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(Geschichte der englischen Sprache. Lautlehre.

Wortbildung. Formenlehre.)

Zerbst, 1850.
Druck und Verlag der Kummer'schen Buchhandlung.

(2. Bchm.)

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Vorrede.

Ein Versuch, wie der vorliegende, eine geschichtliche Grundlage für das Studium der englischen Sprache zu liefern, bedarf kaum einer Rechtfertigung, wenn er nicht allzusehr hinter dem zurück, geblieben ist, was sein Titel versprach. Vor mehr als 20 Jahren hat Grimm den Weg zu einer solchen Bearbeitung der englischen Sprache gezeigt, ohne jedoch in England wie in Deutschland irgend einen Nachfolger zu finden, den einzigen verdienstvollen Latham, ausgenommen, der in nem Buche The English language Lond. 1841" eine Einleitung in das Gebiet der vergleichenden Sprachforschung überhaupt und in das geschichtliche Studium der englischen Sprache insbesondere gegeben hat, die, wenn sie auch des Neuen nur wenig enthält, doch das grosse Verdienst bat, mit unübertrefflicher Einfachheit und Klarheit geschrieben zu sein. Eine Unmasse von Lehrbüchern der englischen Sprache ist seitdem erschienen, aber die Wissenschaft ist durch sie alle nur wenig oder gar nicht gefördert.

Vergleichen wir was seit Diez, in einem kürzern Zeitraume, für die französische Grammatik geleistet worden ist, wie diese eine vollkommene Umgestaltung erfahren hat, während die englische so ziemlich auf ihrem frühern Standpunkte geblieben und böchstens in andere Form gegossen ist, so mag diese Bevorzugung des Französischen vor dem Englischen auf den ersten Blick wunderlar erscheinen. Sie hat indessen ihre sehr natürlichen Gründe. Das Lateinische, als Grundlage für sämmtliche romanische Sprachen, ist wohl wenigstens der Mehrzahl der Lehrer derselben bekannt, das Angelsächsische und die verwandten ältern deutschen Sprachen, die Grundlage des Englischen, kennt nicht ein Zwanzigtheil der Lehrer der englischen Sprache. Rechnen wir hinzu, wie ungemein schwer zugänglich Quellen und Hülfsmittel zum geschichtlichen Studium der englischen Sprache sind, so erklärt sich jene vernachlässigung des Englischen im Vergleich zum Französischen leicht.

Ich habe den Versuch gemacht, in gegenwärtigem Buche eine feste Grundlage für das geschichtliche Studium der englischen Sprache zu liefern, auf der sich mit Sicherheit weiter fortbanen liesse. Ich weiss, wie mangelhaft dieser Versuch ist, denn ich weiss, wie viele wichtige Quellen mir noch zu durchforschen blei-. ben, und wie manche Lücke in meiner geschichtlichen Kenntniss der englischen Sprache ich noch auszufüllen habe. Teb habe es dessenungeachtet nicht für rathsam gehalten, länger mit der Herausgabe dieses Versuchs zu zögern; den Anfang in einer guten Sache zu machen, ist immer auch ein Verdienst, und meine Arbeit hat ihren Zweck nicht verfehlt, wenn sie Andere in den Stand setzt, Vollkommneres und Besseres zu liefern, und wenn sie dem alten Schlendrian in der Behandlung der englischen Grammatik ein Ende machen hilft.

Veber die Hülfsmittel zu meiner Arbeit habe ich mich theil

weise schon im Buche selbst gelegentlich ausgesprochen; auch habe ich ein Verzeichniss der bäufig von mir benutzten Schriften beigefügt. Der Leser wird daraus ersehen, dass meine Quellen, namentlich für die englischen Mundarten sehr reichlich, für das Altenglische dagegen spärlicher geflossen sind. Das ist freilich ein Vebelstand, insofern als das Altenglische ungleich wichtiger für meinen Zweck ist, als die Mundarten; indessen hoffe ich, dass auch in Bezug auf das Altenglische mehr die Vollständigkeit, als die Richtigkeit der Angaben vermisst werden, wird.

Die bessern Lehrbücher der englischen Sprache aus neuerer Zeit sind gelegentlich benutzt worden, haben aber nur sehr geringe Ausbeute geliefert, namentlich für diesen ersten Theil; für die Syntax werden sie mir mehr Hülfe gewähren können, weil hier wenigstens Mancherlei für eine vollständigere und geordnetere Darstellung der grammatischen Erscheinungen gethan ist. Ich nehme bier namentlich auf die Grammatiken nach Beckerschem Systeme Fölsing, Heussi u. s. w. Bezug. Indem ich aber anerkenne, dass manches Dankenswerthie für die englische Grammatik durch diese Männer geleistet worden ist, kann ich nicht umbin, entschieden meine Ansicht auszusprechen, dass dem Schulunterricht durch diese Uebertragung des Beckerschen Systems auf die englische Grammatik mehr geschadet als genützt wird, auch wenn man dasselbe nicht mit so unsinniger Konsequenz, wie Heussi, durchzuführen strebt. Es stellt Anforderungen an die Schüler, denen die Mehrzahl derselben nicht genügen kann, die dann aus dem Sprachunterricht oft wenig mehr davontragen, als eine unverstandene Terminologie und nur zu bäufig Abneigung gegen den Sprachunterricht überhaupt.

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