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amtliche Stellung zum Theil auch eine dieser entsprechende neue Richtung auf national- und staatsökonomische Verhältnisse. Hievon zeugen mehrere schätzbare Abhandlungen in gegenwärtiger nun von ihm mitherausgegebenen Zeitschrift, wie: Die neuen landwirthschaftlichen Geräthe, mit besonderer Beziehung auf

das südwestliche Deutschland, in ihrem Einfluss auf das Gesammt wohl

betrachtet. Bd. 3. Jahrg. 1846. S. 94 ff. Ueber die der culturfähigen Bodenfläche und ihrem Anbau bevorstehenden

grösseren Veränderungen, akademische Rede. Bd. 4. Jahrg. 1847.

S. 121 f. Ueber das Bedürfniss und die Einrichtung einer Lehranstalt für den Wein

bau, mit besonderer Rücksicht auf Württemberg. Bd. 7. Jahrg. 1851.

S. 666 f.

Indessen wandte er zugleich auch ferner die lebhafteste Aufmerksamkeit der Württembergischen Landwirthschaft zu, deren Kenntniss er demzufolge mit einem weiteren höchst interessanten Beitrag bereicherte durch eine im Jahr 1848 als Universitäts-Programm veröffentlichte Abhandlung über die im Königreich Württemberg üblichen Feldsysteme und Frucht

folgen 1).

Die zuletzt von Göriz unternommene, aber durch seinen Tod unterbrochene schriftstellerische Arbeit betrifft dagegen einen Gegenstand von ganz allgemeinem landwirthschaftlichem Interesse, die landwirthschaftliche Betriebslehre. Als Ergebniss hievon erschien noch ein Theil des über diesen Gegenstand beabsichtigten und angekündigten Werkes von drei Theilen: Die landwirthschaftliche Betriebslehre als Leitfaden für Vorlesungen und

zum Selbststudium für Landwirthe. 1. Theil. Stuttgart 1853 ?).

Hinsichtlich der Bedeutung dieser Schrift für die Wissenschaft erlauben wir uns hier in der Hauptsache, neben den darüber erschienenen kritischen Anzeigen, auf das früher in Betreff der Vorträge von Göriz in Hohenheim über das vorstehende Lehrfach, welche ihr zunächst zu Grunde liegen, Bemerkte zu verweisen, und nur noch kurz hervorzuheben, dass solche, der in ihr gestellten Aufgabe gemäss, insbesondere auch noch eine Sammlung von Verhältnisszahlen für Gütertaxationen, namentlich im südwestlichen Deutschland, enthält, wie sie bis jetzt wirklich keine über den vorliegenden Gegenstand sich verbreitende Schrift giebt und wie sie nur einem seltenen Sammelfleiss und Talent gelingen kann. Um dieser und der weitern Vorzüge der Schrift willen wäre es in der That als ein unersetzlicher Verlust zu beklagen, wenn das hievon noch Fehlende nicht aus dem vollständig bereitliegenden, wohlgeordneten Material durch einen der Sache gewachsenen Arbeiter nachgeliefert würde, und ist deshalb auch die bestimmte Aussicht, dass diese Nachlieferung wirklich erfolgen, und hiedurch das entschieden werthvollste literarische Erzeugniss von Göriz der Wissenschaft werde gesichert werden, ungemein tröstlich und erfreulich.

1) Hamm's agronomische Zeitung. 1849. Nr. 147; Landwirthschaftl. Mittheilungen von Marienwerder. 1849. S. 56 ; Schober's und Stöckhardt's Zeitschrift für deutsche Landwirthe, Jahrg. 1850.

2) Württ. Wochenblatt für Land- u. Forstwirthschaft. Jahrg. 1852. Nr. 51. S. 301 ff. Hamm's agronomische Zeitung. 1852. S. 809; Wilda's landwirthschaftl. Centralblat. für Deutschland. 1. Jahrg. 1853. S. 67.

Eine weitere, die lehramtliche und schriftstellerische noch ergänzende allgemeine Wirksamkeit, wie sie von Göriz zu Hohenheim in besonders ausgedehntem Maasse noch ausgieng, konnte von ihm in Tübingen in gleicher Weise und Ausdehnung nicht mehr geäussert werden. Eines Theils war ihm hier, zufolge der an der Hochschule, einer land- und forstwirthschaftlichen Anstalt gegenüber, mehr zurücktretenden Bedeutung seines Lehrfaches für die Studierenden, und der in Vergleichung mit den Zöglingen einer solchen Specialschule, besonders der zu Hohenheim, wesentlich verschiedenen Stellung jener zu den Lehrern, eine ähnliche Einwirkung auf seine Zuhörer nicht möglich; anderntheils aber war ihm ein ähnlicher, mannigfacher, reger und in stetem Wechsel sich erneuernder Verkehr mit Männern vom Fach nicht mehr vergönnt, und beides hat er wohl bei seinem lebendigen Sinne für gegenseitige Mittheilung oft schmerzlich vermisst. Nur die Betheiligung an vaterländischen und auswärtigen Vereinen und Versammlungen für landwirthschaftliche Zwecke im weitesten Sinne, und die hier sich darbietende Gelegenheit zum Austausch von Kenntnissen und Erfahrungen blieb ihm, wie früher, und diese wurde denn auch von ihm nicht allein für sich nach Kräften benützt, sondern auch noch durch ziemlich regelmässige, häufig daran sich anschliessende Verwendung der Ferien zu landwirthschaftlichen Reisen, welche ihn im Laufe von einigen Jahren nach Oestreich, Tirol, Mähren, der Lombardei, und Ungarn führten, und theilweise wenigstens durch unmittelbare Anschauung mit der dortigen Landwirthschaft bekannt machten, beträchtlich erweitert.

Uebrigens eröffnete sich ihm in der eben bemerkten Richtung wirklich auch noch ein neues Feld wohlthätiger Wirksamkeit durch die Uebernahme der Vorstandschaft bei dem landwirthschaftlichen Bezirksvereine zu Tübingen, dessen Thätigkeit unter seiner Leitung durch eifrige und sachgemässe Anwendung aller ihm zu Gebot stehenden Mittel, als mündlicher Verhandlungen, der Verbreitung guter Schriften, besonderer Veröffentlichung landwirthschaftlicher Angelegenheiten, Preise u. s. w. nach allen in seinem Bereiche liegenden Richtungen, wie namentlich zu Gunsten der Einführung und richtigen Behandlung zweckmässiger und vortheilhafter Culturmittel, insbesondere Geräthe, Culturgegenstände, und Culturarten im Gebiete der Pflanzenproduktion, sowie einer nachhaltigen Verbesserung der Hauptzweige der Viehzucht, sich mehr und mehr verstärkte und erweiterte *), und durch eine zunehmende, dem anfänglichen Bestande gegenüber, endlich beinahe aufs Doppelte gestiegene Zahl von Mitgliedern immer lebhafter unterstützt und anerkannt wurde.

1) Umfassende Belege hievon lieferte schon der von Göriz als Vorstand des Tübinger - landwirthschaftl. Bezirksvereines im December 1850 veröffentlichte Rechenschaftsbericht

über die drei Jahre 1847–1850.

So entwickelte Göriz auch in seiner Stellung als Universitätslehrer eine vielfach wohlthätige Wirksamkeit, die einen um so günstigeren Eindruck machen musste, als sie jederzeit mit einem ebenso freundlichen, milden und anspruchslosen, als biederen, geraden und ehrenhaften Benehmen im Privat-, wie im amtlichen Verkehr gepaart war.

Diese mannigfachen tüchtigen Leistungen von Göriz in der zuletzt geschilderten, wie in den frühern Perioden seines Lebens und Wirkens fanden denn aber auch nicht allein in näheren, sondern auch in entfernteren Kreisen entsprechende Anerkennung, besonders durch zahlreiche Ehrenbezeugungen, die ihm wissenschaftliche Vereine mittelst der Uebertragung ihrer Mitgliedschaft erwiesen. Er wurde demzufolge im Jahr 1828 ordentliches Mitglied des landwirthschaftlichen Vereins des Grossherzogthums Baden in Carlsruhe, und Ehrenmitglied der sächsischen Weinbaugesellschaft in Dresden, im Jahr 1830 korrespondirendes Mitglied des landwirthschaftlichen Vereins in Württemberg zu Stuttgart, im Jahr 1840 korrespondirendes Mitglied des württ. Vereins für Vaterlandskunde in Stuttgart, im Jahr 1841 korrespondirendes Mitglied des kurfürstlich-hessischen landwirthschaftlichen Vereins in Cassel, und der k. k. landwirthschaftlichen Gesellschaft in der Neumark zu Grätz, im Jahr 1842 korrespondirendes Mitglied des landwirthschaftlichen Vereins für das Königreich Ungarn in Pesth, im Jahr 1843 korrespondirendes Mitglied der k. k. landwirthschaftlichen Gesellschaft von Tirol und Vorarlberg in Innspruck, im Jahr 1844 Ehrenmitglied des Vereins westpreussischer Landwirthe in Marienwerder, im Jahr 1845 Ehrenmitglied des thierärztlichen Vereines für Württemberg und die angränzenden Staaten in Stuttgart, im Jahr 1846 korrespondirendes Mitglied des landwirthschaftlichen Vereins im Königreich Baiern zu München, und der k. k. mährisch-schlesischen Gesellschaft des Ackerbaus, der Natur- und Landeskunde in Brünn. Auch kam er im Jahr 1850 dem Vernehmen nach in Leipzig, neben Schober zu Tharand und Segnitz zu Eldena , in Vorschlag zu der durch den Tod von Pohl erledigten Professur der Oekonomie 1).

Im Hinblick auf all dieses , und was man von einer so tüchtigen Kraft für eine weitere Zukunft noch sich versprechen durfte, mussten die manchen bedenklichen Zeichen eines gestörten Gesundheitszustandes, krampfhafte Lungenleiden, an denen Göriz seit vielen Jahren zeitweise litt, die aber in neuerer Zeit häufiger sich einstellten, doppelt ernste Besorgnisse erregen, und leider waren diese nur zu begründet.

Er selbst scheint im Stillen seit einiger Zeit solche Besorgnisse gehegt zu haben. Eine genauere Aufzeichnung der eigenen Wahrnehmungen über sein körperliches Befinden, eine Erklärung, die er an seinem letzten Geburtstage in den seit vielen Jahren über seine Lebensverhältnisse geführten Notizen niederlegte, und die seinen neuesten inneren Seelenzustand ebenso treu als rührend vor Augen stellt, zugleich aber von einem gewissen Ab

1) Akademische Monatsschrift von 1850, Juliheft S. 297.

schluss mit irdischen Kämpfen und Sorgen zeugt – „ich bin durch und durch ein Mann des Friedens geworden“ 1), endlich eine kurz darauf, erst im December des abgelaufenen Jahres noch, von ihm errichtete letzte Willensverordnung, durch welche er die, von seiner Bildungslaufbahn zu Hohenheim an, dieser Bildungsstätte fortwährend bewahrte innige Anhänglichkeit noch einmal bethätigte, indem er derselben hier alle seine wissenschaftlichen Manuscripte und alle mit Randbemerkungen von sich und seinem Freunde Knaus versehenen Bücher in seiner Bibliothek zu Anlegung einer Manuscriptensammlung zuwies, zeugen deutlich hievon.

Nach einem Unwohlsein von wenigen Tagen, das ihn im Anfang des Monats Februar befiel, jedoch nicht einmal ernstlich an das Bett fesselte, wurde er am fünften desselben Monats Morgens unter Umständen todt in seinem Bett gefunden, welche auf eine schnelle und plötzliche Auflösung durch einen Hirnschlag hinwiesen.

Welchen schmerzlichen Eindruck sein Hinscheiden allenthalben machte, wo er bisher gelebt und gewirkt hatte, lässt sich nach allem Bisherigen leicht ermessen.

Wir selbst beklagen in unserem Kreise den Verlust eines tüchtigen und wackern Collegen und Freundes, der uns so leicht nicht zu ersetzen sein wird. Sein Andenken aber ist uns

theuer und hochschätzbar für immer!

1) Worte am Grabe des Dr. Karl Göriz u.s. w., gesprochen von Oberhelfer Heberle, den 7. Februar 1853, S. 6.

III. Vermischtes.

Arbeiterverhältnisse in Böhmen.

Die Arbeiten der in Oesterreich seit 1850 und 51 in Thätigkeit getretenen Handels- und Gewerbekammern sind in Deutschland selbst von Fachjournalen, der politischen Tagespresse nicht zu gedenken, noch viel zu wenig beachtet worden, obwohl sie, namentlich im Felde der volkswirthschaftlichen Statistik, eine nicht geringe Fülle des Interessanten darbieten, Den Blick länger vor ihnen verschliessen zu wollen, wäre um so weniger jetzt an der Zeit, wo durch den Berliner Februarvertrag die Grundlage zu einem näheren kommerziellen Verhältnisse Oesterreichs zu Deutschland gewonnen ist. In Ansehung ihrer gesellt sich zu dem allgemeinen wissenschaftlichen Interesse nun auch ein unmittelbar praktisches.

Es sei hier die Aufmerksamkeit nur auf einen Kreis statistischer Thatsachen gelenkt, der aber von grosser Bedeutung ist - auf die Arbeiterverhältnisse. Als der gewesene österreichische Handelsminister v. Bruck das Institut der Handels- und Gewerbekammern ins Leben geführt hatte, war die erste Aufgabe, die er ihnen zur Lösung vorlegte, die Erhebung der Arbeitslöhne in den verschiedenen Produktionszweigen und der zur Unterstützung der Arbeiter in Krankheits- und andern Unglücksfällen bestehenden Anstalten. Unter den als Ergebniss der hierüber angestellten Enquête eingegangenen Berichten aber wollen wir jenen hervorziehen, der von der Handels- und Gewerbekammer zu Reichenberg am Schlusse des verflossenen Jahres erstattet wurde und unsers Wissens der jüngste ist. Diese Wahl dürfte dadurch gerechtfertigt sein, dass in dem Reichenberger Kammerbezirke alle Seiten des volkswirthschaftlichen Lebens in die Erscheinung treten. Da er den Leipa'er und Gitschiner Kreis, somit den nördlichen und nordöstlichen Theil Böhmens umfasst, so vereinigt er die höchste industrielle Blüthe dieses Landes in sich, ja er gehört zu den Hauptsitzen der Industrie von ganz Oesterreich; dabei enthält er aber auch in den südlichen Gegenden des Gitschiner Kreises reiche Agrikulturdistrikte. Der Bericht, sieben Druckbogen stark und mit mehreren Uebersichtstabellen versehen, gibt dem Fleisse und der Umsicht des Verfassers, des Sekretärs der

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