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Wörter in anderen Schriftformen enthält, wird, um die letzteren in seinen Text zu bringen, an den Setzkasten treten müssen, welcher die betreffende Letternart enthält. Ein Gleiches ist mit der I. Folio geschehen: um die bezügliche obige Zeile fertig zu stellen, trat der Setzer an das Pult für Cursivschrift, trug die dort von ihm gesetzten Namen Lucius, Lucullus, Sempronius nach seinem Pulte zurück, und griff bei dieser Gelegenheit aus Versehen noch eine Reihe von Lettern, welche bereits für bevorstehenden Druck von dem an diesem Kasten arbeitenden Setzer zum Worte zusammengefügt waren; diese Lettern brachte er wiederum aus Versehen – in seinen Text, und der Corrector scheute sich, sie auszumerzen vielleicht um so mehr, je weniger ihm das seltsam klingende Wort bekannt war; er hielt es vielleicht gerade deshalb für einen integrirenden Theil des Verses.) – So weit die Erklärung, auf welche Weise Vllorxa in den Vers gekommen ist. — Nun zur Frage, was es bedeutet: Der Setzer am Kasten für Cursivschrift hatte ein Manuscript vor sich, welches irgend eine Art von Rechnungslegung mit Preisangaben enthielt, und hatte eben die Worte

five pounds or ten angels in der für solche Fälle gebräuchlichen Weise gesetzt, nämlich:

Voor X a. V = 5, x = 10, U als Zeichen für Pfund Sterling, und a der Anfangsbuchstabe von angel, einer Goldmünze aus jener Zeit, im Werthe von 10 Shilling, also eines halben Pfundes. Wenn man endlich die betreffende Stelle in der I. Folio mit der Lupe betrachtet, findet man auch bei dem zweiten 1 den für das Pfundzeichen charakteristischen Strich links nach dem ersten 1 hin.

Der Einwand, dem ich begegnete, daß das Gewichtspfund mit W., das Geldpfund dagegen mit li bezeichnet würde, kann zunächst auf die einfachste Art durch Hinweisung auf einen Fehler beim Ablegen des früheren Satzes erledigt werden. Der erste Setzer hat das d in das Fach für li geworfen, der zweite es dann später daraus entnommen. Außerdem aber wird es sich ganz besonders darum handeln und das müßte eben in England untersucht werden – den Gebrauch des lb für das Geldpfund aus Documenten nachzuweisen. Daß es zu irgend einer Periode so angewandt wurde, ist zweifellos, denn nur aus dem lb, d. konnte das £ und später £, d. h. aus dem Zeichen für

1) Von hervorragender Seite ist mir die Möglichkeit betont worden, daß das Wort Vllorxa das Product einer albernen Spielerei des Schreibers oder Copisten sein könne, der sich erlaubt habe, es in die Versreihe oder an den Rand zu setzen. Auch Das ist nicht unwahrscheinlich, und daher dankbar anzunehmen, weil in der vorliegenden Frage das ‘wie viel schwerer zu beantworten sein wird, als das was'.

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Jahrbuch XVI.

das Gewichtspfund das Zeichen für das Geldpfund entstehen. Eine in England auf diesem Gebiete hervorragende Autorität schreibt zwar: So far as I can discover, the conventional sign for pounds sterling at that time was 'li'; I have given some instances on the slip of paper enclosed. But, as far as that goes, there is no greater difficulty in supposing that 'li' might in some way be changed into 'll, than that lb' might be', doch möchte ich das Beneficium dieser Erklärung nicht für mich in Anspruch nehmen, sondern glaube eher, daß es eine Uebergangsperiode gegeben habe, in welcher beide Zeichen sich in einem, nämlich lb vereinigten, aus dem dann die neue Form in naturgemäßer Entwicklung hervorging. Es ist eben erwünscht, mehrere Belege zu finden; einen solchen kann ich schon in der von W. Hunter entdeckten Subsidyroll von 1589 nachweisen, deren Original in CARLTON RIDE RECORD OFFICE liegt. Dort lesen wir (siehe Halliwell Shakespeare, vol. I. p. 153).

Affid. William Shakespeare 5 d. xiij s. in d. Soweit, was die Lesart Vllorxa betrifft. Nun bleibt mir nur noch übrig, demselben Manne gegenüber zu treten, welchen ich bereits in der ‘Literarischen Uebersicht' bei Besprechung des Grant White'schen Referats als Verfechter der Nationalitätenfrage im Reiche des Wissens, zu signalisiren gezwungen war. Der dort citirte Briefschreiber, der eine ziemlich officielle Stellung im Kreise der englischen Shakesperianer einnimmt, schreibt mir u. A. Folgendes:

·Vllorxa: V U or x a! there you are, 5 £ or 10 angels! You never look to see whether U., li. or lib. ever meant pounds in Sh’s days, or whether 10 angels was used in accounts for 5 £ or any thing like it; you neither search for or produce a parallel instance - if you did, you'd die before you found it ... Solche Pistol-Bombast-Reden imponiren zuweilen und schrecken ab; man antwortet nicht und Pistol glaubt, Recht zu haben darum ist es ganz dienlich, wenn ein Fluellen ihn ab und zu zum Lauch-Essen zwingt.

Was die erste obige Bemerkung betrifft: 'You never look to see whether U., li. or lib. ever meant pounds in Sh’s days', so brauchte der Briefschreiber nur in den REGISTERS OF THE COMPANY OF STATIONERS OF LONDON, Band III pag. 35 nachzuschlagen, um Folgendes zu finden:

9. Augusti 1596. 38 Elizabeth(ae) Deliuered in full Court to the master and Wardens The cities bill vnder their seale for XIli Lent in marche (1596) last toward the shippes

40li repaiable 28 marcij 1597. In den ersten 20 Zeilen dieser Seite kommt das Zeichen li für Pfund nicht weniger als neun mal vor!

Ferner finden wir, dem Winke der oben citirten Autorität folgend, in KNIGHT SHAKSPERE, A BIOGRAPHY (London pag. 465, New-York pag. 469) Folgendes:

In the following August the Lord Chamberlain's company performed Othello in the house of the Lord Keeper at Harefield. The accounts of the large expenditure on this occasion, in the handwriting of Sir Arthur Mainwaring were discovered by Mr. Collier amongst the EgertonPapers, and they contain the following entry:

66. August 1602. Rewardes to the vaulters, players and dauncers. Of

this Xli to Burbidge's players of Othello lxiiijli xviije v d’1)

Ferner siehe pag. 469 (resp. pag. 473): Xu, und pag. 481 (resp. pag. 485): 70001; 5001; 933li 68 8d; etc.

Für die zweite Bemerkung: for whether 10 angels was used in accounts for 5 £ or any thing like würde mein Freund Pistol die erschöpfende Antwort gefunden haben, wenn er sich der Mühe unterzogen hätte, in

Ruding, Annals of the coinage of Great Britain and its Dependencies; from the earliest period of authentic history to the reign of Victoria.

3d edition. London 1840. 3 vols. Band I, pag. 343 nachzuschlagen; er würde aus der Elisabeth-Zeit Folgendes gefunden haben:

The former proclamations to prevent the spreading of rumours respecting the decry of the money having proved ineffectual, and the universal expectation of that event being so deeply settled in men's heads, that the prices of things were greatly enhanced; and as until the monies were brought to the value at which they were intended, and ought to be, not only the meaner sort of people, as labourers etc., but also all serving-men, soldiers etc., living only by pensions and wages, would be pitifully oppressed, her majesty was induced to make a final end, and to fix the value of the coins current in the realm, at the following rates by proclamation, to commence from the 4th of March, the date of the issuing thereof. Which rates were then declared to be those at which they were current since the 6th of Edward IV., and so on until the 16th of Henry VIII. Fine Gold. Sovereign was current for 30 s.

Ryall
Angel
Half-Angel ,

5 s. 1) Die Thatsache, daß obige Handschrift als Fälschung erkannt ist, dient meiner Ansicht nur zu größerer Beweiskraft. Ein Fälscher wird um so sorgfältiger geprüft haben, um die damals gebräuchliche Form wiederzugeben, jemehr er sich bemühte, einer Entdeckung seines Betruges vorzubeugen.

15 s. 10 s.

In Bezug hierauf hätte sich der Briefschreiber sogar Raths bei der Autorität Furnivall holen können, denn in New Shakspere Society Papers’, Series VI No. 3 (von Furnivall herausgegeben) pag. 101 findet er dieselbe Aufführung; pag. VII des gleichen Bandes in der letzten Zeile steht ebenfalls: an angell of 10 s.' – Auch für die vom Briefschreiber bestrittene Bezeichnung von li für pound giebt die Autorität Furnivall Belege, siehe das von Furnivall herausgegebene Heft New Shakspere Society, Series VI, No. 7, pag. VII u. S. W. U. S. W.

Was endlich die dritte Bemerkung betrifft: <if you did, you'd die before you found it -' habe ich dem sachkundigen und ebenso belesenen wie gelehrt unterrichteten Briefschreiber die für mich freudige Mittheilung zu machen, daß ich zwar das Nöthige gefunden habe, aber nicht gestorben bin!

IV. Eine spanische Shakespeare-Uebersetzung.

Unsere geehrte Mitarbeiterin, Frau Caroline Michaelis de Vasconcellos, erwähnt in ihrem interessanten Aufsatz Hamlet in Spanien' (Jahrbuch 1875, pag. 319—20) neben drei spanischen Shakespeareübersetzungen, die sie selber benutzt hat, eine vierte, die ihr nur durch eine Notiz von Hartzenbusch dem Titel nach bekannt geworden ist. Sie sagt darüber: "Viertens läßt seit einigen Jahren der Marqués de Dos Hernanos, ein in Madrid lebender Cubaner, eine Shakespeare-Uebersetzung drucken. Der Kaufmann von Venedig, Othello, Romeo und andere Dramen sind bereits erschienen, doch kommen sie nicht in den Buchhandel, sondern werden vom Verfasser nur guten Freunden zugesandt.' Mit einer solchen freundlichen Zusendung von Seiten des Uebersetzers bedacht, erlaube ich mir ein kurzes Referat über seine Arbeiten als Ergänzung zu der Abhandlung der Frau Michaelis hier beizubringen. Der in spanischer Grandezza auftretende allgemeine Titel lautet: Obras de William Shakespeare, traduzidos fialmente del Original Inglés con presencia de los Primeras Ediciones y de los Textos dados á luz por los mas célebores Comentadores del Immortal Poeta por el Excmo Sr. D. Matias de Velasco y Rojas Marqués de Dos Hernanos. — Dieser Titel besagt übrigens die volle Wahrheit: die Uebersetzung ist getreu nach dem englischen Original verfaßt und die ausführlichen Commentare sowie die Noten zum Text verrathen überall die sorgsamste Benutzung einer so reichhaltigen Shakespeareliteratur, wie sie wahrscheinlich in keiner andern spanischen Bibliothek gesammelt sein mag.

Zu bedauern bliebe dabei nur, daß der

Uebersetzer sich größtentheils auf Alles beschränkt hat, was an alten und neuen Shakespeareausgaben in England und Frankreich erschienen ist, von deutschen Leistungen auf diesem Gebiete aber aus Unkenntniß unserer Sprache nur gelegentlich durch englische Vermittlung Notiz hat nehmen können. Die drei mir zugegangenen Bände enthalten: 1) Poemas y Sonetos, 2) El Mercader de Venecia, 3) Julieta y Romeo.

Die Umstellung der Namen im Titel der letztern Tragödie, die manchen Leser befremden wird, rechtfertigt der Uebersetzer mit der spanischen Etikette, welche absolut die Voranstellung der Dame vor dem Cavalier verlange. Ob aber dieses spanische Etikettengesetz auch für ein ausländisches Drama und dessen in aller Welt einmal feststehenden Titel maßgebend zu sein braucht, das ließe sich bezweifeln. Im Uebrigen ist das, so viel wir sehen, die einzige Abweichung vom Original, welche sich der Uebersetzer erlaubt hat. Ueberall sonst ist er derselben mit so gewissenhaft treuer Wiedergabe gefolgt, wie sie freilich nur in der von ihm adoptirten Form der Prosa möglich war. Daß auch Shakespeare's lyrische und epische Gedichte hier in schmuckloser Prosa erscheinen, kann auf den ersten Anschein überraschen, wenn wir an den Wohllaut, den Reimreichthum und die in solcher vielseitigen Kunstvollendung ausgebildete Poetik der spanischen Sprache denken. Aber andrerseits wäre es unmöglich gewesen, den ganzen Inhalt eines Shakespearischen Verses in seiner knappen gedrungenen englischen Wortform in das entsprechende Maß eines spanischen Verses zu übertragen, ohne die wesentlichsten Bestandtheile des Originals dabei aufzuopfern. So erscheint denn unser Uebersetzer, dem die Treue und Vollständigkeit seiner Arbeit am Herzen lag, völlig gerechtfertigt, wenn er von vorn herein auf Vers und Reim verzichtete und auch die Dramen in wörtlicher Prosa wiedergab. Freilich hat er zugleich damit auf die Popularität seiner Uebersetzung bei seinen Landsleuten verzichten müssen und recht eigentlich nur für den engeren Kreis der Kenner gearbeitet. Für diesen engeren Kreis der Kenner sind denn auch die gründlichen Commentare und Anmerkungen berechnet, namentlich auch für solche Leser, die das Original studiren, die philologischen Noten, die sich über Lesarten des englischen Textes und deren Gültigkeit verbreiten. In allen diesen Zuthaten, die an Umfang der eigentlichen Uebersetzung mindestens gleichkommen, hat der Verfasser das anders woher Entlehnte reichlich aus eignem Studium und Urtheil vermehrt. Es wäre zu bedauern, wenn ein so wichtiger Beitrag zur Shakespeareliteratur außerhalb Spaniens die verdiente Anerkennung entbehren müßte.

N. DELIUS.

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