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Voß sagt (Jl. 16, 368): Hektorn enttrug zwar fein schnells füßig Gespann mit den Rüstungen, aber zurück blieb Trojas Volf, da mit Zwang die gegrabene Tiefe fie hemmte; Luther 2 M. 32, 21: Was hat dir das Volt gethan, daß du eine fo große Sünde über sie gebracht haft; 35: also ftrafte der Herr das Volt, daß fie...; Jes. 13, 4: Der Herr Zebaoth rüstet ein Heer zum Streit, die aus fernen Landen kommen (wo die Annahme, das Demonstrativ sei nach Heer zu ergänzen, unrichtig wäre); auffallend ist Luth. Jes. 5, 28: „Ihre Pfeile sind scharf und alle ihre Bos gen gespannt. Seiner Rosie Hufe sind wie Felsen geachtet und ihre Wagenräder wie ein Sturmwind", wo man, wenn nicht ein Ueberseßungsfehler obwaltet, einmal das Wort „Volk“ in Gedanken haben muß; L. 2 M. 32, 2: Da riß alles Volt feine goldnen Dhrenringe von ihren Dhren 2.; 3 M. 9, 22: A. hob seine Hand auf zum Bolfe und fegnete fie; L. Jes. 10, 5: wehe Assur, der meines Zornes Ruthe und ihre Hand meines Grimmes Stecken ist, wo die im Hebräischen fehr häufige in Rede ftehende Wendung nachgeahmt ist, obwol die Uebersepung sonst nicht für genau gelten kann; vergl. noch 10, 24 25 und 2 M. 32, 7 f.: Dein Volk hats verderbt. Sie sind schnell von dem Wege getreten, den ich ihnen geboten habe; und 2 L. 25, 1: Es kam Nebukadnezar.. mit aller feiner Macht wider Jerusalem, und fie (Der Rönig und fein Heer) lagerten fich wider sie und bauten einen Schutt um fte her; Amos 1, 11: So spricht der Herr: Um brei und vier Laster willen Edoms will ich seiner nicht schonen, darum, daß er seinen Bruder mit dem Schwert verfolgt hat, und daß er ihre Schwanges ren umgebracht; vergl. noch das ganze 1fte und Ate Kapitel dieses Propheten. Der Benediktiner Erhard (Augsburg 1735) hat Jef, 5, 28: feine Pfeile sind scharf 2c., aber 26: Und er wird fern unter den Heiden ein Panier aufrichten und wird dieselben herbeiloden vom End der Erden, und fiehe, er wird eilende und geschwind kommen. Reiner ist unter ihnen, der 2c.; Ulenberg (1630 Röln) bas. 26: Er wird den Feind mit einem Zeichen anloden vom Ende der Ers den und stehe, er wird eilends und geschwind kommen. Reiner ist unter ihnen, der müde oder schwach sei u. : Seine Pfeile 2. 2. Vergl. Luth. 2 M. 29, 19: Aaron famt seinen Söhnen sollen ihre Hände 2.; Voß Aen. 3, 94: Dardanus hartes Geschlecht, wo euch u. 16.; 12, 277: doch die verbrüderte Schaar ... zudt Archiv f. 11. Sprachen. IX.

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zum Theil mit den Händen das Schwert, theils blinfenden Wurfftahl raffen sie auf und rennen wie blind. Dort ihnen entsprechen ..

b) Bei Singularen steht das Prädikat mitunter in der Mehrzahl: a) wenn das Subjekt noch einen Zusaß hat, welcher durch ,,mit" ihm dem Sinne nach ein ferneres Subjekt beifügt. Luth. 2 M. 29, 19: Aaron samt seinen Söhnen sollen; dagegen 32: Aaron mit 1. Söhnen folul 26.; Musaus Cabinetsausgabe Anthologie 1832, Ulrich mit dem Bühl S. 104: Der Fürft nebst . . verwundeten; Göthe 27, 14: Ein Harfner mit seiner Tochter gingen; L. 3 M. 8, 18: Und Aaron mit seinen Söhnen legten ihre Hände auf sein Haupt; 36: Und A. mit seinen Söhnen thaten alles .. Winkelmann (B. 11. S. 475): Der Kaiser nebst dein Großherzog werden die Königin begleiten. B) wenn das Subjekt ein Sammelname ist: Fr. Jafobs fagt in seiner „Aus rora oder die Erbschaft“ bei Wolff (Encyclopädie S. 223 1. Spaltenreihe): „In der That fam fte fich (die Pfarrerin) nebst ihrer Tochter mit ihrem so mühsam zusammen genähten Puße überaus armselig vor, da überall italienische Strohhüte und zierliche Turbans aus den Fenstern schauten, frause Straußfedern in der Luft zitterten, und ein ganzer Blumenflor der föstlichsten Shawls' mit ihren hellen und mannichfaltigen Farben unter einander wetteiferten"; Luth. 2. M. 32, 6: Darnach reßte sich das Volk zu essen und zu trinken und standen auf zu spielen ;- 31: Das Volt hat eine große Sünde gethan und haben ihnen goldene Götter gemacht; 32, 10: Und alles Volt fab die Wolfensäule in der Hölle Thür stehen und ftanden auf und neigten sich; Lessing (Bb. 25, S. 8): Dieser Abt hat ja fonst mehr als ein Stüd aufführen und drucken laffen, von welchem ihn jedermann als den Verfaffer kennt und die (mehr als ein Stüd = mehrern Stüden) der Cenie bei weitem nicht gleich fommen.

Die alten Sprachen liefern gar viele Beispiele der in Rede stes henden Spracherscheinungen. 3m Lateinischen bezieht sich a ein Pronomen oder Adjektiv im Plural fowol auf ein Rollektiv, als auf einen durch cum nebst seinem Ablativ näher bestimmten Singular, welche beiden Fälle oben auch im Deutschen unterschieden werden konnten, sowie auch das zu beachten ist, daß im folgenden Saße eine Beziehung auf den im vorhergehenden Saße enthaltenen Begriff der

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Mehrheit häufiger erscheint. Vrgl. Liv. 1, 41: clamor inde concursusque populi, mirantium, quid rei esset; 25, 34: Cuneus is hostium alacres gaudio; C. n. d. 2, 6: ut hoc idem generi humano evenerit, quod in terra collocati sint; pro Quint. 23, 75: ex eo numero, qui hoc dicerent, wobei allerdings zu beachten ist, daß der Lateiner gewöhnlich is numerus für n. eorum sagt (vrgl. N. Milt. 3); Justin. 14, 6: filium cum matre in arcem amphipolitanam custo diendos mittit; sogar mit Aenderung des Geschlechts Liv. 45, 28: filiam cum filio acuitos. Aehnlich ist es im Griechischen. Vrgl. Pind. nem, 6, 31, wo opin auf oixov, 48, wo es auf vãoov bezogen wird. Od. 1, 277 bezieht fich das oi auf den Vater mit den Seinigen, wie Voß gut nachs geahmt hat: Begehrt ihr eigenes Herz die Vermählung, fehre ste heim zum Palafte des weitgebietenden Vaters, daß fie die Hochzeit ordnen und Brautgeschenfe bereiten.

Soph. Oed. Col. 942 bezieht fich aŭtous auf nólv. Auch in demselben Saße ist auf Kollektiv ein Plural des Partizip8 26. bezogen, sogar mit Veränderung des Geschlechts, z. B. Aesch.. Agam. 588: Τροίην ελόντες... Αργείων στόλος ; Τhuc. 379: την πόλιν ... καίπερ... övras; Xen. Hell. 2, 2: głos poßoýučva; Plut. Themist. 4: την πόλιν thu nóliy doubyovs ortas. Eine Verbindung wie die aus Justin angeführte ist im Griech. selten. Matthiä, der $. 302 Lucian. D. D. 12, 1: εκείνη παραλαβούσα και τους Κορύβαντας περιπολούσιν anführt, meint, daß bei den ältern Klassikern sich eine solche Ronftruktion nicht finde; Madvig aber zitirt Thuc. 3, 109: Anuogfévns. μετά των ξυστρατηγών σπένδονται. Vergleiche auch die latein. Grammatik von Middendorf und Grüter Shl. 2 $. 11 c.

4) Das Verbum richtet sich nach dem Präbifatssubstantive, nicht nach dem Subjekte. Bd. Bäßler in seiner Bearbeitung des Gedichts, welches der Nibelungen Noth heißt (Rp39. 1843), fagt S. 57: ,,Dabei werden wir sehen, wer die besten Jäger bei dieser Waldreise sind, wo ,,ift'' nicht zulässig wäre, wenn die Mehrzahl das Subs ftantiv bleiben soll. Merkwürdiger Weise schwankt auch die fernere Konstruktion bisweilen in ihrer Zurückbeziehung auf die Apposition oder das erklärte Wort. So fagt Niemeyer (Beobachtungen auf einer Reise durch einen Theil von Westphalen und Holland Halle 1824, S. 160): So war ich denn wieder in einer Univers sitätsstadt, dem berühmten Lugdunum Batav., deffen

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Namen ich nicht nur längst aus fo vielen Titeln der Klaffifer kannte, sondern von der mir auch ein lebhaftes Bild von meiner Schulzeit her aus dem Unterrichte in der Literaturgeschichte vorschwebte. Wenn das obige wer" kollektiv ftehen soll

, so vergleiche ich Plaut. men. 5, 2, 29: Loquere, uter meruistis culpam, paucis; 9, 60: Uter eratis tun' an ille? Ronstruktion des Verbe nach dem Nomen des Prädifats ift im Latein und Griechischen sehr häufig; vergl. Terent. Andr. 3, 2, 23: Amantium ira amoris integratio est; Liv. 2, 54: Manlio Vejentes. (!) provincia evenit; Xen. mem. 1, 4, 13: τί φύλον άλλο και οι άνθρωποι θεούς θεραπεύουσιν;

5) Pronomina finden sich vertauscht und zwar wirb a) auf das allgemeine ,man" das bestimmte Pronomen bezogen, b) bas der dritten Person für das einer andern Person gebraucht *).

a) Niebuhr schreibt (Lebensnachrichten über Barth. Georg N. Hamburg, Perthes 1838, S. 343): Darin ftimme ich Ihnen, durch Erfahrung belehrt, völlig bei, daß ma’n in einer Lage, wo man

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“) In Betreff des pleonastischen Gebrauchs des Poffeffivs der 3ten Person tragen wir noch folgende Beispiele nach: Joh., von Müller (Werke Thl. 30, S. 231): Ich kann dir nicht genug sagen, wie der Schwester ihr Brief mich erfreut; 203: Der Lieben ihr Brief hat mir sehr viel Bergnügen gemacht; 246: Der lieben Mama ihr Brief hat mich vorzüglich erfreut; Morgenbl. 1850 No. 183, S. 731: Db wol der Segen zu St. Peter in Rom nicht so gut oder noch besser sei, als des Dorfpfaffen seiner; S. 734: Der Segen, der über uns gesprochen wurde zu St. Peter in Rom, gilt doch als ein besserer, als irgend eines Pfarrherrn feiner; Novellenbuch von I. Fr. Lentner B. 2, S. 83: wie ich gestern hinübergehe in der Frau Mutter ihr Wohnstüblein ; Abr. a. S. Clara Judas d. Erzsch. Thl. 2 (Salzb. 1689) S. 434:' von des Jose feinen Sol: daten; Q. Curtius Rufus · übers. von I. P. Ostertag B. 2, S. XI: Ich habe zwo unterschiedene (Figuren) auf die Starte von Alexanders Reid gebracht: eine nach der geographischen Hypothese des Herrn Delisle und eine nach anderer Geographen ihre (!). Des Herrn Delisle se 26. XIV: Die Verbesserung des Herrn D. gründet sich auf astronomische Beobachtungen des Herrn Chazelles und auf P. Feuillen seine; wenn man die... Beobachtungen mit des P. Gruber fei: nen vergleichet 20.; XV: hat geglaubt, sich der orientalischen Astronomen ihrer (Beobachtungen) gebrauchen zu können; XVI: der morgenländischen Astronomen ibre (Weite) war beinah eben so groß; XVIII: mit Ptolemäus seinem (Zwischenraum); XXI: nach des Ptolemäus seinem (Maß); XXII: Die Stadien seien viel kleiner, als der spätern Geographen ihre; XXVII: als Alexanders seis ner (Marsch); Winkelmann B. 11, S. 219: Ich vernehme, daß meine Geschichte der Kunst in der deutschen Herren ihrer Lieblingssprache öffentlich hervor getreten ist.

neben Andern stehen und handeln muß, welche gleiche. Auktorität und Ansprüche haben, wenn sie auch fehr unbefugt sind, die Sachen nehmen muß, wie sie find, und am besten thut, wenn man so viel auszurichten sucht, als möglich ist, ohne sich darüber zu gråmen, daß vieles nicht nach unserer Ueberzeugung geht." Anders ist der Fall bei Gellert (Troftgründe wider ein fieches Leben): „Wir haben ein geringes, ein reichtes Erkenntniß der Religion . Man darf nicht einwenden, daß gleichwohl der Geist Gottes unsere Ers fenntniß belebe." Vrgl. aber: La civilité exige qu'on ait de l'attention à ce qu'on nous dit.

b) Bäßler a. a. D. S. 111 sagt: Wo nähmet ihr die Speise, Brot und Wein her, da wir ihrer so viele find? = da wir (unser) fo viele find. Für den ersten Fall vergleiche man Beispiele, in denen fich auf tis eine andres Pronomen bezieht, wie X. mem. 1, 2, 62: εάν τις φανερός γένηται κλέπτων τούτοις θάνατός εστιν ή ζημία. Τhuc. 2, 53: τις - OpāYTES, wo jedoch mehr das Rolleftivum hervortritt. X. Kyr. 8, 8, 4; 7, 4, 5. Für den 2ten Fall f. Thuc. 1, 82: airāv duc èxtopicdueta, Plat. Phaed. p. 78. b.: δεί ημάς ανερέσθαι εαυτούς.

6) Im Partizipe finden fich bisweilen die generà der Zeits wörter scheinbar bertauscht. So gebraucht Varnhagen von Ense in seiner Biographie des Fürsten von der Lippe S. 322 und 319 vorhabende Angelegenheiten; Lefsing B. 27, S. 112 gebraucht „vorhabend“ eben so; B. 7, S. 66: vorhabend Werk; J. v. M. (Thl. 30, S. 174): Ueber das, was du mir von N. vorhabender Aenderung feines Standes schreibst, darüber kann ich nicht bestimmt rathen; Musaus a. a. D. S. 45: Beiden den Dienft wissend machen; Leffing B. 26, S. 287: Das ist mir nicht wissend. Winkelm. B. 11, S. 453: Sie erwähnten, fo viel mir wissend ist, der Reise 2c. Es versteht sich aber von selbst, daß diese Formen neutral gebraucht find, und es darf nicht auffallen, daß nur die Partizipia dieser Verba so vorfoinmen, denn ähnliche Erscheinungen bieten alle Sprachen; W. v. Humb. (Briefw. mit Schiller S. 394): Die unter Händen habende Rezinfion. Betreffend wird bes fanntlich oft so gebraucht.

7) Merkwürdig ist, daß im Deutschen ein Relatir, welches fich auf die erste oder zweite Person bezieht, mit Beifügung des jedesmaligen Pronomens, sich mit der diesem Fürworte entsprechenden

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