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§• 4.

Wer ein Buch während der Eröffnung der Bibliothek im Locale derselben zu benutzen wünscht, hat dies einem der Bibliothekbeninten daselbst anzuzeigen und beim Empfange des Buches den Titel desselben, so wie seinen Numen und Stand in das bei der Expedition der Bibliothek vorliegende Journal einzuschreiben, nach gemachtem Gebrauche aber das Buch an den betreffenden Bibliutliekbeaaten zurückzugeben, der dasselbe im Journal als wiederum eingehändigt bezeichnet. Die im Journale eingetragene Empfangsbescheinigung eigenhändig auszustreichen, ist dem Leser nicht gestaltet.

S. 5.

Niemand ist berechtigt, in den Repositorien der Bibliothek die Bücher selbst nach Belieben herauszunehmen und zu durchmustern , uud zu diesem Zwecke die dastehenden Leitern zu besteigen. Ausnahmsweise und in ganz besonderu Fällen soll zwar zum Behufe literarischer Orientirung und zu Beförderung wissenschaftlicher Zwecke eine solche Durchmusterung eines einzeloeu Faches bekannten Gelehrten im Beisein eines Bibliothekbeamten gestattet sein. Es kann dies aber nicht zu jeder Zeit gefordert werden, sondern nur dann geschehen, wenn andere dem Beamten obliegende Geschäfte darunter nicht leiden.

t 6.

Das Recht, Bücher aus der Stadtbibliothek zu entleiben, steht im Allgemeinen jedem Gebildeten zu, der durch seine Stellung und seine V erhältnisse überhaupt der Bibliothek Sicherheit bieten kann, insbesondere aber:

1) den hiesigen Civil-, Militair- uud städtischen Beamten,

2) den ordentlichen und ausserordentlichen Professoren und habilitirteu Doccnten der L'uivcrsität,

3) den Predigern an hiesigen Kirchen,

4) den Directoreu und Lehrern an beiden Gymnasien und den übrigen städtischen Lehranstalten.

5) den Advocatcu und praktischen Aerztcn,

C) jedem gebildeten Bürger und Eiuwobncr, der durch seine Stellung oder sonstige Verhältnisse Garantie bietet und als solcher dem Bibliothekar hinlänglich bekannt ist oder als einen solchen sich genügend ausweist. Andere Personen und nur auf Zeit sich hier aufhaltende fremde Gelehrte können, sofern nicht ihre bürgerliche Stellung und sonstige Verhältnisse dies überflüssig machen, nur noch vorher beigebrachter Caution eines cuutionsfäbigen in Leipzig wohnhaften Mannes Bücher gelieben erhalten. Die Form der Caution ist vorgeschrieben, und es könnet) solche gedruckte Cautionsformulare an Г der Expedition der Bibliothek in Empfang genommen werden. Der Caulionsscliein bleibt so lange in seiner vollen Geltung, als er nicht von dem Aussteller oder Caven ten zurückgenommen ist. Ciiutionen auf eine bestimmte Zeit werden nicht angenommen.

.Schüler der ersten Classe der beiden hiesigen Gymnasien aollen zwar auch einzelne für sie geeignete Bücher entleihen dürfen; es kann dies aber mir dann geschehen, wenn der Empfangsschein für jedes einzelne Werk von einem ihrer Lehrer mit unterzeichnet wird.

§• 7.

Das Recht, Bücher von der Stadtbibliothek zu entleihen, verliert sofort:

1) Jeder, der ein von derselben geliehenes Buch an irgend Jemand weiter verleibt.

2) wer entlehnte Kücher, abgesehen von einer beim Gebrauche derselben unvermeidlichen allmäligcn Abnutzung, auf eine solche Weise behandelt, dass er dadurch Missachtung des ihm anvertrauten öffentlichen Gutes an den Tag legt, wie z. B. sie mit Tinte oder Bleistift beschreibt, sogenannte Ohren bineinbricht oder den Einband gewaltsam beschädigt,

3) wer bei einer über vierzehn Tage dauernden Reise die entlebnteu Bücher nicht vor seiner Abreise zurückgiebt,

4) wer der erhaltenen Erinnerung an Zurückgabe eines entlehnten Buches keine Folge leistet oder es wohl gar zur Anrufung gerichtlicher Hülfe kommen liisst.

*. 8.

Stildirende, welche nach Beibriuguug eines Cautionsscheincs Bücher von der Bibliothek geliehen erhalten, dürfen dieselben in keinem Falle zum Gebrauche in die Collégien mitnehmen.

§. 9.

Alle diejenigen, welche Bücher in das Haus zu entleihen wünschen, haben in der Regel persönlich auf der Bibliothek zur Empfangnahme derselben zu erscheinen. Sie können zwar durch Dienstboten oder andere Personen auch einen Empfangschein (vgl. §. 10.) überschicken, doch kann der Bibliothekar, wenn ihm die Handschrift nicht vollkommen bekannt ist, dergleichen Scheine zurückweisen und ein persönliches Erscheinen des Ansuchenden verlangen.

§• 10.

Ehe ein Buch von der Bibliothek mit nach Hause genommen werden kann, bat der Entleiher einen gedruckten Empfangschein, den er iu der Bibliothek erhält, auszufüllen. Auf demselben ist der Titel des Buches bibliographisch kenntlich und genau nnzugeben, die Enllcihtingsfrisl nach Woclieu zu bestimmen und der Name und ¡Stand, sowie die Wohnung des Entleihers hinzuzufügen.

I 11.

Die Zeit, wie lauge ein Buch entlehnt werden darf, kann sieb in der Regel auf vier Wochen belaufeu. Wer nach Ablauf der angegebenen Zeit ein oder mehrere Bücher noch länger zu behalten wünscht, hat dieselben auf die Bibliothek zu bringen und sie daselbst vorzuzeigen, worauf sie, wenn Niemaud anders die Bücher begehrt bat, gegen Ausstellung eines neuen Empfangscheines wieder von Neuem entlehnt werden können. Ist jedoch das Buch von jemand anderem begehrt worden, so geht dieser zunächt vor.

$. 12.

Wer ein Buch über den von ihm selbst bezeichneten Termin hinaus behält, setzt sich der Erinuerung durch den Bibliothekdiener aus, an welchen für die erste Erinnerung 2V2 Ngr., für die zweite 5 Ngr. sofort als Gebühren zu entrichten sind, ist ein an die Rückgabe zu erinnender Entlehner aus seiner bisherigen Wobnung ausgezogen, ohne dies auf der Bibliothek anzuzeigen, so hat er schon bei der Insinuation der ersten Erinnerung die Gebühren von 5 Ngr. zu entrichten.

§• 13.

Auswärtige Gelehrte, welche entweder vermöge ihrer Stellung überhaupt oder durch einen von einem hiesigen garantiefähigen Manne ausgestellten Cautionsschein hinlängliche Sicherheit bieten, erhalten die gewünschten Werke auf ihre Gefahr durch die Post zugesendet, wobei für die Verpackung und Mühwaltung des Bibliothekdieners ein entsprechender Postvorschuss erhoben wird. Es können aber auch die von ihnen gewünschten Werke von einem hiesigen, dem Bibliothekar als sieber bekannten Manne zur Ueberseudung iu Empfang genommen werden. Ein solcher hat dann ausdrücklich schriftlich zu erklären, dass er die gewünschten Werke zur Uebersenduug auf die Gefahr des Entleihers empfangen habe, und hat den Entleiher zu veranlassen, dass er über deu Empfang der Bücher den gewöhnlichen Schein ausstelle und an die Bibliothek einsende.

§. 14.

Höchstens zehn Werke dürfen an eine und dieselbe Person auf einmal verliehen werden; jedoch auch bei successiver Entleihung an ein und dasselbe Individuum ist diese Zahl nicht zu überschreiten.

§• 15.

Wer eiu Buch verliert oder dasselbe auf die in §. 7. unter 2) näher bezeichnete Weise beschädigt, oder in wessen Behausung' ein entlehntes Werk ohne seine Schuld beschädigt wird, bat binnen vier Wochen vollständigen Schadenersatz durch Anschaffung eines neuen gleich gut gebundenen Exemplares derselben Auflage zu leisten. 1st das verlorene oder beschädigte Werk weder auf buchhalterischem noch antiquarischem Wege zu erhallen, so ist dafür der von dem Bibliothekar auf Grund buchhändlerischer und antiquarischer Erfahrung, nach Befinden unter Zuziehung eines verpflichteten ßüchertexators zu bestimmende, jedoch immer um ein Drittheil über jene Erfahrung anzusetzende, Preis in baarem Gelde zu erlegen.

». 16.

In der Regel werden nicht ausgeliehen:

1) Seltene Incunabcln, Pracht - und Kupferwerke,

2) uneingebundene und in die Kataloge der Bibliothek noch nicht eingetragene Bücher, besonders Hefte allmälig erscheinender Werke und einzelne Blätter von literarischen Zeitschriften,

3) Nachschlagewerke, wie Wörterbücher, Glossarien und zur bibliothekarischen Praxis unumgänglich uöthige bibliographische Hülfsmittcl,

4) deutsche, auf Leihbibliotheken leicht zu erlaugende Klassiker und blosse Uuterhaltungsschriften.

Ausnahmsweise können jedoch deutsche Klassiker dann verliehen werden, wenn ein bestimmter wissenschaftlicher und literarischer Zweck nachgewiesen wird und also die Absicht blosser loterhaltungslcctiire nicht vorliegt.

§• 17.

Handschriften werden in der Regel nicht ausgeliehen und dürfen, unter Beobachtung der in §. 4. für die Benutzung der Druckwerke auf der Bibliothek angegebenen Vorschriften, nur in dein Locale der Bibliothek eingesehen und benutzt werden. Ks soll jedoch in ganz besonderen Fällen hiervon eine Ausnahme gemacht werden, zu welchem Endzwecke das jederzeit von dem Bittsteller schriftlich an den Stndtrath zu richtende Gesuch (worin der Zweck und der erbetene Zeitraum der Benutznng angegeben sein inuss) an den Bibliothekar abzugeben ist, welcher dasselbe mittelst gutachtlichen Vortrages an den Stadtrath behufs der zu fassenden Entschliessung einzugeben und letzterer nachzugehen, auch darüber streng zu halten hat, dass cinc solche im Verfolg einer genehmigenden Resolution ausgeliehene Handschrift zu der festgesetzten Zeit wiederum ztirückgelief'ert wird. Eingehende Verlängerungsgesuche, welche, weuu sie nicht erfolglos sein sollen, jederzeit vor Ablauf des Rückgabetermins eingegeben werdeu müssen, hat der Bibliothekar gleichcrmasseu bei dem Rathe behufs einzuholender Resolution ciazureichen.

i 18.

Auf die Vorlegung von Handschriften zur Einsicht und Benutzung im Lokale der Bibliothek können nur solche Persones Anspruch machen, welche dem Bibliothekar entweder persönlich bekannt sind oder ihm durch hiesige bekannte Personen vorgestellt werden, oder, wenu es Fremde sind, sich durch besondere schriftliche Empfehlungen von dem Bibliothekar ausreichend bekannten Männern über ihren Stand und Verhältnisse, sowie io Ansehung der Identität ihrer Person auf gehörige glaubwürdige Weise ausgewiesen hüben.

§. 19.

Wer die Bibliothek blos in Augenschein zu nehmen wünscht, ohne gerade dabei eine bestimmte wissenschaftliche Absicht zu verfolgen, hat sich während der ErÖffnungszeit (§. 2.) an eineu der Bibliothekbeamten zu wenden, welcher dem Verlangen des Ansuchenden jedoch nur so viel Zeit widmen kann, als die übrigen zur Förderung eigentlicher wissenschaftlicher Bestrebungen des Publikums dienenden Geschäfte gestatten.

Leipzig, den 6. November 1848.

Der Rath der Stadt Leipzig.

Koch.

Uebersiclit der neuesten Literatur.

DEUTSCHLAND.

Abhandlungen der Kiinigl. böhm. Gesellschaft der Wissensehaften. 5. Folge 5. Bd. Vom Jahre 1847. gr. 4. (23 Steintaf.) Prag. n. 6 Thlr.

Bibliothek der gesanimtrn deutschen National-Literatur (2. Abth.) 4. Bd. 1. Abth. A. u. d. T.: Der keiser u. der kiinige buoch od. die sogenannte Kaiserchronik, Gedicht des 12. Jahrb. топ 18,578 Keimzellen. Nach 12 vollständ. u. 17 unvollständ. Handschriften, so wie anderen Hiilfsmittelu, mit genauen Nachweisungen über diese u. Untersuchungen über Verfasser und Alter etc. nebst ausführlichen Würterbuche und Anhängen zum ersten Male herausg. von Hans Ferd. Massmann. 1. Thl. gr. 8. Quedlinburg. 3 Thlr. 10 Not-! Velinp.

4 Thlr. 10 Ngr.

Ciceronis, M. Tullii, orationes. Cum coininentariis editae consilio atque studio Car. Halm. Vol. II. l'ars 2. Et. s. t.: Oratio de imperio Gnei Pompci. Coniinentario crit. instr. et annotait, superioruin interpretum suisque explauav. Cor. Halm. gr. 8. Lipsiae. 1 Thlr.

(I —II, 2.: 5 Thlr. 9 Ngr.)

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