder Nachricht von einer Schlacht die Zahl seiner Feinde vermindert wußte 157). Doch nach mehreren blutigen

στέλλεται, εφ' ώ σπονδάς τε θέσθαι ειρηνικας και απολαβείν την Πλακιδίαν· ο δε ετοίμως δέχεται και αποσταλέντος αυτώ σίτου εν μυριάσιν εξήκοντα απολύεται Πλακιδία παραδοθείσα Εύπλουτίω πρός Όνώριον τον οικείον αυτης αδελφόν. .

154) Ueber Wallia's erste Kriegszüge und Frieden mit Honorius: außer Olympiodor. I. c. Orosius L. VII, c. ult. Prosper. Chronic. ad ann. 416. Theodos, VII et Palladio COSS. Idatius in Chronic. Philostorg. L. XII, c. 4. Jornand. c. 33. Isidor. Chronic. Gothor.

155) Idat. Chronic. Fridibaldum, regem gentis Vandalorum sine ullo certamine ingeniose captum ad imperatorem Honorium destinat.

156) Prosper. Chronic. ad ann. 417. Philostorg. L XII, c. 5. Rutilii itinerar. v. 115 142.

157) Oros. L. VII, c. ult. Romanæ reipublicæ periculum suum (Wallia) obtulit, ut adversum cæteras gentes, quæ per Hispanias consedissent, sibi pugnaret, et Romanis vinceret: quamvis et caeteri Alanorum, Vandalorum Suevorumque reges eodem nobiscum placito depacti forent, mandantes Imp. Honorio: Tu cum omnibus pacem habe,

Zügen erhielt die größere Macht und Tapferkeit der Gothen über ihre mehr vereinzelten Feinde die Oberhand: die Silingi, ein vandalischer Volksstamm, der sich in der Provinz Botifa (Andalusien) niedergelassen hatte, wurden gånzlich ausgerottet, so daß ihr Name in der Geschichte nicht mehr vorkommt.

Die Alanen, welche Lusitania (Portugal) und Carthagena bewohnten und von Atar (oder Addar) beherrscht wurden, hatten fast gleiches Schicksal. Ihr König wurde in der Schlacht erschlagen: sie selbst fühlten sich so geschwächt, daß fie kein eigenes Volk mehr ausmachten, sondern nur noch unter vandalischem Schuß und Namen ihre fernere Eristenz erhielten (418). Die Vandalen unter ihrem König Gunderich und die Sueven, um nicht auch wie ihre Wandergenossen von den Gothen aufgerieben zu werden, zogen sich in die Gebirge von Gallicien zurück, wo unzugångliche Gegend und verzweifelte Gegen: wehr den Gothen fernere Siege nicht mehr möglich machten 158).

So war fast ganz Spanien wieder den Römern unter: worfen. Für diese Dienste mußten die Gothen belohnt werden; sie in der pyrenäischen Halbinsel zu lassen war gefährlich, da sie sich hier bald unabhängig machen und Afrika wie Sallien bedrohen konnten. Man wies ihnen also zu bleibenden Wohnfißen ein land an, das so gelegen war, daß man nicht viel von ihnen zu befürchten glaubte. Die Gothen fehrten daher (419) 159) aus Spanien zurück, und befekten das ihnen vom Kaiser angewiesene fand an der Garonne bis ans Meer, d. i. Aquitania secunda 160) nebst der Stadt Toulouse, welcher Lånderstrich den

omniumque obsides accipe: nos nobiscum confligimus, nobis perimus, tibi vincimus : immortalis autem quæstus erit Reipublicæ, si utrique pereamus. Diese Worte möchten doch zu bezweifeln seyn.

158) Idat. Chronic. (ad ann. 418) ad A. Honor. XXIV. ist hier Hauptquelle. Cf. Sidonius Apollinaris in panegyrico in Anthem. v. 360 899.

159) Prosper. in Chronic. gibt dieses Jahr an: Idatius 418. Tillemont p. 1343. entscheidet sich für 419.

160) Aquitania secunda begriff recys Städtegebiete : námlid, die von Bordeaux, Perigueux, Angoulème, Agen, Saintes und Poitiers. Dazu tam noch Toulouse. Diese sieben Landschaften bilden das Land Septima:

Namen Septimania oder Gothia erhielt 161). Die Provinz Narbonnensis und Aquitania prima blieb noch den Römern: in der ersteren bekamen die Gothen gewiß deswegen feine Befißungen, weil man sie vom mittellåndischen Meere entfernt halten wollte. Daß fie jenseits der Pyrenåen ein fand erhielten, ist gar nidit wahrscheinlich, und kann auch aus keinem alten Schriftsteller bewiesen werden 162). Die Hauptstadt des neuen westgothischen Reiches war Toulouse, welches auch oft Roma Garumnae genannt wurde.

nia, dessen Sidonius Apollinar. ad Avitum L. III. epist. 1. zuerst erwähnt: Gothi Septimaniam fastidiunt. Spáter wurde der Name Septimania dem gothischen Gallien beigelegt, welches nach Alarichs II. Tod noch den Gothen blieb.

161) Hier darf man keine Verwechslung machen mit dem 418 von Honorius erneuerten rómischen Septimanien (Pagi ad ann. Bar. ad ann. 401. n. 33.), noch mit dem spátern Septimanien oder Gothien, welches bauptsächlich die Provincia Narbonnensis in lich begriff.

162) Guthrie u. Gray Th. 5. B. 2. p. 346 und Maskou teutsche Gesch. B. VNI, S. 42. meinen, daß die Gothen noch ein Stúď von Hispania Tarraconensis bekommen hatten oder das Land, welches nachher von Gotben und Alanen den Namen Catalonia (Hieronym. Paul. in descript. urbis Barcinonensis p. 842) erhalten habe. Allein schon die histoire de Languedoc (T. I, p. 176) hat sich gegen diese Meinung früherer Gelehrten mit Redt erklärt. Bei Idat. Chronic. beißt es aus: drúdlich: Gothi ad Gallias revocati, sedes in Aquitania et Tolosa usque ad Oceanum acceperunt und in Prosper. Chronic, ad ann. 419. Constantius pacem confirmat cum Vallia, data eidem ad habitandum secunda Aquitania, et quibusdam civitatibus confinium provinciarum : mit dem leßten ist Toulouse und das Gebiet daron gemeint.

Dritter Abschnitt.

Das Tolosanische Reich der Westgothen
(von 419

531).

E r ft e 8 C a pitel. W allia Gründer, Theodorich und Choris mund

durch siegreiche Kriege Befestiger der west gos thischen Herrschaft in Gallien (von 419 – 453).

Die Wanderungen der Westgothen waren nun vollendet: feste Wohnsiße waren erfämpft durch die blutigen Kriege in Spanien. Nachdem fie fast ein halbes Jahrhundert hindurch der Schrecken des ost- und weströmischen Reiches gewesen, beide an den Rand des Untergangs gebracht, und sie auf ihren Zügen Griechenland, Italien, Galien und Spanien durchwandert hatten, ruhten sie an den Ufern der Saronne, friedlich lebend mit römischen Bürgern, deren Bildung und Künste sie sich bald ebenso schnell aneigneten, als sie die Provinzen durchzogen hatten. Geordnetes Staatsleben, das vor roher Willkühr schůst, Ackerbau, der an den heimischen Boden fesselt, und vor Hungersnoth sichert, Gewerbe und Künste, die das Leben bequem und angenehm machen, lernten sie nun fennen und schaßen, und mad;ten darin folche Fortschritte, daß fie bald den Römern nicht nur den Vorzug der Tapferkeit, sondern auch den der Bildung entrisson.

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Nicht lange nach der Gründung des tolosanischen Reiches starb Wallia (419). Er hinterließ nur eine Tochter ?), welche in der Folge die Mutter des Sueven Ricimer wurde, der in der römischen Kaisergeschichte eine so bedeutende Rolle spielt.

Sollte das neue Reich an Große gewinnen und nicht bald wieder durch die Romer oder die germanischen Völfer zerstórt werden, so bedurfte es eines großen und fråftigen Mannes. Die Wahl der Gothen war, was nicht immer in solchen Ums stånden zu geschehen pflegt, glücklich : denn sie erhoben Theos dorich 2) zum König, der ganz dazu gemacht war, die Ums stånde mit Klugheit zu benußen, das Reich zu befestigen und zu vergrößern. So lange Honorius lebte, stand er mit den Römern in gutem Vernehmen, und suchte den Frieden aufrecht zu erhalten: ja er schickte sogar Hülføtruppen gegen die Feinde der Rómer in Spanien. Nach der Entfernung Wallia’s aus Spanien hatten sich nåmlich die Vandalen wieder sehr erhoben; sie trennten sich von den Sueven, mit denen gemeinschaftliche Gefahr fie früher verbunden hatte. Nachdem der Suevenkönig Hermanrich besiegt war 3), beunruhigten sie das růmis sche Spanien. Daher rückte Castinus mit einem starfen rómi, schen Heere und zahlreichen gothischen Hülfstruppen in die. Provinz Bótica, deren sich der Vandalenfónig Gundarich wieder

1) Sidon. Apollinar. Carm. II. v. 361.

(Ricimer) patre Süevus,
A genetrice Getheg. Simul et reminiscitur illud,
Quod Tartessiacis avus hujus Vallia terris
Vandalicas turmas, et juncti Martis Alanos

Stravit, et occiduam texere cadavera Calpen,

2) Olympiodor. ap. Phot. p. 61. Er wird auch Theudo, Theodore, Theodorid, Thenderich genannt. Daß er ein Entel Alarichs gewesen, wie Gibbon sagt, oder ein Sohn Wallia's, wie andere angeben. dazu findet sich nirgends in den Quellen ein Beweis: und wenn bei Sidonius Apollinaris Carm. VII, v. 505. Theodorich II. den Alarich Avus nennt, so weiß man, wie bei Dichtern das Wort zu nehmen ist.

3) Idat. Chronic. ad ann. Honorii XXIV (419.) Inter Gundericum Vandalorum et Hermericum Suevorum reges certamine orto, Suevi in Nervasis montibus ( zwischen Leon und Oviedo ) obsidentur a Vandalis.

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